Get Rhythm
Wer seinen Beitrag so enden lässt, mit dem folgenden Zitat, der hat es verdient gelesen zu werden. Wer ausserdem noch wissen will, wie es auf dem 10ten OBS Festival war, der muss das sowieso lesen. Führt kein Weg dran vorbei:
“Denkt daran, dass die Vögel des Kummers und der Bedrückung immer über euch fliegen. Dagegen kann man nichts machen. Aber dass sie in euren Haaren Nester bauen und euch ins Gesicht scheißen, das könnt ihr verhindern.”
(Bohren & Der Club Of Gore)
Weiterlesen hier entlang zum Festivalbueschel.
Gestern schrieb ich noch: “Sag nochmal einer, das das Internet schnell sei…“, hingegen ich heute schreibe: “Sag nochmal einer, das Internet sei groß.“. Quatsch. Ist es nicht. Oder um es mit den Worten von Spreeblick Johnny zu sagen: “Meine Güte, langsam glaube ich an diese Theorie, dass sich alle Menschen über 6 andere kennen!”. Zumindest in Klein-Bloggerdorf scheint’s so zu sein. Neuzugang in meinem Blogroll: scream4me aka Ritch der Zeltbauer.
Ungefähr eine halbe Ewigkeit kenn ich Ritch. Es war einmal zu einer Zeit, das eine kleine Punkcoverkapelle einen Bassisten und einen Drummer suchten. Der Sänger schleppte einen Bassisten an, der einen Sechssaiter spielte und trotzdem fantastisch war und so geriet ich in Zugzwang. Es galt einen Schlagzeuger zu finden. Und kenn ich Schlagzeuger? Der eine, den ich kannte, hatte damals keine Lust. Also ging ich ins nahegelegene Jugendzentrum. Dort spielte eine Kapelle namens BabylonIrgendwiewaszwanzig, jedenfalls hatten die eine Sängerin, die war echt toll, aber einen Sänger hatten wir ja schon, also gründete ich mit der Sängerin erst später eine Band, die da hieß Mopeds In New Delhi. Noch später benannte die Sängerin ihre alte Band in Uh Baby Uh um, um dann (noch später) Solo die Welt (und MySpace) als Catharina Boutari zu erobern. Doch zurück zu dem Abend im Trockendock, so der Name des Jugendzentrums. Der Schlagzeuger von BabylonUhBabysomething sollte jedenfalls Trommler bei den Schaffnern werden. So beschloss ich’s, trotz anfänglicher Skepsis, ob jemand mit soviel Trommelzeugsrasselkrams Lieder von den Ramones, Pistols oder Clash trommeln könnte. Die Zweifel verdichteten sich noch, als ich den jungen Mann fragte, ob ihm “Rockaway Beach” oder ähnliche Titel etwas sagen. Sagten ihm nichts, aber dafür konnte er mit Bandnamen von Jazzrockfusionkapellen aufwarten, von denen ich meinen Lebtag nichts gehört hatte (und glücklicherweise weitgehend verschont blieb).
Egal, der erste Gig stand 7 Tage später an und jeder Zweifel wurde schon vor dem Soundcheck im Keim erstickt. Ritch war genau der Richtige für die Schaffner. Hatte er doch sowohl seine Fußmaschiene, als auch seinen Drumhocker vergessen. Damit nach dem Gig nicht noch mehr vergessen wird, nahmen wir ihm gleich auch noch die Tom Toms weg und dann wurde eingezählt… “Teenage Kicks” läutete 45 Minuten Punkrockklassiker, verteilt auf 2,5 Stunden Spielzeit, ein. Es folgte noch so manch spaßiger Gig und geprobt wurde nie wieder. Mußte auch nicht sein. Ritch trommelte ein dermassen überzeugendes Fratzengeballer, das es die helle Freude war. Ausserdem war er der Groupiemagnet der Band und alsbald stand sein Minimaldrumkit direkt am Bühnenrand. Bei dem einen oder anderen Gig wurde Tom Robinsons “2-4-6-8 Motorways” als Zugabe gegeben und als Zugabe zur Zugabe gab’s einen Gastgitarristen, den wir uns bei Hamburgs Metalkürbissen ausliehen. Die wiederum revanchierten sich, indem sie sich unseren Ritch 1993 für eine Tour durch Japan ausliehen…
Seit gestern hat Ritch seine Zelte kleine Bloghütte im Land der Grachten und ich hab’ mich gefreut als ich heute morgen in meinem Wordpress Dashboard einen Link von scream4me fand.
Kommentare
Na, dann mal los!
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So oder so ähnlich schrieb ich bereits:
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