Gema und suchma “Podcast”

Toll, Webradio leicht gemacht. Die GEMA macht’s möglich. Gesetzt dem Fall man sendet auf bis zu drei URLs, hat nicht mehr als 2700 unique Hörer im Monat, nicht mehr als 9 Kanäle, nicht mehr als bis zu € 430 Einnahmen (netto) pro Monat erzielt und “bei denen jeder dasselbe hört, d. h., die weder interaktiv noch personalisiert sind, noch den Zugriff auf einen bestimmten Song erlauben“. (Webradio FAQ der GEMA). Toll, toll. Einfach online Lizenz ordern, gibt’s zum Schnäppchenpreis von € 30,– pro Monat bis zu € 360,– pro Jahr. Jetzt reden wir aber noch nicht von den Serverkosten für’s Streaming. Ist auch erstmal egal, mich interessiert das Thema Podcast viel mehr als Webradio. Zwar tut der Begriff Podcast ein wenig so als hätte er etwas mit Radio/Broadcast zu tun, aber weit gefehlt.

Webradio ist:

….eine Musikübertragung im Internet, die vom Sender für die Empfänger in Form eines Programms zusammengestellt wird. Jeder Hörer hört zu einer bestimmten Zeit dasselbe.

Kein Webradio ist’s:

… bei Musikübertragungen, die im Ganzen oder in Teilen zum Download angeboten werden

Gut, gut, aber wie ist’s denn nun, wenn’s kein Webradio sondern Podcast ist. Flugs die GEMA Suche bemüht und mit dem Suchbegriff Podcast gefüttert.

Es wurde gesucht nach ‘Podcast’.
Leider wurde kein Dokument gefunden, das Ihren Suchbegriffen entspricht. Bitte versuchen Sie es nochmals mit anderen Suchbegriffen.

Mach ich doch gern, das mit dem anderen Suchbegriff. Ich hab’s mit Narrenvereinigungen probiert. Und siehe da, die GEMA findet die von mir gesuchte Information. Geht doch.

Nachgelesen: Den Anlass zu dieser kleinen GEMA Exkursion (auch wenn’s weder Webradio noch Podcast betraff) lieferte mein Nachbar, der Musikdieb. Und via Nachbarschaft las ich dann auch von einem der kein Problem mit der GEMA hat.

Kommentare

7 Kommentare zu “Gema und suchma “Podcast””

  1. Falk am 20. April 2006 2:06 pm

    Der Tip mit der Narrenvereinigung für Podcaster ist genial :)

    Aber Spass beseite, ich finds auch eher bedenklich, das man nicht eben für Podcaster einen ähnlichen Tarif anbietet, wie er eben für Webradios vorhanden ist. Eine Pauschalvergütung würde hier sicher Wunder wirken und vielen die Unsicherheit nehmen. Aber das wird ähnlich lange dauern, wie damals bei den Webradios, bis man da eine kritische Masse ausmacht, für die sich ein eigener Tarif lohnt. Fördert aber doch derzeit die eher unbekannten Künstler, welche auf Vergütung verzichten, was dann ja auch nicht so ganz verkehrt ist.

  2. Musikdieb am 20. April 2006 2:43 pm

    Im Grunde verschwimmen doch die Grenzen zwischen den unterschiedlichen “Nutzungsformen” im Web. Technisch gesehen kann man sich alle möglichen Formen und Mischformen aus Download und Streaming vorstellen. Podcast ist doch z.B. auch nur ein Download-Angebot, auf welches der Nutzer via RSS schnell Zugriff hat, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Aber was ist z.B. mit Formaten wie http://hype.non-standard.net/. Ist das Radio oder Download oder was?

  3. Boogie am 20. April 2006 3:24 pm

    Hmmm, i don’t really get it, was die Hypemaschiene ist (oder was sie wirklich wollen). Also, so wie ich das sehe werden da Blogs gelistet die was mit mp3 am Hut haben. Und dann gibt’s da einen Flashplayer. Wo nun der Zauber bei diesem “Experiment” liegt, hmmm… richtig schlau werd ich nicht daraus.

