Beischlafmusik aufgestockt

Ich hab’s mir ja selbst aufgesackt, dieses verfickte Stöckchen. Erst wird man monatelang verschont, dann steckt man sich einmal beim Stöckchenbueschel an und, schwups, ist man selbst als virulenter Stöckchenüberträger unterwegs. Himmiedieziege. Aber was soll’s, bis jetzt haben mir Herr Nap, der Knappe mit den 3 Fragezeichen und der zwergenhütende Nachbar das Stöckchen zurück an den Kopf geworfen. Da muss ich wohl jetzt durch. Also, Augen zu, Luft anhalten und los:

Die Top 3 Suchbegriffe die in meine Bloghütte führen:
1) mp3
2) Nacktbaden
3) Kulle Dziuk
Zumindest sind das die drei Suchbegriffe, die mir in den letzten Monaten am meisten aufgefallen sind. Ich wußte nicht, das Dannys Bruder so oft gesucht wird. Ok, gute Schlagzeuger werden immer gesucht und vielleicht kennt er ja auch gute Geheimtipps in Sachen Nacktbaden. Fragen kann man ja mal, z.B. am 30.06. und 01.07. im Quasimodo. Da kann man Kulle auch ganz ohne Google finden.

Die Top 3 Golf- und/oder Nacktbadeplätze:
1) Vor der Haustür (das war zumindest der beste Parkplatz für meinen alten Golf II)
2) Herr Naps Badewanne
3) Des Knappen Kullas Badewanne.
Statistisch betrachtet liegen die beiden Badewannen ganz weit vorn, aber das Stöckchen ist ja noch warm und da kann sich noch einiges ändern

Die Top 3 Beischlafmusiken:
1) Marc Ribot - Los Cubanos Postizos
2) Latin Playboys - Latin Playboys
3) Portishead - Live at the N.Y. Rosebud

Die Top 3 Beischlafmusik beim erstenmal:
1) Styxx - Boat on the river
2) Barry Manilow - Mandy
3) Stiff Little Fingers - Fly the flag
Die letzten beiden sind in der Reihenfolge nicht mehr rekonstruierbar, dafür ist’s ein bisken lange her, aber ich meine mich zu erinnern, das ich nach der Nummer mit Barry Manilow, also die Freundin die dabei Barry Manilow auflegte, eben diese wechselte und zur nächsten meine Stiff Little Fingers LP mitnahm.

Und damit das Stöckchen nicht epidemisch wird, werf’ ich es jetzt Johnny an den Kopf. Und sollte er es, wider Erwarten und Sommerloch, doch aufnehmen, dann wirft er es hoffentlich dem Stöckchenachtlosliegenlassbueschel um die Ohren. Auf der anderen Seite sollte man so einen Quatsch2.0 eigentlich anprangern und unterbinden. Wäre also nicht schlimm wenn er das Stöckchen liegenläßt. Stöckchen ist eh wie Katzencontent. Und Katzencontent ist… aber halt, da war doch kürzlich auch was im Spreeblick? Okay, Johnny, das Stöckchen hast du dir selbst eingebrockt.

Jazz ist keine gute Fickmusik

Kein FKK GolfplatzGestern fand jemand aus dem Institut, das das mp3 Format erfand, den Weg via Google und dem Suchbegriff “Nacktbilder” zu mir. Nicht besonders originel, aber immerhin nicht über den Topsuchbegriff “mp3“. Wenn ich den Suchmaschinen Glauben schenken darf, dann führt allerdings momentan vor allem die Suche nach dem Begriff “Nacktbaden” hier her. Nach “Golfplätzen” wurde hier jedoch noch nicht gesucht, aber Nacktbaden auf Golfplätzen scheint ja auch eine gefährliche Angelegenheit zu sein, wenn man diesem Schild glauben darf.

