Fanclub gründen
Heute befragte jemand das Orakel Google “Wie+gründe+ich+einen+Fanclub?“. Also, ich hab’ ja schon einen Fanclub gegründet und wenn ich noch einen gründen würde, dann aktuell einen Cracklin Moth Fanclub. Wer auf Jayhawks, Uncle Tupelo und Ähnliches steht, der höre sich einfach mal Cracklin Moth @ MySpace an. Großartige Band. Und wer meint, das die schon genügend Freunde haben (obwohl so eine großartige Band nie genug Freunde haben kann), der hört sich mal bei Bill K. (aka BILK) um. Bill braucht einen Fanclub:
“Hey I need sum friends… nobody knows I exist!”
Aus einer Mail an das Loveboat @ MySpace
Allein schon für den Song “Speed Monkey” hätte der gute Mann einen Fanclub verdient. Jawohl. Liebe MySpäceler, los, addieren gehen.
Get Rhythm
Wer seinen Beitrag so enden lässt, mit dem folgenden Zitat, der hat es verdient gelesen zu werden. Wer ausserdem noch wissen will, wie es auf dem 10ten OBS Festival war, der muss das sowieso lesen. Führt kein Weg dran vorbei:
“Denkt daran, dass die Vögel des Kummers und der Bedrückung immer über euch fliegen. Dagegen kann man nichts machen. Aber dass sie in euren Haaren Nester bauen und euch ins Gesicht scheißen, das könnt ihr verhindern.”
(Bohren & Der Club Of Gore)
Weiterlesen hier entlang zum Festivalbueschel.
Gestern schrieb ich noch: “Sag nochmal einer, das das Internet schnell sei…“, hingegen ich heute schreibe: “Sag nochmal einer, das Internet sei groß.“. Quatsch. Ist es nicht. Oder um es mit den Worten von Spreeblick Johnny zu sagen: “Meine Güte, langsam glaube ich an diese Theorie, dass sich alle Menschen über 6 andere kennen!”. Zumindest in Klein-Bloggerdorf scheint’s so zu sein. Neuzugang in meinem Blogroll: scream4me aka Ritch der Zeltbauer.
Ungefähr eine halbe Ewigkeit kenn ich Ritch. Es war einmal zu einer Zeit, das eine kleine Punkcoverkapelle einen Bassisten und einen Drummer suchten. Der Sänger schleppte einen Bassisten an, der einen Sechssaiter spielte und trotzdem fantastisch war und so geriet ich in Zugzwang. Es galt einen Schlagzeuger zu finden. Und kenn ich Schlagzeuger? Der eine, den ich kannte, hatte damals keine Lust. Also ging ich ins nahegelegene Jugendzentrum. Dort spielte eine Kapelle namens BabylonIrgendwiewaszwanzig, jedenfalls hatten die eine Sängerin, die war echt toll, aber einen Sänger hatten wir ja schon, also gründete ich mit der Sängerin erst später eine Band, die da hieß Mopeds In New Delhi. Noch später benannte die Sängerin ihre alte Band in Uh Baby Uh um, um dann (noch später) Solo die Welt (und MySpace) als Catharina Boutari zu erobern. Doch zurück zu dem Abend im Trockendock, so der Name des Jugendzentrums. Der Schlagzeuger von BabylonUhBabysomething sollte jedenfalls Trommler bei den Schaffnern werden. So beschloss ich’s, trotz anfänglicher Skepsis, ob jemand mit soviel Trommelzeugsrasselkrams Lieder von den Ramones, Pistols oder Clash trommeln könnte. Die Zweifel verdichteten sich noch, als ich den jungen Mann fragte, ob ihm “Rockaway Beach” oder ähnliche Titel etwas sagen. Sagten ihm nichts, aber dafür konnte er mit Bandnamen von Jazzrockfusionkapellen aufwarten, von denen ich meinen Lebtag nichts gehört hatte (und glücklicherweise weitgehend verschont blieb).
