Klingklangklong
Wenn ein angehender Tontechniker so etwas geschrieben hätte, hätte ich wahrscheinlich nicht geschmunzelt. Doch Lehramtsanwärter dürfen das:
Mit einem mittelmäßigen Computer und Equipment von unter 1000€ kann man diesertags einen Sound fahren, von dem die Beatles nur geträumt haben…
Zum Thema Soundfahren gestern/heute weiss Eroc, Grobschnitt Mastermind, in diesem Interview (mit Franz Schöler/Stereo Magazin) einiges Erhellendes zu erzählen. Mein Lieblingszitat in dem Zusammenhang:
Die Japaner, die den zweiten Weltkrieg nicht gewonnen hatten, siegten auf einem anderen Schlachtfeld: Sie überschwemmten den Markt zunächst mit billigen Transistorradios und anschließend dann mit Tischhupen und erschwinglicher Heimtechnik, damit jeder Friseur zuhause endlich auch mal “Studio spielen” konnte. Es waren Firmen wie Teac, Roland, Korg, Behringer (als besonders abschreckendes Beispiel) und meinetwegen auch Sony, die den Dachkammerproduzenten endlich Handwerkszeug erschwinglich machten, mit dem man zwar werkeln, aber absolut nicht das Niveau professioneller Klangbearbeitung erreichen konnte. Was den Musikern und Bastlern nicht vermittelt wurde: die unbedingt nötige Erfahrung in diesem außerordentlich umfassenden Bereich.
Kommentare
4 Kommentare zu “Klingklangklong”
Na, dann mal los!
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So oder so ähnlich schrieb ich bereits:
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dings @ identi.ca
Hehe… dachte mir, dass aus dieser Ecke dazu ein paar kritische Worte kommen würden. ;-)
Es geht ja mehr um die Tendenz, dass die Produktion von Musik heute durchaus auch zu Hause in gut hörbarer Qualität produzierbar ist. Noch vor 10 Jahren hätte das nicht so gut geklungen (vielleicht nach rauschendem Kassettendeck und alles auf einer Spur), und Aussenjams wären auch nicht dringewesen. :-p
Was die Tendenz angeht, geh ich absolut kondom mit dir. Ohne die Möglichkeiten des modernen Homerecordings gäbe es ungezählte tolle Produktionen nicht. Ebenso ungezählt ist aber auch der Output an akustischer Umweltverschmutzung. Nur allein die Möglichkeiten zu haben bedeuted ja nicht, etwas auch zu “können”. Und last but not least suchte ich schon länger mal eine Gelegenheit das Eroc Interview zu verlinken und dafür hast du mir eine hübsche Steilvorlage geliefert. Danke.
*g*
Das macht den gekonnten Link aus - mit Geduld und Spucke… Ich bin da ja weniger geduldsam und kreativ, ich muss immer alles gleich raushauen.
Das Interview werde ich mir beizeiten mal zu Gemüte führen; das ist ja ein ganz schöner Brocken, scheint aber mit ein paar Mythen aufzuräumen. So was liebe ich ja, dann kann ich bei Gelegenheit wieder klugscheißen (->Lehramt eben…)
Einspruch, Euer Ehren, die Wahrheit liegt wie so oft genau in der Mitte. Natürlich bin ich an meinem apfel überhauptnicht in der Lage via Garbage einen vernünftigen Ton zu produzieren. Natürlich noch nicht mal im ansatz von dem, was die Beatles auf die Beine gestellt haben. Nur, ich lerne an der Kiste so derartig viel, dass ich, sollte es denn doch mal dazu kommen, dass ich irgendwo bei einem begabten Tonmenschen an der maschine stehe, eine ganze Menge Fehler nicht mehr machen muss. Und der dann auch nicht.
Für mich ist dieser ganze Homerecording-Kram purer Punk. Jeder kann das machen und manchmal klingts zwar scheiße, aber das was man hört ist dennoch fein, weil irgendwie anders. Und es klingt nach Bock, wenn es gut ist. Denn: ist es nicht nahezu unmöglich, einem professionellen Tonmann etwas schräges zu entlocken und wird man da nicht eher, so manchmal ein bischen, abgebügelt?