Wobei der Begriff “Nacktbaden” in meiner Bloghütte zu dem Beitrag “Nacktbaden im Sommerloch” führt und der wiederum beschäftigt sich mit dem großen Blogosphärenverschwörungstheoretiker Rainer M. aus der Blogbar, den ich nicht verlinke um mir nicht wieder den Ruf eines Trackbackspammers einzuhandeln. Reicht’s doch, wenn ich mich dazu bekenne auch eine Klickhure zu sein. Und ein Verschwörungstheoretiker bin ich natürlich auch. Beim Geheimbund der erfolglosen Liebesboten ist’s nachzulesen. Und damit spannt sich auch der dramaturgische Bogen zurück zum Titel dieses Beitrags. Cpt.Stubing & the Loveboats, meine kleine altpunktkauntry Kapelle, ist ja nun auch alles andere als eine Jazz Kapelle. Und erfolglos obendrein. Noch. Und Jazz ist nunmal keine gute Fickmusik, so sangen es einst die Angefahrenen Schulkinder und die waren immerhin erfolgreicher als das Loveboat bis dato. Gut, sie wurden auch von Tennisvater Graf mit einem Prozess überzogen, den sie erfolgreich verloren. Kein Wunder, das die Abgemahnten Angefahrenen Schulkinder keine Reichtümer anhäufen konnten und sich, neben guten Fickmusik, auch als Schauspieler in hochklassigen Gerichtsdokumentationsfilmen verdingen, so z.B. spielte Heaven, der auch schon Stadionsprecher in Osnabrück war, den Saunalandschaftsbesitzer Jorik in der RTL Doku “Das Jugendgericht“. Aber auch in der hochkarätig besetzten Action Thriller Polizeiermittler SAT1 Reihe “Niedrig und Kuhnt” konnte er schon als Bösewicht und Sektenguru oscarreif brillieren. Ausserdem hat er auch schon mal gesessen. 1988 kurzzeitig in Wiesbaden inhaftiert, wegen Verbreitung groben Unfugs und 2000 in der ersten Reihe im Erdbeerblau in Osnabrück. Der Einzige der saß, der Rest des Publikums verfolgte meinen ersten Auftritt mit Cliff Barnes & the Fear of Winning stehend.

Gut, auf Umwegen über Osnabrück, zurück zum Titel. Der fiel mir wieder ein als ich beim groovenden Nachbarn ein YouTube Video von Marc Ribot fand. Genau dieser Gitarrist straft den Titel dieses Beitrags, bezüglich der Beischlafqualität von Jazzmusik, Lügen. Die “Los Cubanos Postizos” von Marc Ribot, der noch nie beim “Jugendgericht” auftrat, dafür aber u.a. mit Elvis Costello, Tom Waits und den Lounge Lizzards, ist extremst gute Fickmusik und (!) Jazz. Die zweitbeste Fickmusik ist allerdings nur sehr entfernt (auch) Jazz. Nein, eigentlich ist sie völlig Jazzfrei, auch wenn David Hidalgo von den Los Lobos auch jazzen könnte, wenn er wollte. Sein Sideproject Latin Playboys hat auf dem gleichnamigen Debüt jedenfalls auch verfickt gute Musik gemacht. Und ich weiß wovon ich spreche. Meine Begleitmusik zum ersten Beischlaf war “Boat on the River” von Styxx. Keine Frage, meinen ersten Orgasmus mußte ich vortäuschen und sowas prägt. Na gut, wenn ich überlege, was ansonsten in ihrem Plattenschrank an Alternativen stand, dann kann ich mich fast glücklich schätzen das sie nicht zu Barry Manilow gegriffen hat. Allerdings standen da auch noch “Year of the Cat” und “Crime of the Century“, und in ihrer Elterns Plattenschrank hätte es auch Jazz gegeben. Chris Barbers Marrytale Dixiedingsbums oder wie die auch hießen. Aber das war definitiv keine gute Fickmusik.

Hab’ doch keine Zeit

Vor ein, zwei, drei Tagen hab’ ich noch das Gegenteil behauptet. Egal, was kümmert einen das Gerede von vor-, vor-, vorgestern? Dank der neuen Unübersichtlichkeit meiner kleinen Bloghütte schaut eh niemand ins Archiv. Aber wer hat schon die Zeit? Zeit ist Geld, das ich weder vor noch nach dem letzten Brief meines Vermieters hatte oder habe. Kann man eigentlich auch in den Mieterschutzverein eintreten und sich dann in Sachen beraten lassen, die vor dem Eintritt stattfanden? Gleich mal die Suchmaschine anwerfen.

Apropos Geld, das Loveboat hat am Sonntag weder Kosten noch Mühen gescheut den längst fälligen Balkoncast ausfallen zu lassen. Dafür haben wir Songperlen ausgegraben, verschüttet Geglaubtes aus alten Setlisten, dafür würden wir, wenn wir Travis wären, mit mindestens einer Goldenen entlohnt. Vielleicht sollten wir es doch mal mit einem Affenvideo am Polarkreis probieren, gut ausgeleuchtet im Sonnenlicht und dann bei MySpace fett abräumen? Das wiederum würde meine Geldsorgen mit einem Schlag… aber genug gejammert (für heute), schließlich hab’ ich keine Zeit.

