Streets of love
Gerade läuft “Streets of Love” von der letzter Stones CD “A Bigger Bang”. Fetter Schmalz, die Streicher quasten selbst Ron Woods Dano Sitargitarre zu. So gut wie zu “Sticky Fingers” oder “Gimme Shelter” Zeiten werden die alten Herrn nun mal nicht mehr. Damit hab’ ich mich seit der “Some Girls”, die letzte Stones Scheibe die bei mir noch sowas wie sexuelle Neugierde weckte, abgefunden. Kein Problem. Wir werden alle nicht jünger. Gleichzeitig les’ ich im Blicktausch Blog die schöne “Nackt” Geschichte. Erinnerungen an längst vergangene Klassenfahrten werden wach. Wie sollte eine Pubertät in geordneten Bahnen ablaufen wenn das *erstemal* zu “Boat on the river” von Styx vollzogen wurde und das *bestemal” zu “Suspect Device” von den Stiff Little Fingers? Wäre das *erstemal” unter den Klängen der ersten Bow Wow Wow passiert oder wenigstens Al Stewarts “Year of the Cat” (aber nein, da hätte ich noch zwei Jahre warten müssen). Alternativ hätte es in ihrer Singles-Sammlung nur noch “Mandy” gegeben. Oder irgendetwas von den Rubettes. Hätte ich doch damals meine “Inflammable Material” LP mitgebracht….
Ich glotz TV
Der Rockpalast hat seit einiger Zeit einen ziemlich versteckten Sendeplatz. In der Nacht von Sonntag auf Montag, 0:30 - 2:00 Uhr. Toll, genau auf die Zielgruppe zugeschnitten. Immerhin bietet der Rockpalast eine Alternative zu den Klingeltondummbatzenfickmichverkaufs-Quizshows, die um diese Zeit auf anderen Sendern über die Mattscheibe flimmern. Dann doch (viel) lieber um 0:30 WDR einschalten und schauen was Marianne Faithfull auf den Leverkusenern Jazztagen 2005 so getrieben hat. Sicher war’s spannender als die kleine Kackbratze Nachwuchspunklette Avril Ladingsbums, die jetzt gerade bei MTV die Klingetonwerbung unangenehm mit “Knocking on Heavens Door” unterbricht. Im Anschluss an Marianne Faithfull, 01:15 Uhr, betritt der Hillbillywaldschrat und Missionar David Eugene Edwards mit Woven Hands die Bühne. Noch eine Ecke manischer/missionarischer, als Edwards altes Trio 16 Horsepower. Der Rockpalast Newsletter beschreibt treffend:
Ihre Wurzeln liegen in steinaltem US-Folk und im Hillbilly-Country der Appalachen - ihre Lieder werden aber mit einer Intensität dargeboten, die eher an Größen schattigen Liedgutes wie Nick Cave oder Jeffrey Lee Pierce gemahnt denn an Alternative Country….
Und mit Nick Cave schließt sich der Kreis wieder. Er ist, neben PJ Harvey, als Produzent und Co-Writer auf der letzten Marianne Faithfull CD vertreten. Immerhin stimmungstechnisch dürfte die späte Sendezeit des heutigen Rockpalast ein Treffer sein.
Mehr Info: www.rockpalast.de
WP_ShortStat ist auch kinky
Hier sind die WP Blognerds gefragt: WP_ShortStat gaukelt mir seit ein paar Tagen vor, das ich 200-400 unique Besucher pro Tag habe. Und weil ich das ein wenig gaga finde, hab’ ich gestern mal den Code für den eXTReMe Tracker in die Sidebar eingestrickt. Siehe da, eXTReMe sagt 79 Besucher (ohne Reloads) und WP_ShortStat behauptet 202. Klingt ja fein, aber knapp 80 halte ich doch für deutlich wahrscheinlicher. Jemand ‘ne Idee, warum mir das WordPress PlugIn unbedingt den Bauch pinseln will? Kinky, isn’t it?
Du bist Kinky revisted
Kinky Friedman war gestern und heute schonmal Thema. Morgen wird er sicher auch ein Thema sein und zwar im Quasimodo Berlin. Da wird Dziuks Küche bestimmt auch “Sie stellen keine Juden wie Jesus heut’ mehr her” spielen. Der Song heißt im Original “They Ain´t Making Jews Like Jesus Anymore” und Dannys “ziemlich freie Adaption” (wie er seine gelungene Version des Kinky Friedman Klassikers nennt) hat zu ziemlichen Kontroversen im Gästebuch der Küche gesorgt. Mir gefällt die aktuelle Dziuks Küche Scheibe sehr, aber das erwähnte ich bereits hier.