Egal, der erste Gig stand 7 Tage später an und jeder Zweifel wurde schon vor dem Soundcheck im Keim erstickt. Ritch war genau der Richtige für die Schaffner. Hatte er doch sowohl seine Fußmaschiene, als auch seinen Drumhocker vergessen. Damit nach dem Gig nicht noch mehr vergessen wird, nahmen wir ihm gleich auch noch die Tom Toms weg und dann wurde eingezählt… “Teenage Kicks” läutete 45 Minuten Punkrockklassiker, verteilt auf 2,5 Stunden Spielzeit, ein. Es folgte noch so manch spaßiger Gig und geprobt wurde nie wieder. Mußte auch nicht sein. Ritch trommelte ein dermassen überzeugendes Fratzengeballer, das es die helle Freude war. Ausserdem war er der Groupiemagnet der Band und alsbald stand sein Minimaldrumkit direkt am Bühnenrand. Bei dem einen oder anderen Gig wurde Tom Robinsons “2-4-6-8 Motorways” als Zugabe gegeben und als Zugabe zur Zugabe gab’s einen Gastgitarristen, den wir uns bei Hamburgs Metalkürbissen ausliehen. Die wiederum revanchierten sich, indem sie sich unseren Ritch 1993 für eine Tour durch Japan ausliehen…
Seit gestern hat Ritch seine Zelte kleine Bloghütte im Land der Grachten und ich hab’ mich gefreut als ich heute morgen in meinem Wordpress Dashboard einen Link von scream4me fand.
The Hidden Balkoncast No.1.5
Wer kennt sie nicht, die sogenannten Hidden Tracks auf einer CD? Sowas gibt es jetzt auch als Podcast. Cpt.Stubing & the Loveboats präsentiert den ersten Hidden Podcast. Hidden Podcast, weil man diesen Podcast nicht direkt über altdotcountry.podspot.de erreichen kann. Toll, oder?
Egal, diesmal gibt’s ein echtes Cowboy Thema, ein Musikrätsel und Livemusik. Aufgenommen wurde, wie schon der erste Captains Lounge Balkoncast, in der Captains Lounge, nur nicht auf dem Balkon und glaubt ja nicht, das es jetzt jeden Tag einen Podcast gibt. Der nächste kommt frühestens in einer Woche. Das der zweite Podcast so schnell in Folge kommt, liegt nur daran, das wir den am Sonntag gleich mitaufgenommen haben. Sonntag. Und heute ist Dienstag. Da sag mal einer, das das Internet schnell ist.
Podcast revisited und Danke sagen
Nachdem gestern der erste Captains Lounge Balkoncast online ging, stellte sich die Frage: “Wie in Wordpress einbauen?“. Gastieren tut unser Podcast bei podhost.de und die bieten einen Weblog, basierend auf Loudblog, an. Haben wir jetzt natürlich auch: altdotcountry.podspot.de. Tolle Sache das. 30 MB Podcastplatz monatlich. Bisher auch noch kostenfrei und ohne Werbung. Gutes Ding da, was da unter dem Podcastportal podster.de passiert. Das Loveboat sagt Danke. Dank geht auch an Dirk Darmstaedter, weil ich über seinen Podcast das erstemal auf podster.de aufmerksam wurde. Und damit geht der Danksagungskelch gleich weiter an den Kabinenmann aka Robbie Williams der Captain. Ohne ihn wäre ich a) nicht auf Dirk gestoßen (obwohl ich ja beinahe mal bei den Jeremy Days… aber das ist eine andere Geschichte) und b) ist der Balkoncast ohne den Captain gar nicht möglich gewesen.