Ich hab’ ja Zeit…

202340681 Stunden, das dürften so ziemlich genau 8430861,71 Tage sein und das wiederum, mal so eben überschlagen, ergibt knapp 23100 Jahre. Nicht so schlecht, wenn man den Zeit hätte, die man natürlich nicht hat. Deutlich weniger Zeit nimmt es in Anspruch, diesen lesenswerten Blogbeitrag zu lesen. Ich hätte zwar nicht gedacht, das mal eine Zeit kommt, wo ich einen Myblog Beitrag verlinke, aber die Zeiten ändern sich. Und schließlich habe ich die Zeit. Bleibt mir ja gar nichts anderes übrig, als zu warten und zu warten und zu warten und zu warten…

Warten auf...
Da geht mir dieser Kommentar aus dem Spreeblick Beitrag: “Das Kollektiv als grausamer Idiot” nicht mehr aus dem Kopf. Konnt’ ja niemand damit rechnen, das heutige Rechnerknechte mal soooooo schnell werden:

…diese stockenden verpixelten Miniaturbildchen sind ungefähr so, wie man sich vor 10+ Jahren Video im Internetz vorgestellt hat (und warum man damals dachte, das setzt sich nie durch)…

Oder muß doch ein neues MacBook her? Immerhin müßte ich dann nur noch ca. 2310 Jahre warten. So lange muß Gerrit nicht mehr ausharren. Ich gönn’s ihm. Und ich warte und warte und warte…

Notizblog No.8

NotizblogNach einer Woche im Abmahnwahn ist’s mal wieder an der Zeit ein bischen was Persönliches zu notieren. Zuerstmal gibt’s natürlich ein “Hallo, lang nicht mehr gesehen, was machst du denn hier” in Richtung Knappekulla. In meinem Blogroll zukünftig unter ??? zu finden (Danke ans Dreifragezeichenbueschel für die Inspiration). In die Blogrolle ebenfalls eingetragen: Nerdcore, el-Fielitz und ganz frisch die Sprachrestprodukte. Keine Ahnung wer das alles noch lesen soll, aber ich tu’s gern. Auch auf die Gefahr hin, das es immer wieder neues zu entdecken gibt.

Gut, kommen wir zum Quiz: Wie heißen die Typen die mit Musikern abhängen? Kleiner Tipp? Der Typ wird hier und dort gesucht. Und weil’s unter Nachbarn bleibt würden wir auch teilen. Wer sich beeilt darf auch am 15.07. in Wangelau auf der Farm von Inspektor Gadget mitspielen. Mitspielen wird auch Sancho und bei Sancho auf der Farm hatte das Loveboat seinen ersten Autritt ohne Klavier. Wollt’ ich eigentlich schon vor einer Woche erzählt haben. Hab’ ich aber nicht. Jetzt ist es aber raus. Wir können auch anders.

Apropos “anders können“, die Schlaftablette der Woche geht an das Aussensaiter Musiker Forum. Mein Versuch ein diskussionsfreudiges offenes Ohr für Spreeblick Johnnys Offenen Brief an Musikschaffende zu finden, zumal das Forum in Sachen Abmahnung leidgeprüft ist, fand wenig Resonanz. Gerade ein Aussensaiter antwortete im Forum und ein weiterer fand seinen Weg in die Kommentare des Spreeblick Beitrags. Schade, find’ ich persönlich enttäuschend. Aber togal, keiner muß mit, wenn er nicht mag.

Mein Lieblingsgoogletreibgut kam diesmal vom Bayrischen Rundfunk. Dort suchte jemand schlicht “Nacktbaden“. Gelandet ist der Suchende im Sommerloch des Blogbärchen.

Nachspielzeit: Last but not least, eine Runde Pingpong mit dem Webrocker. Ich glaub, ich hab’ ausversehen die Blogkaffeemaschine angelassen.

Billy Braggs Freunde

Billy Bragg sang dereinst: “I’m not looking for a new England, I’m just looking for another girl“. Das Mädchen scheint er inzwischen gefunden zu haben, denn jetzt hat er Zeit nach dem Kleingedruckten zu sehen. Nachgelesen hat er im Kleingedruckten der Nutzungsbedingungen von Rupert Murdochs MySpace Imperium. Jetzt möchte Billy nicht mehr Toms Ruperts Freund sein und zog seine Musik von seiner MySpace Seite zurück. Wieso, weshalb, warum begründet Billy Bragg in seinem MySpace Blog.

I loved the words you wrote to me
But that was bloody yesterday
I can’t survive on what you send
Every time you need a friend

New England - Billy Bragg

Vielleicht überlegt sich Billy Bragg das ja nochmal mit der Musik auf MySpace, so wie er’s sich nach einem seiner ersten Auftritte in Deutschland nochmal überlegt hat. Nach einem Auftritt auf einer DGB Großveranstaltung wollte Bragg eigentlich nie wieder in Deutschland auftreten. So erzählte er jedenfalls bei seinem Auftritt im legendären Onkel Pö in Hamburg (in der Woche, wo Bragg im Pö spielte, traten auch Jason & the Scorchers und The Alarm in dem kleinen Eppendorfer Kultladen auf. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt standen in der Woche auch noch Green On Red auf dem Programm.). Billy Bragg erzählte, das er nach dem dritten Song immer noch keine Reaktion von den 5000 Gewerkschaftern bekam. Die Krauts wollten weder tanzen noch klatschen. Also beschloß er, nach dem dritten Song, sein Programm kurzfristig zu ändern, stellte seinen linken Fuß auf die Monitorbox und rockte das Introriff von “Smoke on the Water” ins schnarrchige Publikum. Sofort sei die Masse begeistert aufgesprungen und klatschte unrythmisch mit. In dem Moment, so sagte Billy, stand der Entschluß fest: nie wieder in Deutschland spielen. Zum Glück hat er es sich nochmal überlegt.