Hillbilly Blue …
Das ich den “The Miller Tells Her Tale” Podcast sehr schätze, erwähnte ich bereits das eine oder andere mal. Der Podcast # 146 wartet diesmal mit einer ganz besonderen Songperle auf. Es gibt Songs, von denen man glaubt, sie wären schon immer da gewesen. Schon bevor man sie das erstemal gehört hat. Bei mir sind das gerade mal eine handvoll Lieder. “Watching The Detectives” von Elvis Costello, “I’m One” von den Who, Graham Parkers “Hey Lord Don’t Ask Me Questions”, “Some Dreams” von Steve Earle oder “I Wanna Live” der Ramones. Und dann ist da noch ein Lied von Sister Double Happiness namens “Sailor Song”, von SDH’s Major Debut “Heart & Mind” (1991). “Sailor Song” ist eine kleine Walzer Perle zwischen lauter staubtrockenen Wüstenbluespunkrock. Gary Floyd, Mastermind hinter Sister Double Happiness, mochte die Scheibe nicht besonders, was mir ebenso ging. So wirklich warm wurde ich mit “Heart & Mind” nie (auch wenn sie zu den besseren Scheiben der frühen Neunziger gehört), doch “Sailor Song” ist einer dieser magischen Songs die einfach immer schon da waren. “Hillbilly Blue” von Kieran Kane & Kevin Welch hat etwas, das mich in seiner Schlichtheit an den “Sailor Song” erinnert. Zu finden im Podcast #146 bei “The Miller tells her tale“.
Du bist Kinky
Gestern verwies ich bereits auf den Artikel von Wiglaf Droste über Kinky Friedman. Zum Artikel habe ich gelinkt, aber zu Kinky Friedman selbst muss ich den Link noch nachreichen: Kinky Friedman: Why the hell not?. Der Captain bezeichnete die Seite des kommenden Gouverneurs von Texas treffend “renditeorientiert”. 29,95 texanische Öldollar für eine Kinky Talking Action Figure ist ein Schnäppchen. Für einen Hunderter gibt’s Kinky Ken auch handsigniert. Leider singt die Kinky Puppe nicht, aber egal, lieber eine redende Kinky Puppe als einen muskelgewordener Alptraumgouverneur Arrrnie Schwörrzenegger. Überhaupt lieber Kinky. Für einen Texaner hat er sogar überraschend fortschrittliche Ideen für die künftige Energiepolitik. Was für Willie Nelsons Tourbus gut ist, taugt auch für Texas: Biogas. Allerdings befürchte ich, das das Bush Öl Imperium dadurch nicht ins wanken zu bringen ist, schließlich verzapft kein Texaner weltweit mehr Scheiß als George Dabbelju und damit dürfte die Bush Dynastie bestens für die Zeit unter Governor Friedman gewappnet sein.
Aber zurück zur Kinky Talking Action Figure. Wir mögen ja einiges belächeln was aus der neuen Welt ins alte Europa schwappt, aber in Sachen Werbung hinken wir einfach hoffnungslos hinterher. Gut, gut, JR von Matts Markteinführung des Begriffs Klowand war schlicht brilliant. Unter Zuhilfenahme modernster Kommunikationstechnik (wir erinnern uns, eine eMail war der Anfang dieser Erfolgsstory) wurde das Wasserglas Klein Bloggersdorf im Sturm erobert. Aber was ist eine Elektropost gegen eine Elektropuppe? Nichts. Schreiben sie sich das mal auf, Herr von Matt. Ich hab’ meine Kinder gefragt. Die wissen das. Die wollen weder hohle “Du bist Deutschland” Sprüche, noch dumpfes “Geiz ist geil” Gesabber. Geiz? “Papa, will Puppe!!!”. Wenn ich denen mit Geiz komme, ist der Ofen aus. Und was bei den Kleinen funktioniert, kommt bei den Grossen erst recht an. Sollte unsere Bundesmerkel sie mal fragen, dann hätte ich da eine Idee. Aber bitte keine Batterien beipacken. Geiz ist manchmal doch geil.