Gut, gut, zurück zur Ausgangsfrage: “Wie krieg ich den Balkoncast in meine kleine Bloghütte?“. Die einfachste Lösung wäre ein Downloadlink. Schließlich ist so ein Podcast erstmal nix anderes als ein mp3 File. Aber irgendwie war mir nach einer “Mehr Radio Feel”-Lösung. Auf’n Knopf klicken und los geht’s. Gesehen hatte ich sowas beim Poodlepop, dessen gelunges Audiodichtkunstkleinod “Unsympatische Völker Vol.3” ich hiermit dankbar weiterempfehlen möchte. Jedenfalls hat Poodlepop den Player, ein kleines Flash PlugIn für Wordpress, der mir auf Anhieb bestens gefiel. Also Quelltext durchforstet und 1pixelout gefunden. Selbst eine ausgefuchste Technikbanane, wie ich es nun mal bin, kommt mit dem Audio Player Wordpress PlugIn zurecht. Das ganze wird auf der 1pixelout Seite bestens erklärt. Danke. Und weil mir das Abspiel-Dingens so gut gefällt (obwohl ich sonst eher der Flash Skeptiker bin), hab’ ich meine bisherigen Audio/mp3 Beiträge ebenso mit dem Player versehen. Nur beim ersten Beitrag ging das nicht. Das Soundfile ist nämlich Mono und seltsamst kodiert. Was nicht weiter wundert, weil die Aufnahme aus einer Zeit stammt, wo die Bits und Bytes noch auf Dinosauriern durchs Modem ritten und ich mit einer vorsintflutlichen Kamera Software aus der MiniDisk Aufnahme ein mp2 File strickte. Danke liebe Technik.
Last but not least geht der Danksagungskelch und ein Strauß Tulpen ans Haarbueschel. Für’s inspirieren und überhaupt. Aber hört selbst.
Nachgetragen: Natürlich gibt’s auch noch die kleine Podcastinspirationsehrennadel für Spreeblick Johnnys GEMA Erklärbär Podcast.
Captains Lounge Balkoncast No.1
Es ist soweit, der erste Captains Lounge Balkoncast ist fertig. Aufgenommen auf des Captains Balkon und in der Captains Recording Lounge, in Überlänge (aus den anvisierten 5 Minuten + ein Song würde alles in allem eine Viertelstunde Podcast). Natürlich hatten wir uns das alles viel leichter vorgestellt. Bei Kaffee, Kuchen, Sonntagnachmittags Sonne, gemütlich auf dem Balkon des Captains und dann kam alles ganz anders. Es wurde Abend, entsprechend schattig die Temperaturen, der geplante Mandelkuchen wurde durch Windbeutel ersetzt und wir saßen völlig unvorbereitet vor dem Mikrofon. Eine kurzfristig einberufene Redaktionssitzung entwarf folgenden Plan:
Intro/Outro Melodie “I’ve got you finally listening (but I ain’t got nothing to say)” a) weil GEMA frei und b) weil’s von uns ist und c) einfach passt.
Content: Der Captain und ich reden einfach planlos drauf los. Ohne Rücksicht auf Verluste, die Zeit läuft und wird auf eine Zigarettenlänge festgelegt. Die technische Umsetzung des Zeitrahmens gestaltet sich später als schwierig, da Peter schlicht schneller raucht, wir aber trotzdem auf 11 Minuten garantiert contentfreien Redebeitrag kommen.
Song: Aufgenommen haben wir am Sonntagabend ca. 25 Titel. Davon fielen aber schon mal gut ein Drittel heraus, weil abgebrochen. Text weg, Tonart futsch, Solo in die Tonne getreten… das übliche halt. Blieb aber immer noch ein unüberschaubarer Haufen Melodien und so hab’ ich mich spontan dazu entschlossen einen besonders langsamen Titel auszuwählen. Passt halt zu den 11 Minuten davor und wer bis dahin eingeschlafen ist oder weggeklickt hat, hat halt selbst schuld. Soviel sei verraten: es handelt sich um einen langsamen Walzer und wenn mich nicht alles täuscht, wird in diesem Song kräftig gestorben. Ein echter Cpt.Stubing & the Loveboats Klassiker.