More Billy Bragg: www.billybragg.co.uk

Nachgelesen: Den Umgang mit Daten und Rechten findet nicht nur Billy Bragg bedenklich. Nicht direkt MySpace Thema, aber Bürgerrecht im Netz ist des Musikdiebs Thema vom 21.Juni 06.

Angefreundet: Billy ist jetzt auch unser Freund.

Zeigefinger teuer

Zeigefinger kann ganz schön teuer werden. Nicht nur Nerdcore René mußte diese leidvolle Erfahrung machen. Knapp 800,– Euro kostet das zeigen auf mp3 Files. René wird sich bedankt haben. Dabei wird er abgemahnt, weil sein Deeplink Zeigefinger auf Flops und alte Hüte zeigte.

Alte Hüte und Zeigefinger, da kann auch Gunter Gabriel ein Lied von singen. Nur kostete sein Zeigefinger diesmal, laut laut.de, 8000,– Euro oder 100 Tage Knast. In Wahrheit wollte er ja das Victory Zeichen zeigen, aber die Motorik wollte wohl nicht mehr so recht. Ein Gerücht ist allerdings, das sich Gabriel Fans mit der Aktion “Zehn mal Hey Boss, ich brauch mehr Geld verlinken” solidarisch erklärt haben und mit einer Abmahnwache vor dem Gericht protestiert haben.

Nachtragend: Keine Ahnung warum und auch völlig aus dem Zusammenhang heraus, stolperte ich eben noch über diesen Link: Steh zu deinen Taten. Nein, nein, ich glaub dem Gunter ja…

Nachgetragen revisited: Wenn wir schon bei Gunter Gabriel und völlig aus dem Zusammenhang sind, dann sei auch diese Frage erlaubt: Was macht eigentlich Ricky King? Und ich dachte, das man für diese YouTube Karaoke abgemahnt wird?
Via Hokey

Flohmarktcore

Ich gehe gern auf Flohmärkte. Letztens erst wieder, zusammen mit ein paar Freunden, die auch gern auf Flohmärkte gehen. Das Angebot ist bunt, von edlen und überteuerten Antiquitäten bis billigem Klingelklöterkrams unbestimmter Herkunft ist da alles zu finden. Profis, Amateure, fliegende Händler aus aller Herren Länder. Große Stände, kleine Buden, babylonisches Sprachgewirr, Jubel, Trubel, Heiterkeit. Klar, wo Trubel, da auch Taschendieb, aber man passt ja auf, ist nicht das erstemal hier und an der Ecke, bei der Currywurstbude, steht ein Streifenpolizist und alles ist gut. In dem bunten Treiben fallen sie eigentlich gar nicht auf, die Männer mit den Sonnenbrillen, dem Talkback am Ohr, gut getarnt in Hawaiihemden und Badelatschen. Nur diese, offenbar prallgefüllten, schwarzen Aktentaschen und der Praktikant, der auf einem Bollerwagen die Registrierkasse hinter sich herzieht…

Es herrscht bunter und lauter Trubel allerorts und wenn man genau hinhört, dann gibt’s auch tolle Musik zu entdecken. Manchmal auch an Ständen, wo der Händler so aussieht, als sei er drauf spezialisiert heruntergefallene Schallplattenkartons von tunichgutdistanischen LKWs einzusammeln… aber ich muss ja nicht bei dem kaufen. Das Internet macht’s ja längst möglich direkt bei Tunichgutistan Records zu bestellen oder bei iTunes oder bei Obi. Egal, aus dem Ghettoblaster tönt Musik, richtig gute Musik, auch wenn sie nicht so richtig gut klingt. Naja, die kleinen Lautsprecher könnens nicht besser. Das liegt wohl in der Natur der Sache. Trotzdem, die Musik gefällt mir und ich sag zu meinen Freunden: “Hey, hört ihr das auch? Tolle Musik!” Und weil’s so laut und trubelig ist, fragt einer “Wo denn?” Ich zeig mit dem Finger in Richtung der kleinen Plattenbude aus Tunichgutstanien und antworte: “Da! Hör doch mal…

