Bestehender Zustands Boogie
Auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen, oder einfach weil der Bandname Status Quo im Zusammenhang mit meinem Freddy Mercury Beitrag fiel, schreib’ ich ein paar Takte zu eben dieser Kapelle, die die Musikwelt seit nunmehr 35 Jahren mit einem und demselben Boogie Riff heimsucht. Natürlich gibt es Status Quo schon länger. 1962 gründeten Mike Francis Rossi und Alan Lancaster eine Schülerband, die in der Bandchronik 1982 als 20ster Geburtstag von Status Quo mit dem Album “1+9+8+2” gefeiert wurde. Wobei, strengenommen für einen Quo Fan, der mit 14 den “Quo Schatten” mit Filzstift auf seine Jeansjacke kritzelte, “1+9+8+2” auch der Anfang vom (andauernden) Ende seiner Helden began. John Coghlan, Original Drummer, verließ die Band noch wärend der Aufnahme Session und ist auf dem ersten Release “Dear John” schon nicht mehr zu hören. Zwar gibt es 1985 nochmal eine Reunion für einen einzigen Auftritt (LiveAid Eröffnung) aber das war’s dann auch. Alan Lancaster verläßt die Band und von da an treten Mike Francis Rossi und Rick Parfitt als einzig verbleibende Originalmitglieder als Status Quo auf.
Trotz der langen Karriere, die bis zum heutigen Tag anhält, erinnert man sich bei Status Quo im Allgemeinen nur an zwei Songs. Der wohl bekannteste ist “Rocking all over the world” von 1977, eine John Fogerty Coverversion und das (imho absolut gruselige) “In the army now” (1986), die erfolgreichste Status Quo Single (nur Wham, mit dem noch gruseligeren “Last Christmas” verhinderten eine bessere Chartsplatzierung in England als Platz 2). Dabei waren Status Quo in den 70gern eine der wichtigsten Album Bands und letztendlich für mich ein Bindeglied zwischen Pub- und Punk(rock). Rockend, aber weit weniger “Hardrock” als z.B. Deep Purple oder Led Zep, bodenständiger als Black Sabbath oder Queen und seltsamerweise, trotz starker Boogie Wurzeln, hatten sie nie wirklich den Ruf einer Bluesrock Band wie z.B. ZZ Top oder Free/Bad Co. Die größte Nähe hatte Status Quo musikalisch zum Pubrock, der mit seinem 3 Akkord Trinker-R’n'B eine der Wurzeln des britischen Punk war. Der Unterschied zu Dr.Feelgood und Co lag einzig im größeren Erfolg von Quo. Scheiben wie “Dog of two head” (1971), “Piledriver” (1972), “Hello” (1973), “Quo” (1974), “On the level” (1975), “Blue for you” (1976) und “Status Quo Live” (1977) strotzen vor No-Nonsens Boogie Perlen.
Vor allem das 77er “Status Quo Live” Doppelalbum vereinigt so ungefähr alles was man von den synchron schwingenden Telecaster Helden braucht, inklusive dem geerdeten Doors Klassikers “Roadhouse Blues“. Dem Live Album verdanke ich auch meinen Spitznamen “Boogie”, weil ich jedem, egal ob er es hören wollte oder nicht, das Ansager Intro (”…Is there anybody who wants to boooogie???…”) vorspielte. Natürlich in angemessener Lautstärke. Letztendlich verdanke ich dem stumpfen 3 Akkord Riffrock nicht nur meinen Spitznamen, sondern auch meine Affinität zum Punk und Country (und, last but not least, zur Telecaster). Wenn man sich mit 3 Akkorden den Hals bis zur Nackenstarre einschwingen kann, dann kann man auch zu 3 Akkorden wütend werden oder wundersame Lieder über Kühe schreiben. Danke, Mike Francis, Rick, Alan und John, eigentlich wird es mal wieder Zeit die Jeansjacke und den Filzstift auszugraben. Die Party ist noch nicht vorbei…
Kommentare
4 Kommentare zu “Bestehender Zustands Boogie”
Na, dann mal los!
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So oder so ähnlich schrieb ich bereits:
- Body & Soul
- Jahresrückblick - Heute: Vor 40 Jahren
- Jahresrückblick - Heute: 1997
- Und noch
einzwei Toasts - Zeit klebt am Bild
- Babysitter Boogie

Hach ja… der Roadhouse Blues, ein Klassiker. Shice, das ich zu doof bin, um Bluesharp zu spielen.
Also ich mag den Titel “In the army now” und finde “Last christmas” wirklich hervorragend. Wünschte mir würde mal ein solcher Song einfallen, der jedes Jahr zu Weihnachten dafür sorgt, dass ich gut Geschenke einkaufen kann ;-)
Dann hätte ich gern “Merry Xmas Everybody” geschrieben, Der Song sorgt seit 1973 dafür, das die Ebbe in Noddy Holders Kasse regelmäßig zu Weihnachten einem erkläglichen Tantiemenschwung weicht.
Nicht das ich Parfitt und Rossi den Erfolg vom Army Schlager nicht gönne, aber meine erste Nackenstarre hab’ ich mir mit Songs wie “Roll over lay down” und “Just take me” geholt. Dagegen war der
Lolek & BolekBolland & Bolland Schunkler doch eher ein Nackenschoner.[…] vierzig Jahren auf der Suche nach dem vierten Akkord. Mir haben Status Quo mit drei Akkorden ja immer besser gefallen, aber auch nach dem Facelifting bringen die Jungs um Mike Francis Rossi und Rick Parfitt […]