Technisch hat mich unser erster Podcast schon mal Rand des Wahnsinns gezerrt. Nachdem sich der Aufnahmepegel als zu niedrig herausstellte (und beide Sprecher nuscheln), hab’ ich die Aufnahme nochmal durch Rechner gejagt, willenlos den Pegel hochgeschraubt und schlußendlich als “der Rest versendet sich” durchgehen lassen. Es zerrt, rauscht und brummt, das es eine helle Freude ist, aber der nächste Podcast ist schon fertig und der wird auch nicht viel anders klingen. Soviel sei aber schon mal verraten: es wird ein Hidden Podcast mit Musikrätsel sein und kürzer ist er auch. Aber ab dem dritten Teil nuscheln wir weniger. Versprochen. Stay tuned.
Der Captains Lounge Balkoncast gastiert bei podhost.de. Audio PlugIn by 1pixelout. Wer abonnieren möchte oder das RSS Dingsbums sucht, der klicke: altdotcountry.podspot.de. Das Loveboat würde sich einen Tourbus von Opel sponsorn lassen und empfiehlt den Bueschelcast.
Mach’s dir doch selbst revisited
Heute morgen, beim Bäcker googeln erwischt: “Wechselbass+und+Tabulatur“. Hat da etwa ein Bassist gesucht? Das Loveboat sucht dich. Apropos Loveboats, suchen und selbstmachen: heute ist es soweit, der Captain und ich können der Versuchung digitaler Medien nicht mehr widerstehen und darum ist heute der Tag, an dem der erste Captains Lounge Balkoncast produziert wird. Angeregt durch den ersten Bueschelcast und inspiriert durch die Diskussionen im Spreeblick, hier und dort, werden wir heute, dem Sturm (und der GEMA) trotzend, auf des Captains Balkon, bei verspätetem französischen Frühstück und lecker Kuchen, unseren ersten Podcast vorbereiten.
Bis es soweit ist, schalten wir zurück nach Beverungen, zum 10. OBS Festival und lesen, hören und sehen hier, hier, hier und last but not least nochmal hier. Wir geben zurück, an die angeschlossenen Funkhäuser.
Mach’s dir doch selbst
Da soll nochmal jemand sagen, Internet macht passiv und Computer sind sowieso das Ende der handgemachten Musik. Alles Quatsch. Die jungen Leute wollen gar nicht passiv vor der Kiste hocken und Klingeltöne tauschen. Nein, selbstmachen ist wieder angesagt. Gitarre statt Tauschbörse. Jedenfalls deuten die Suchanfragen, die Google in meine kleine Bloghütte spült, darauf hin. Und ich bin da nicht allein. Zur Zeit ganz oben in den Suchanfragen: “texas lightning+tabs“, “lordi+akkorde“, “walk+the+line+tabulatur“, aber auch “okkervil river akkorde“…
Aber, Kinder, nicht Zuhause nachmachen. a) es gibt schon genug Coverversionen von “Stairway To Heaven” und b) ist das mit den Tabulaturen eh nicht ganz koscher (mehr dazu beim diebischen Nachbarn). Und überhaupt, meine Lieblingsgooglesuchanfrage der letzten Tage war: “ich will bäcker werden, ist das eine gute idee?“
GEMA nach’m Tarif fragen revisited
Das Thema Podcast/GEMA hatte ich hier ja auch schon einmal. Das Thema ist in aller Munde, so auch bei Spreeblick Johnny. Wer bisher noch nicht wußte, was die GEMA ist, der möge sich den Spreeblick Podcast vom 26.05. zu Ohren führen. Johnny gibt den Erklärbär und ich finde: er macht das gut. Und wer nicht hören kann, soll lesen: GEMA Tarife für Podcasts (Spreeblick Johnny) und GEMA, tut sich da was bei Euch? (Maingold Marius) Letzterer ist nicht zu verwechseln mit Tut das nicht weh? (Spreeblick Johnny). In dem Zusammenhang soll jedoch nicht unerwähnt bleiben: SM-Club Betreiber sind GEMA pflichtig, das gleiche gilt für Narrenvereinigungen. Und Podcaster? Sollten in Zukunft zumindest eine goldene AMEX Card haben.