Das hätte ich besser nicht getan, das mit dem Finger und dem zeigen. Kaum hatte ich in die Richtung, aus der die suboptimal klingende Musik kam, gezeigt, sprang mich auch schon der Praktikant einer dieser hawaiihemdengetarnten Sonnenlichtbrillen Gestalten an und schlug mir seinen prallgefüllten Aktenkoffer um die Ohren. Mr. Hawaiihemd zückte einen Umschlag und drückte mir eben diesen ins Gesicht. “Du bist abgemahnt und ich bin vom MI 2.0“. Verdaddert öffne ich den Umschlag und lese:

Du bist abgemahnt. Du hast mit dem Finger in Richtung von dem da gezeigt. Dem da können oder wollen wir nix. Aber dir, dir hacken wir den Zeigefinger ab, wenn du uns nicht sofort 800 güldenen Taler zahlst und wenn du nochmal zeigst, dann Finger ab. Ab, ab, ab!!!

Und wenn sie mir den Zeigefinger nicht ins Ohr gesteckt haben, dann zahle ich noch heut’.

——– The End ——–

Klingt unrealistisch, die kleine Flohmarktgeschichte? Dann fragt mal Nerdcore René, aber immer schön auf den Zeigefinger achten. Die Männer von der MI 2.0 sind überall. Sie haben es verdient, das man überall mit den Zeigefingern auf sie zeigt. Sie sind da, immer dem Finger nach, da wo das Spottlied erklingt. Ihr habt es euch verdient.

Pop music is about saying Fuck me.
Rock and roll is about saying Fuck you.
René zitiert Chrissie Hynde und ich zitiere René und Chrissie. Weil sie Recht haben.

Nachgelesen: Im Spreeblick trifft Lesenswertes und vorpubertär Säuerliches in den Kommentaren zu Oha aufeinander. Und Julio Lambing titelt provokativ Keine Solidarität, sondern eine Entscheidung.

Empfangen und nachgelesen: Johnny Haeusler schreibt einen offenen Brief an Musikschaffende.

Nachgelesen und abgenickt: Ärgerliche Sprachrestprodukte, lesenswert und mit Trackback bedankt.

Abmahnwahncore

Ob des aktuellen Zeitmangels (Farbeimer, sperriger Teppich und lustiges Kiddiechaos) hier erstmal zwei Links zur Abmahnung gegen René von Nerdcore: Willkommen im Club (Nerdcore), Einmal Kotzen inklusive (Webrocker). Sobald ich hier aus dem Farbteppichkiddiechaos raus bin, schreib ich auch was dazu…

So, Teppich liegt und … schlägt Wellen. Gehört sich ja auch so, für so’n Teppich. Und noch mehr Wellen schlagen wird sicher die aktuelle Abmahnsau, die durch Klein Bloggerdorf getrieben gehört. Nerdcore René, u.a. auch Spreeblick Author, bekam Pest Post vom Anwalt. René nennt die Summe, die er für das Verlinken von mp3 Files zu berappen hat, “moderat”. Soviel zum Thema schwarzer Humor. Die Summe ist nämlich alles andere als moderat. Annähernd € 800,–! Das ist ungefähr der Gegenwert von 50 CDs. Toll, lieber Musikindustrieller, der du hinter dieser Abmahnung steckst, wie Scheiße kann man im Kopf sein? Rumflennen, das die Umsätze bei Audio CDs zurückgehen könnt ihr und dann noch denen, die Werbung für euch raffgierige Dummbatze machen, noch erpresserisch zur Kasse bitten… toll, toll, toll.

Natürlich sind 800 Taler moderat. Es hätte weit schwachsinniger kommen können, z.B. Kindern unter Strafandrohung zu verbieten ihre putzigen Karaokeshows bei YouTube zu veröffentlichen. Uppps… das macht ihr schon?

// to be continued ….

Selbstreferenzielles Stöckchen

Es ist Sommerloch, Nacktbaden 2.0, WM’06, Entenzeit. Wir erinnern uns? Hexen werden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Was brennt auch? Richtig. Holz. Folgerichtig müssen Hexen auch aus Holz bestehen. Holz schwimmt jedoch auf Wasser, wie es auch… richtig … Enten tun. Um jetzt festzustellen ob die Frau eine Hexe ist, wiegen wir die potentielle Hexe und Ente. Übereinstimmendes Gewicht bedeuted, sie kann schwimmen, deshalb sei sie aus Holz und damit, schnippschnapp, ist sie eine Hexe…