    Ich find’s, wie Falk, bedauerlich (und völlig unverständlich) das es keine einfache Tarifregelung für Podcasts gibt. Wobei ich, ehrlichgesagt, 360 Teuro für eine Jahreslizenz Webradio nicht gerade als Schnäppchen bezeichnen würde. Für einen privaten Podcast mit geringer Verbreitung ohne kommerzielle Ausrichtung und Gegenfinanzierung wäre mir das _deutlich_ zu teuer. Ich könnte z.B. gut mit einer Regelung leben, das man jeden gespielten GEMA Song mit An- und/oder Abmoderationsüberschnitt versehen müsste (oder, bei unmoderierten Podcasts, Ein-und/oder Ausfaden), dafür aber höchstens 5 Euro im Monat an die GEMA zahlt. Meinetwegen auch eine Abrechnung pro Song von 30 Cent. Mal so als Idee…

  4. Falk am 20. April 2006 5:02 pm

    Okay, kleiner aus dem Nähkästchen. Auch unser Radio ist weder werbefinanziert, noch hat es einen Sponsor. Allerdings verteilen sich die Kosten dann auf 32 Leute und das machts erträglich. Wir erkaufen uns damit eine enorme Freiheit und entscheiden, was wir tun oder lassen selbst. Es fällt also der “Zwang” weg, Werbekunden nicht zu vergraulen.

    Zu den Tarifen für Podcasts stimm ich dir aber vollkommen zu, das eine Pauschalregelung für unkommerzielle Privatleute deutlich unter dem Tarif für Webradios liegen muss. Man sollte da aber auch nicht vergessen, dass hier eine vollkommen andere Nutzungsform vorliegt, als bei einem Webradio. Klingt meist erstmal unschlüssig - aber eine Download ist nunmal etwas anderes als ein Stream (auch wenn man es streng genommen an gewissen Punkten nicht unterscheiden kann). Aber so Sachen wie pro Stunde Podcast 5 Euro - damit könnte jeder private was anfangen.

    Zur Frage weiter oben: http://hype.non-standard.net/ scheint auf den ersten Blick beides zu sein - sowohl Radio als auch On-Demand, was hier in Deutschland dann wiederum bei der GEMA mit dem On-Demand-Tarif vergütet werden müsste, allerdings darüber hinaus auch noch eine Vergütung in Richtung GVL auslöst.

    Fakt ist allerdings auch, dass hier sowohl die Verantwortlichen der Musikerverbände, viele Labels und dann auch die GEMA und GVL das Thema lange Zeit ignoriert (um nicht zu sagen verschlafen) haben und jetzt erst so langsam aufwachen. Nur ist das ein riesen Apparat, welcher dann noch die einschlägen Gesetze und EU-Richtlinien beim Aufstellen dieser Tarife beachten muss und anderseits immer wieder die MI-Lobbie im Nacken hat. Mein Job wärs nicht muss ich sagen :)

  5. Musikdieb am 20. April 2006 5:16 pm

    Hypemachine ist ein “Mp3 Blog Aggregator“. D.h., es werden die Mp3s aus den gelisteten Blogs neu zusammengestellt und als Playlist angeboten. Die Zusammenstellung geschieht nach Popularität bzw. Beliebtheit bzw. Zugriffszahlen, wenn ich das richtig verstanden habe. So besteht die Möglichkeit, dass man im Netz befindliche Mp3s ohne Unterbrechen und ohne ständiges Surfen anhören kann. Und zwar nicht nur die von EINER Plattform/Label/Was-auch-immer. Oder andersrum: man kann “Radio” hören und falls einem ein Stück gefällt, kann man sich zu der Page, wo es liegt, durchklicken. Ähnlich funktioniert ja Last.fm, nur auf p2p-Basis statt mit im Netz gehosteten Mp3s. Last.fm zahlen wohl sowas wie GEMA-Gebühren und man kann die Stücke nur downloaden, wenn der Rechte-Inhaber das freigegeben hat. Wie Hype-Machine das mit den Lizenzen machen, weiss ich nicht. Ich finde es aber erstaunlich, dass scheinbar einige private Mp3-Blogs dabei sind, die Material online stellen. Es gibt wohl eine “Mp3-Blogger-Szene” in USA, die auch einen gewissen “Ehrenkodex” haben, nämlich z.B. immer auch zur Kaufversion des Musikstückes bei Amazon und Apple zu verlinken. So ganz hab’ ich da aber auch noch nicht durchgeblickt.
    Dann gibt’s noch Indy.tv (habe ich hier beschrieben: http://www.musikdieb.de/?p=25, wäre doch auch was für Cpt. Stubing and the Loveboats!) und wahrscheinlich noch einige ähnliche Ansätze…