The Beast In Me revisited
Ich bin durch. Durch Doblers “Johnny Cash - The Beast In Me“. Und wie ich es schon nach den ersten zwei Kapiteln vermutet habe: es ist ein großartiges Buch. Punkt. Kapitel IX - “Rhythm and Cocaine Blues” - tut dem auch keinen Abbruch. Man muß es nicht zwingend mögen um dieses Buch ohne Bedenken weiterzuempfehlen. Franz Dobler schreibt selbst im Vorwort, das er für “Rhythm and Cocaine Blues” kritisiert wurde und kontert: “Ich war hier der Textchef … (…) … Der Autor kann allerdings bestätigen, dass der Textchef schon Fehler gemacht hat. Jedoch nicht in diesem Fall“. Recht hat er. Unrecht jedoch, wenn er schreibt, das er der Cash-Literatur nur eine einzige Neuheit hinzufügen konnte (nämlich den Ortsnamen Groß Kitzighofen). Nein, Franz Dobler fügt der Cash-Literatur einen ganz persönlichen Blickwinkel hinzu, eine eigene Note ohne andauernde Selbstreferenz und doch unmißverständlich Dobler-sieht-Cash.
Got on my dead man’s suit and my smilin’ skull ring
My lucky graveyard boots and song to sing
I got a song to sing, keep me out of the cold
And I’ll meet you further on up the road.“Further On (Up The Road) - Bruce Springsteen
Am 4. Juli erscheint “American V - A Hundred Highways“. (billboard.com)
Mütter kommentieren Musik zum Vatertag
Heute, früh morgens, “No Direction Home” im WDR, meine Herzallerliebste: “Der singt doch wie Donald Duck“. Gerade als erklärt wurde warum Pete Seeger Bob Dylan das Kabel kappen wollte. Papa Seeger’s Hörgerät war Schuld.
Charles Seeger konnte zwar schlecht hören, dafür hatte er einen scharfen Blick für die Vergangenheit und Zukunft der Musik: “Plagiarism is the basis of all culture.”
Bob Dylan: “Play it fuckin’ loud.“
The River In Reverse
1976 - The Band spielt das Konzert, das 1978 ins Kino kommen sollte. The Last Waltz. Damals Klein Boogie, Baujahr 1964, gerade mal 12 Jahre jung, als The Band sich (für’s erste) mit diesem denkwürdigen Auftritt verabschiedete. Im Kino, mit 14, nur eine sehr seltsame Ahnung von dem was Country ist. Am nächsten kam dem Ronnie Hawkins, dessen Begleitband The Band einst als The Hawks unterwegs war, noch bevor ich geboren war. Ronnie Hawkins jedenfalls trug einen verwegen Cowboyhut und sah recht gefährlich aus.
I walk 47 miles of barbed wire,
I use a cobra-snake for a necktie,
I got a brand new house by the roadside,
Made outta rattlesnake hide.
“Who do you love?” Bloss keine falsche Antwort geben. Der Mann hatte es mit Klapperschlangen und ausserdem war er dereinst selbst Begleitmusiker. Für Carl Perkins. Und der war schließlich ein Weggefährte von Johnny Cash. Geschrieben hatte “Who do you love?” Bo Diddley. Bo Diddley hat auch einen Cowboyhut, aber richtig bekannt wurde sein Groove durch einen Mann mit Hornbrille: Buddy Holly. Sein Bassist, Waylon Jennings, später auch ein Freund von Johnny Cash. Der Mann mit der Hornbrille stirbt bei einem tragischen Flugzeugabsturz, Bo Diddley tritt als erster Schwarzer in der Ed Sullivan Show auf und noch später als Support für The Clash und die Rolling Stones.
1978 - The Last Waltz im Kino, die Rolling Stones veröffentlichen “Some Girls“. Der Song “Far Away Eyes” fesselt mich. Eine erste echte Ahnung von dem was Country sein kann. Punk ist gerade mal 2 Jahre alt. Jedenfalls in England. Ein Jahr vor “Some Girls” sang Joe Strummer: “No Elvis, Beatles or Rolling Stones” (”1977“). Noch 3 Jahre sollte es dauern, bis ein anderer Mann mit Hornbrille sein erstes Country Album aufnimmt. “Almost Blue“.