Überhört …
… nein, übersehen hatte ich den Artikel “Sozialer Soundcheck” auf SpOn vom 15.01.2006. Jetz wissen wir, was wir schon immer ahnten: Jazz Hörer sind Intellektuelle und Country Hörer sind emotional stabil. Na fein, letzteres erzähle man mal Ryan Adams, Gunter Gabriel oder George W. Bush, der laut New York Times auf seinem iPod vorzugsweise George Jones*, Alan Jackson und Kenny Chesney hört… aber auch Van Morrison und Joni Mitchell … sollte Bush heimlich ein Intellektueller sein? Also, doch nicht so emotional stabil? Hey, das würde einiges erklären. Was ich mir hingegen gar nicht erklären kann: die Studie von Jason Rentfrow und Samuel Gosling, auf die sich der Artikel von SpOn bezieht, scheint ein paar Tage älter zu sein. Die Oktoberausgabe des Fachmagazins für Damen Tanzbekleidung American Cheerleader berichtete bereits im Jahre 2003.
* Nachgetragen für die Musikkritiker unter uns: George Jones ist Wolfgang Doebelings Lieblingssänger. Da enden aber auch schon die Ähnlichkeiten mit George Dabbelju. Doebeling hört nämlich auch richtigen Jazz, haßt Gewalt und verachtet Dummheit… und er moderiert jeden Sonntag, von 23:00 - 01:00 die Sendung “Roots” auf radioeins/rbb, auch als Stream zu empfangen.
Kalenderspruch des heutigen Tages …
Vorgestern hier gefunden, gilt aber heute auch noch:
Ansonste lehne ich den Tod, wie auch Schwerkraft und Wochentage, ab.
Ansonsten gestern und heute: erste Hinrichtung des Jahres 2006 in Texas (gestern) und (heute) Wiglaf Droste schreibt über Kinky Friedmans Plan Gouverneur des Lone Star States zu werden.
Wiglaf Droste Link via ElCapitano
Matt Smith oder wie ich ins Internet kam…
Neunzehnhundertschießmichtod, Frankfurter Musikmesse. Ich hatte noch keinen Computer, aber einen Job. Gitarren und Verstärker vorführen. Um sich die Eddy Van Halen Clones vom Hals zu halten, immer in lustigen Open Tunings. Bevor die “Kann ich auch mal tapping”-Fraktion zuschlagen konnte, musste halt erstmal lustig umgestimmt werden. Stimmen ist doof, und so blieb der Messe-Stand, mehr oder weniger, Pudelkopffreie Zone. Dafür stand plötzlich ein bärtiger, wohlbeleibter Typ vor mir, Marke “Ich hab’ vor dem Messegelände meinen Camper stehen und fälle Bäume mit der Handkante”. Seine Frage, ob er auch mal spielen könne, wollte ich gerade mit dem üblichen “Moment, ich muss eben erst umstimmen” beantworten, da hatte er mir die Gitarre schon abgenommen und in nullkommanix umgestimmt… in irgendein seltsames Hawaiianische Opentuning. Dann klappte meine Kinnlade auf den Hallenboden und dort sollte sie bis zum Ende der Messe bleiben. Der gute Mann hieß Matt Smith, ein New Yorker Studiogitarrist, den man ruft wenn Ry Cooder oder Sonny Landreth ausgebucht sind. Auf der Frankfurter Messe führte er für Hamer und Ovation vor. Am letzten Messetag tauschten wir Visitenkarten aus. Dann kaufte ich mir einen Computer, einen 386′er mit 128 MB Festplatte, denn auf Matt’s Visitenkarte stand nur sein Name und eine M@iladresse…
Gefühlte 10 Jahre später: Matt Smith hat inzwischen eine schicke Website und ich eine Bloghütte. Auf seiner Site kann man Musik hören und spätestens bei “Holy Ground” fangen meine 10 Monate alten Zwerge an zu tanzen.
Lautsprecher an und klick hier: www.mattsmithsworld.com
Bin ja kein Fussballfan …
… aber das muss mal eben raus: Pauuuuuuuuuuuuuuliiiiiii!!!!
Sprech ich chinesisch?
Nicht nur JR von Matt empörte sich darüber das Klowände beschmiert werden. Die Chinesen sind da noch rigoroser. Themen wie Demokratie, Menschenrechte oder Tibet dürfen nicht einmal heimlich im stillen Örtchen diskutiert werden und schon gar nicht im World Wide Web gefunden werden. Diese menschenrechtsverletzende Politik findet jetzt einen mächtigen Unterstützer. Google macht Nägel mit Köpfen. Wärend Yahoo schon seit 3 Jahren Menschenrechtsverletzungen in China unterstützt, hatte Google bisher *nur* den Google News Bereich für China zensiert. Jetzt gibt’s das volle Zensur Programm unter www.google.cn.