Aber zurück zum Sommerloch. Die allseits beliebteste Blogbeschäftigung ist bekanntermassen das selbstreferenzielle EntenSautreiben durch Klein Bloggersdorf. Da es zur Zeit aber nur lauwarme C-Brause an der Blogbar gibt, selbst wenn mit Halbnackten geworben wird, besinnt sich Klein Bloggersdorf auf eine längst (zu recht) verschüttete Tradition und bewirft sich gegenseitig mit Stöckchen. Bisher blieb ich, wie das Stöckchenbueschel auch, von dieser Unsitte verschont, aber ausgerechnet Martin nötigt mich eben dieses Stöckchen aufzunehmen. Gut, die Zwerge halten gerade Mittagsschlaf, da werd’ ich mich ans Stöckchen aufheben machen:

A) Four jobs I have had:
- In den großen Schulferien Fischdosen ausgestanzt und damit meine erste E-Gitarre verdient.
- Gitarren verkauft
- In einem Music Live Club den Bands gezeigt wo der Lichtschalter ist
- Pixel verbogen

B) Four movies you would watch over and over:
- Der Pate I-III
- Taxi Driver
- The Last Waltz
- Long Riders

C) Four places you have lived:
- Hamburg - Niendorf
- Hamburg - Eidelstedt
- Hamburg - Barmbek
- Hamburg - Lurup

D) Four TV shows you love to watch:
- Phoenix Presseclub
- Die erste Staffel Raumschiff Enterprise
- Monk
- QVC

E) Four places you have been on vacation:
- Madonna de Campilio
- Fuerteventura
- Georgioupolis
- San Francisco

F) Websites you visit weekly/monthly:
- cabininthewood.blogspot.com
- haarbueschel.blogspot.com
- kcrw.com/show/mb
- aussensaiter.de

G) Four of my favourite books:
- Der Pate - Mario Puzo
- Mr. Aufziehvogel - Haruki Murakami
- Freiheit oder Tod - Nikos Kazantzakis
- The Beast in me - Franz Dobler

H) Four places I would rather be right now:
- Hamburg - Museumshafen
- Georgeoupolis
- Bakersfield
- Kingston

Jetzt werf ich das Stöckchen weiter an die Spionageabteilung jenseits der Kontinentalplatte. Und wehe es wirft jemand zurück.

Nacktbaden im Sommerloch

[Edit 15.04.07:

Und Sven Augstin, soll ich Dich nochmal an Deine Verhalten an der Blogbar unter ***** Namen und Link zu einer *****seite erinnern? Das müsstest Du eigentlich dazu schreiben: Ich, Slidetone, habe damals, und so. Du weisst schon.

…den Herrn, der gerne mal andere Identitäten annimmt und debei Pornoseiten verlinkt.

[Kommentar: Don Alphonso im Adical Blog Beitrag “Übers bloggen bei Adical”]

/End of Edit]

Nein, Sommerloch hin, Nackbaden her, hier gibt’s weder für 3 Millionen noch für 5 Millionen Klicks Nacktbilder (wobei sich’s bei www.svenswmwette.com scheinbar ausgeklickt hat). Weder von WMwettsven’s Freundin noch vom Don, noch von mir. Soweit kommt’s noch, Blogbar KommentarNacktbilder im Internet. Wo kommen wir denn dahin? Blogbar Don fand die Idee allerdings so prickelnd, das er sich lachend die Schenkel klopft, bei der Vorstellung, das sich die C-Brausewmblog Planer die Birne weichärgern, weil sie nicht auf die Idee gekommen sind. Nacktbilder im Internet. Revolutionär. Porn 2.0 sozusagen. Gespannt warten wir jetzt auf die C-Brause Gegenoffensive. Wie wäre es z.B. mit “Ab dem Fünftausensten Klick bloggt Lyssa nackt”? Bilder gibt’s dann bei www.fickr.com? Nicht lustig? Egal, meinen Kommentar in der Blogbar fand der Don auch nicht lustig. Gelöscht. Versenkt im Sommerloch.

Nachgelutscht: Schenkelklopfer Don schenkt nochmal so richtig aus. Anstelle des ursprünglichen Kommentar 28:

… Oder die beleidigten Trackbacklutscher und Dauerstörkommentare hier. Hihi.

Hihi, herrlich, so ein Sturm im Wasserglas laues Lüftchen im Porzellanschälchen.

Dauerlutscher (30.06.06): Da möchte man mal helfen, schon zuckt der lustige LutschLöschfinger vom Blogorakelchen Don Rainer. Dabei wollte ich nur helfen die Frage zu klären, ob Don Rainer nun ein Nerd ist oder nicht. Die Antwort, das Rainer sicher kein Computerfreak ist, aber laut leo.org ein Nerd rainsten Wassers, ließ ihn mal wieder zucken. Hihi.