    Zum Thema Tarifregelung: ich bin ja nach wie vor der Meinung, das Konzept vom “geistigen Eigentum” an sich stösst im digitalen Zeitalter an seine Grenzen und sollte überdacht werden! Aber klar, da schlecht die Musiker als Einzige auf ihr “geistiges Eigentum” verzichten können, während woanders mit Patenten und Markenrecht Monopole geschaffen und Millionen gescheffelt werden, hätte ich auch nichts gegen ein einfaches, bezahlbares Tarifsystem.

    Manchmal überlege ich, ob es nicht Sinn machen würde, sowas wie die Creative Commons Nicht-Kommerziell-Namensnennung-Weitergabe-unter-gleichen-Bedingungen-Lizenz zum Urheberrecht zu machen. Warum sollte man überhaupt von einem privaten Podcaster Geld verlangen?

  6. marius am 20. April 2006 9:43 pm

    Dass für Podcaster bei GEMA/GVL Material eine gewisse Gebühr fällig wird, sehe ich ein. Immerhin ist es ein klassischer Download, den man weiter verwenden kann. Auch ist es jedem Podcaster frei gestellt, in welcher Qualität(Bitrate) er seine Podcasts auf den Server schiebt.
    Aber genau da könnte die GEMA natürlich ansetzen. Z.B. könnte eine Bedingung sein, dass die Bitrate 96kbps nicht überschreitet und der Song als solcher nicht zu 100 Prozent isoliert werden kann. Sprich, man muss in den Song reinquatschen, oder ihn ausfaden. 50 Cent wäre ich dafür bereit pro Song zu bezahlen. Dann aber unabhängig von der Anzahl der Downloads, die man ohnehin gegenüber der GEMA schwer nachweisen kann, und auf die man keinerlei Einfluß hat.

    Mit dem MotorFM Podcast läuft ja gerade schon etwas in eine ähnliche Richtung. Ich denke hier wird erst mal ein wenig experimentiert, bevor dann eine Regelung getroffen wird. Zumindest ist der Prozess schon mal angestoßen. Ich denke da wird dieses Jahr noch etwas passieren.

    Als nächsten Schritt, müsste dann dringend ein anderer Name für dieses “Medium” gefunden werden, aber das ist eine andere Geschichte.

  7. slidetone.blog » GEMA nach’m Tarif fragen revisited am 26. Mai 2006 6:15 pm

    […] Das Thema Podcast/GEMA hatte ich hier ja auch schon einmal. Das Thema ist in aller Munde, so auch bei Spreeblick Johnny. Wer bisher noch nicht wußte, was die GEMA ist, der möge sich den Spreeblick Podcast 26.05. zu Ohren führen. Johnny gibt den Erklärbär und ich finde: er macht das gut. Und wer nicht hören kann, soll lesen: GEMA Tarife für Podcasts (Spreeblick Johnny) und GEMA, tut sich da was bei Euch (Maingold Marius). Letzterer ist nicht zu verwechseln mit Tut das nicht weh? (Spreeblick Johnny). In dem Zusammenhang soll jedoch nicht unerwähnt bleiben: SM-Club Betreiber sind GEMA pflichtig, das gleiche gilt für Narrenvereinigungen. Und Podcaster? Sollten zumindest in Zukunft eine goldene AMEX Card haben. […]

Na, dann mal los!





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