Mehr dazu: Reporter ohne Grenzen
Es geht aber auch ohne Zensur, einfach mit Fakten, Fakten Fakten und immer an die Auflage denken. Da hat sich wohl der Focus Praktikant in der Bildauswahl vergriffen. Egal, kann ja mal vorkommen, vor lauter Fakten, Fakten, Fak… Doch zurück zur Google China Zensur. Natürlich hat auch focus.msn.de die Google dpa Meldung gebracht. Wir erinnern uns? Fakten, Fakten, Fak… und auf der digitalen Focus Klowand ist Google auch Thema. Allerdings bis dato nur die Google Nutzerdaten Geschichte, nicht die Daten für die (chinesischen) Nutzer. Und wo ich gerade mal auf der focus.msn.de Seite bin, hab’ ich gleich mal geschaut was Focus denn zu MSN/China zu berichten weiß. Das Suchergebnis war ernüchternd. Muss man halt die Sueddeutsche lesen, wenn man in Sachen MSN Fakten, Fakten, Fakten sucht.
Nachtrag 26.01. : Fortsetzung folgt: Fakten, Fakten, Fakten und ab und an die Leserbriefe lesen. Es bleibt trotzdem peinlich, peinlich, peinlich.
Dave Goodman
Der kanadische Singer/Songwriter und Gitarrist Dave Goodman spielt am 18.Februar im Music Star in Norderstedt. Definitiv ein Termin den ich mir fett im Kalender ankreuzen werde. In meinem Dreamteam hab’ ich Dave ja schon aufgenommen. Vor ein paar Jahren hatte ich das Vergnügen mit ihm ein Wochenende lang zu jammen und einen improvisierten Gig in einer kleinen Cajun Kneipe zu spielen. Der Exil-Bremer ist ein Hammer an der Gitarre, ein großartiger Sänger und ein klasse Songwriter. Der Music Star Club ist, so weit ich es weiß, im Keller eines Apple Händlers. Der Club trägt den Namen Music Star wohl nicht ganz zu unrecht, haben da schließlich nicht nur Chuck Prophet, Steve Wynn, Norrin Radd, Terry Lee Hale und Pat MacDonald gespielt sondern auch Bruce Springsteen.
Ding Dong …
Der (Klingel)ton macht die Musik. Doch auch abseits des Klingeltons wird in der Werbung Musik gemacht. Zulieferer für Auftragskompositionen im Bereich Werbung, Funk, Film und TV haben sich im Berufsverband Composers Club e.V. zusammengeschlossen. Eines der herausragenden Ziele des Composers Club, dem u.a. so illustre Namen wie Klaus Doldinger, Carsten Bohn, Paul Vincent Gunia und Helmut Zerlett angehören, ist es der sogenannten Zwangsinverlagnahme entgegenzuwirken. Interessanterweise taucht in den letzten zwei Newslettern des Composer Clubs , nämlich hier und dort das Thema Zwangsinverlagnahme im Zusammenhang mit der Agentur Jung von Matt auf. Scheinbar befürchtet man beim Composers Club das JvM den Slogan “Geiz ist geil” allzu ernst nehmen könnte. Schließlich fragte der CC e.V schon vor 2 Jahren bei JvM nach ob Geiz denn wirklich so geil sei? Eine berechtigte Frage, besonders wenn man davon ausgehen sollte, das Auftragskomponisten keine Praktikanten sind.
Aber mal was ganz anderes: heute hätte Warren Zevon Geburtstag gehabt. Zeit den CD Karton auszupacken und die “My Ride’s Here” aufzulegen…
Katzenklo
Der Trierische Volksfreund druckt zum Thema Klowand. Damit hat Klein Bloggersdorf auch seine 5 Minuten Presse Ruhm. Allerdings war ich etwas verunsichert, als ich “Trierisch” las und “Tierisch” verstand. Das lenkt die Aufmerksamkeit auf ein Thema, das durch die Klowand Diskussion unterzugehen drohte: Blogs mit Katzenbildern. Der Spiegel Online Netzwelt Ticker liefert heute neuen Diskussionsstoff und verlinkt: Blog mit Katzen-mit-Orangenhaut Bildern.
Ich sage: Skandal, arme Mautz, keine Katzenbilder mehr in Blogs! Mein Blog ist
Dann doch lieber Blogs mit Leih-Möpsen.
Nachtrag für’s Katzenklo: So geht es schonmal gar nicht. Katzenbilder und MIDI-Klimperterror in einem Blog. Wer sowas will kann auch kobie & päjst: http://dosenoeffner.blogspot.com