I was driving home early sunday morning through Bakersfield
Listening to gospel music on the colored radio station
“Far Away Eyes” war nicht der erste Country Song der Stones, aber sicher eins der informiertesten (um diesen Ausdruck einmal benutzen zu können, sei er an dieser Stelle erlaubt). “Sticky Fingers“, obwohl bereits 1971 erschien, und damit auch Gram Parsons entdeckte ich erst viel später.
Zeitsprung, heute, kürzlich und nochmal 1978. Vor kurzem las ich in einem Interview mit Elvis Costello (der Mann mit der Hornbrille, der 1981 sein erstes Country Album aufnahm), das er “Rock Of Ages” von The Band für das beste Livealbum aller Zeiten hält. Unzweifelhaft ein Mann mit großartigem Geschmack. “This Year’s Model“, mein ewig erstes von fünf Alben, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde, wurde 2003 vom Rolling Stone Magazine in der Liste der 500 größten Platten aller Zeiten auf Platz 98 gelistet. The Band taucht mit “Music From Big Pink” auf Platz 34 auf. Dann auf Platz 45 mit “The Band“, Platz 291 “The Basement Tapes“… okay, kurz zurück zu “This Year’s Model“. Produziert wurde die Scheibe von Nick Lowe. Ein Jahr später heiratet er Carlene Carter, Stieftochter von, und damit schließt sich der Country Kreis, Johnny Cash (”American Recordings” landet in der Rolling Stone Magazine Liste übrigens auf Platz 364. “At Folsom Prison” auf 88, The Clash mit “The Clash” auf 77 und mit “London Calling “auf 8. Cash und Strummer, da gehört auch Bob Marley auf die Liste: “Legend” belegt Platz 46). Wo wollte ich eigentlich hin? The Band, Cash, Strummer, Marley… ahhh, Elvis Costello.
Das viele Kreise sich bei Johnny Cash schließen (auch Elvis Costello schrieb einen Song für Cash) war klar. Das Joe Strummer der Pubrock Szene entsprang, die wiederum mit Stiff Records ein Label hatte, das Pub und Punk weiträumig umspannte u.a. auch den jungen Elvis Costello unter Vertrag hatte und diesen mit Pubrock Legende Nick Lowe zusammenbrachte, das alles ist Geschichte. So wie auch der Tag im Jahre 2003, als The Clash in die Rock’n'Roll Hall of Fame aufgenommen wurden. 11 Jahre nach Johnny Cash. Joe Strummer erlebte es nicht mehr. Elvis Costello sang “Londons Calling“, zu Ehren von Joe Strummer auf den Grammy Awards 2003. Mit ihm sang Bruce Springsteen und Dave Grohl.Ein Grammy ging 2003 an Johnny Cash. Für das Video zu “Hurt“. Joe Strummers letztes Album, “Streetcore“, erscheint posthum im Herbst 2003. Das Duett mit Johnny Cash, ein Cover von Bob Marleys “Redemption Song” wird erst auf dem Johnny Cash Boxset “Unearthed” veröffentlicht. “Long Shadows“, Joe Strummers Song für Johnny Cash erscheint jedoch auf der “Streetcore“. Die Single “Coma Girl” (einer meiner Alltime Favorite Songs) kommt u.a. mit einer Liveversion des Reggaeklassikers “The Harder They Come” und dem Skahit “A Message To You, Rudy“. Letzteren Song konnte man auf dem Debüt der Specials finden. Produziert 1979 von Elvis Costello. Überhaupt verband Elvis Costello und Joe Strummer (als auch Urgestein Keith Richards, der später von einer Palme fallen sollte) die Liebe zum Offbeat. Und der König des Offbeats war nun einmal Bob Marley und damit ist auch dieser Kreis geschlossen.