Balkoncast No.3 für Fledermäuse

Am Sonntag war es wieder soweit, der Captain, ich und ein Balkon in Sim-City bei Lüneburg. Der dritte Podcast des Loveboats, diesmal mit Thema. Peter erklärt die Abseitsfalle. So war es jedenfalls geplant und natürlich kommt es anders. Das Thema Abseitsfalle wurde verschoben, dafür gibt es den ersten Teil: “Cpt.Stubing & the Loveboats - Bandgeschichte 1995-1996“. Also im Prinzip nichts Interessantes, jedenfalls nicht für die, die damals noch nicht dabei waren.

Egal, den Teil haben wir jetzt abgearbeitet. Und da wir diesen Monat mit 10 MB Speicherplatz auskommen müssen, hab’ ich die 12 Minuten Balkonplauderei auf 96 khz/s zusammengestaucht. Die Geräuschartefakte im Hintergrund dürften so zumindest für Fledermäuse und Walfische einen gewissen Unterhaltungswert haben.

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WM 2006? Ja Bitte!

Allerorts, selbst da wo man es nicht erwartet hätte, ist die WM 2006, ausgebrochen. Sei es beim FIFAbueschel, beim Fähnlein Operator und (natürlich war’s zu befürchten nach dem Trikotwechsel beim letzten Spiel Loveboat Gig) auch beim Mannschaftskapitän von Cabinistanien/Loveboat Islands. Der Mannschaftskapitän liefert auch gleich den argumentatorischen Unterbau warum auch ich das Thema WM 2006 ab sofort nicht mehr in meiner kleinen Bloghütte wegignorieren werde. Man ersetze im folgenden Zitat einfach “Nationalelf der Achtziger” mit “WM 2006“:

Ich verschwieg es meinen Freuden, denn das Bekenntnis zur Nationalelf war in den achtziger Jahren nichts anderes als ein „Atomkraft? Ja Bitte!“-Aufkleber an der Tasche und ich wollte meine Freunde behalten.

Das soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, das ich null Ahnung von Fußball habe, auch wenn ich mich daran erinnern kann, das es in der ‘74′er Nationalmannschaft Spieler noch Hölzenbein, Cullmann, Overath und Grabowski hießen, wärend ich von der heutigen Mannschaft gerade mal Beckenbauer und Klinsmann erkennen würde. Und warum standen die beim Eröffnungsspiel nicht auf dem Platz? Egal, jedenfalls ist ab jetzt die WM 2006 auch in diese kleine Bloghütte eingezogen und gerade spielen die Holländer, von denen ich annahm sie wären im Weitspucken in der Qualifikation schon rausgeflogen. Beste Voraussetzungen für eine geplante Podcast Produktion auf dem Bolzplatz von Eintracht Lüneburg.

Sollte es, wider Erwarten, nicht zum Podcast kommen, vertröste ich euch mit einer Fußballergeschichte, die alte Loveboat Freunde schon kennen dürften:

Michelle Plummer (35), eine der zahllosen britischen Verehrerinnen von Fußballstar David Beckham, ist durch einen wenig bewanderten Tätowierer entstellt worden. Auf dem unteren Teil ihres Rückens prangt seit kurzem in großen Buchstaben “Beckam” - ohne “h“. Dabei habe sie den Namen extra noch aufgeschrieben, sagte sie der “Sun”. “Ich war tagelang völlig aufgelöst“, berichtete sie. “Ich verehre Beckham, und deshalb wollte ich seinen Namen auf meinem Körper.” Für Schreibfehler in exotischen kontinentaleuropäischen Fußballer-Namen wie Ruud van Nistelrooy hätte sie vielleicht noch Verständnis aufbringen können. “Aber Beckham ist einfach der berühmteste Name in ganz Großbritannien. Wenn es jetzt noch eine kleine Tätowierung wäre, aber das sind Riesenbuchstaben. Ich bin fürs Leben entstellt.”

Der Tätowierer Mike Williams beteuerte seine Unschuld. Die Kundin habe den Namen selbst falsch aufgeschrieben, sagte er. Dies wird von ihr vehement bestritten. Williams Chef Steve Joyce sagte: “Mike ist nicht gerade ein Fußballfan.”

Oder wie es meine Herzallerliebste aussdrückt: “WM Kacke

The River In Reverse Deluxe

Nach dem drittenmal durchhören ist eins klar: es ist schon eine ganze Weile her, seit mich ein Album in seiner Gesamtheit so begeistert hat, wie Elvis Costellos & Allen Toussaints Gemeinschaftswerk “The River In Reverse“. Okay, es gab einzelne Songs die mich gefesselt haben. CalexicosNot Even Stevie Nicks“, Johnny CashsWe’ll meet again“, Elvis CostellosSpooky Girlfriend“, Joe StrummersComa Girl“. Selbst Tom Petty war dabei, wenn auch mit einer Spätentdeckung eines Frühwerks, “(Wish You) The Best Of Everything“, aber Scheiben die 11 von 10 möglichen Punkten kriegen? Lang ist’s her, “Anodyne” von Uncle Tupelo, die erste “American Recordings” von Johnny Cash, Latin PlayboysLatin Playboys” und wenn’s mal rocken soll, dann eine junge Bluesband mit “Shake Hands With Shorty“, die North Mississippi Allstars. Und natürlich “Dirt Floor” von Chris Whitley