Wenn ich jetzt noch erwähne, das Bob Dylan heute 65 wird, dann endet dieser Beitrag nie. Darum last but not least die Kurve zurück zu Elvis Costello, der ja “Rock Of Ages“…. ach, das erwähnte ich schon. Und das The Band nicht nur Ronnie Hawkins begleiteten, sondern auch und vor allem Bob Dylan? Das Finale von “The Last Waltz“, alles was Rang und Namen hat versammelte sich um Bob Dylan. Unter ihnen auch Swamp Ikone Dr.John. New Orleans was in the house. “The Last Waltz” fand in San Francisco statt. Die Stadt, die 1906 durch ein Erdbeben fast von der Landkarte getilgt wurde. Die Stadt, die Ende der Sechziger die Hochburg der Hippies war. Nick Lowe schrieb: “What’s so funny about peace love and understanding?” und Elvis Costello hatte damit einen kleinen Hit. Doch zurück nach San Francisco, “The Last Waltz“. Spätestens mit “Live is a Carneval” wurde New Orleans beschworen und dann Dr.John, the Night Tripper, mit “Such a Night“. San Francisco/Erdbeben 1906 und New Orleans/Hurrikan Katrina 2005. “Live is a carneval“, Karneval/Auferstehung und (letzter Zeitsprung) die Grammy Abschlußveranstaltung 2006: “We Can Can” mit Dr.John, Irma Thomas, Bonnie Raitt, The Edge und Allen Toussaint. Mit eben diesem Allen Toussaint, eine New Orleans Legende wie Dr.John, nahm Elvis Costello sein neues Album “The River In Reverse” auf. Leider funktionieren (zumindest bei mir auf dem Mac) die Song Samples nicht und darum sei zum reinhören der Blog von “Keep the Coffee coming” empfohlen. Ich hab’ die Scheibe gestern vorbestellt. Ab dem 2.6. soll sie lieferbar sein.
Nachträglich: Nicht nur His Bobness feiert heute Wiegenfest. Auch Rosanne Cash feiert ihren 51sten. Happy Birthday. May the circle be unbroken…
Nachträglich revisited: Die Rückseite der Reeperbahn mit einem Cash/Dylan Song von 1969 und Poodlebob’s Rückschau ab 1975.
Opel Gang mit Grantie
Eigentlich finde ich die Bleiwüsten, die gerade zu Opelgate losgetreten werden, eher unlustig bis wenig unterhaltsam. Doch über dieses kleine Fundstück, das ich beim Querlesen durch das Thema fand, hab’ ich mich gefreut:

Screenshot lumma.de Leider spuckt die Google Werbung keine grantiege Autopolitur aus.
Notizblog No.6
Ich sinniere ja schon eine Weile zum Thema Podcast in meiner kleinen Bloghütte herum (und komme da einfach nicht aus dem Quark, wie Großmuttern immer zu sagen pflegte). Unlängst gab’s aber mal wieder einen Tulpe Stein des Anstosses, der erste (und hoffentlich nicht letzte) Bueschelcast. Ausserdem immer wieder gern gehört (vor allem als akustische Untermalung zur Zwergenfütterung bestens geeignet): die Spreeblick Podcasts. Von den drei Ideen, die ich hier schon mal angedacht hatte, favorisiere ich momentan die Zweite. Einen Podcast zusammen mit dem Traumschiff-Kabinenmann, als Aufzeichnung unserer Balkongespräche. Idee ist erstmal notiert. Mal schauen was der Captain sagt.
Nachgereicht…
Völlig übersehen hatte ich den 25. Todestag von Bob Marley. Er starb am 11.Mai 1981. Für mich ein Musiker, der in eine Reihe mit Elvis, Johnny Cash, Joe Strummer und John Lennon gehört. Trotz seines diffusen Frauenbilds. Apropos Frauenbild, wenn auch nicht diffus: die erfolgreichste Popkünstlerin aller Zeiten feierte vor 2 Tagen ihren 26 60. Geburtstag. Gratulation, Cher. Wesentlich älter aussehend, nicht ganz so erfolgreich, aber heute Geburtstag: Morrissey. 47. Ist ja heute kein Alter mehr für eine Popikone. Gratulation.