This Year's ModelDas ich musikalisch ein erzknöcherner Langweiler bin, sieht man auch an meinen ewigen Top 5 Liste der Platten für die Insel: “QuadropheniaThe Who, “The Last Waltz” - The Band, “OverkillMotörhead, “Long Ryders - OSTRy Cooder (an entscheidungsfreudigen Tagen tausche ich wahlweise Long Ryders oder Overkill gegen den Stones Klassiker “Sticky Fingers“) und last but not least Elvis Costellos This Year’s Model“. Ich war 14, als ich “This Year’s Model” zusammen mit Led ZeppelinsI” kaufte. Und auch wenn Zeps erste Scheibe ein alltime Rockklassiker ist, war mir bei CostellosThis Year’s Model” sofort klar: diese Scheibe kann dich ein Leben lang begleiten. 11 Punkte von 10 möglichen. Seltsamerweise wurde ich nie zum Elvis Costello Sammler. Letztendlich sind es gerade mal eine Handvoll Scheiben, 6 oder 7 von über 30 EC Platten, die ich mir im Laufe der Jahre zulegte. Auch nicht alles rief bei mir Begeisterung hervor. Klar, in seinem Songfundus befinden sich unkaputtbare Evergreens wie “Watching The Detectives“, “(I Don’t Wanna Go To) Chelsea“, “I Want You“, “Shipbuilding” und “Deep Dark Truthful Mirror“, aber eben auch vieles was sich mir einfach nicht erschließen will. “Deep Dark Truthful Mirror” z.B. findet sich auf der “Spike” und da wiederum findet sich auch gepflegte (wenn auch nette) Langeweile wie “Veronica” oder Unverständliches wie “Miss Macbeth“.

River in reverse CoverMit “Deep Dark Truthful Mirror” beginnt jedoch 1988 das, was mit “The River In Reverse” seinen aktuellen Höhepunkt findet: die Zusammenarbeit von Elvis Costello und Allen Tousaint. Der Wirbelsturm Katrina, der New Orleans zerriss, führte den zornigen Elvis und den Southern Renaissance Man Toussaint zusammen. Ausserdem dabei das The Crescent City Horns Gebläse, Anthony “AB” Brown an der dezent groovenden Telecaster und natürlich die Costello Begleiter The Imposters. Zwei von ihnen sind seit “This Year’s Model” dabei und firmierten schon unter dem alten Bandnamen The Attractions: Drummer Pete Thomas und Keyboarder (diesmal hauptsächlich Hammond B3, beim Title Track kommt allerdings auch seine gefürchtete Farfisa Orgel zum Einsatz) Steve Nieve. Die wirkliche Attraktion in Sachen Groove ist Ex Cracker Bassist Davey Faragher, der seit 2001 ein Imposter ist. Wenn er nicht eines Tages in der großen Basssitenchronologie in einer Kategorie mit Motown Legende James Jamerson und Donald “Duck” Dunn genannt wird, dann gibt es keine Gerechtigkeit mehr auf der Welt. 12 von 13 Songs leben durch Faraghers federnde Bassgrooves richtig auf. Nur “Ascension Day” kommt allein mit Costellos Stimme und dem grandiosen Piano von Allen Toussaint aus. Dabei ist keiner der Songs aufdringlich funky. Soul im besten Sinne des Wortes regiert. Manchmal zornig, federnd, trotzig, elegant und aufrecht. Und immer respektvoll der New Orleans Legende Allan Toussaint gegenüber. Wenn man der 30 Minütigen DVD der Deluxe Edition (und den eigenen Ohren) trauen kann, dann wurde in 14 Tagen in zwei Studios mehr oder weniger Live aufgenommen. Vocals drauf und fertig. Dabei klingt es, als hätten die beteiligten Musiker in den letzten 20 Jahren nichts anderes gemacht als gemeinsam den Soul zu zelebrieren. Was kann man mehr über diese großartige Musik schreiben? Nichts. Nur hören (z.B. 4 Songs der CD auf Costellos MySpace Seite) oder sehen (die 30 Minuten DVD der Deluxe Edition lohnen jede Minute). Last but not least gibt es doch noch etwas zu schreiben. Das letzte Wort hat Allen Toussaint:

And of course, this entire undertaking is the brainchild of Elvis Costello; one who recognises much of what others miss. Elvis encompasses the power of giants and the gentleness of a lamb, and untiring, devotion, love and respect for the art and skill of music.

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