Begegnung mit einem Pferdemaler
“Junge, kannst du denn auch Pferde malen?” So ungefähr, nur in einem köl’schen Dialekt, den ich wiederzugeben ausserstande bin, lautete die Frage von Papa Niedecken, als Reaktion auf Kunststudent und Sohnemann Wolfgangs Ausstellung früher Werke. Und so erzählt es Wolfgang Niedecken später Gero von Boehm in der Sendung “Gero von Boehm begegnet…“.
Schöne kleine Anekdote in einem sympathischen Interview. Gero von Boehm kann das, das Gespräch so zu führen, das der Interviewte sympathisch rüberkommt. Locationwechsel, den Themen angepasst und ohne jede Hektik, ruhig und entspannt, aber allemal spannender als Backstageinterviews oder Kamingespräche. Nur eine Frage hab’ ich bei von Boehm vermisst: “Herr Niedecken, warum haben sie immer so Gitarrenlehrertypen in der Band?“.
Aber Pferde malen, das kann der Wolfgang. Und sympathisch ist er mir jetzt auch. Trotz der Gitarrenlehrertypen. Und soooo schlimm ist der Krumminga nun auch wieder nicht. Immerhin, ein Ostfriese und allemal erträglicher als der frühere Aushilfs-Rudolf-Schenker bei BAP.
Heute Vormittag lief das Gero von Boehm Interview mit Niedecken auf Phoenix und gestern, nein, heute früh früh Morgens im Rockpalast, das BAP Konzert 2001 unter der toten Brücke. Ausserdem meine ich heute Nachmittag gelesen zu haben, das das Geständnis: “Ich find den Niedecken sympathisch” von sämlichen Stöckchen befreit. Hiermit ist meine Nichtteilnahme entschuldigt und ich werf das Stöckchen Rudolf Schenker an den Kopf.
Kommentare
4 Kommentare zu “Begegnung mit einem Pferdemaler”
Na, dann mal los!
dings @ identi.ca
Ich gestehe hier nun öffentlich, dass ich am 16. März 2006 im Berliner Tempodrom einem BAP Konzert beiwohnte. Einerseits, da die Missis aus Köln stammt und wir noch nicht so lange zusammen waren, andererseits um zu beweisen das ich offen für alles bin. Zugegeben “Verdamp lang her” fand ich schon immer gut, besonders die Hookline vom Major, die der Krumminga nicht überzeugend hinbekam, der sonst aber ein sehr guter Guitarrist ist, soweit ich als Schlagwerker das beurteilen kann. Der Schlagwerker war klein und nicht so gut, war aber auch der Start der Tour, soviel zu seiner Verteidigung. Ich habe vom Konzert nur die Ansagen verstanden, die Texte leider nicht. Aber ich war angenehm überrascht, das Konzert war geil, satte 2,5 Stunden lang, super gemischt, da kann sich mancher ne Scheibe von abschneiden. Auch finde ich den Niedecken einen sehr angenehmen Zeitgenossen, was man so in Interviews sieht. Und ein wenig beneiden tu ich ihn auch, da er mit allen seinen Helden entweder gespielt oder sie zumindest kennengelernt hat. Ein weiteres Highlight war der Auftritt der wirklich bezaubernden Meret Becker, die auch zwei Songs mit dem Wolle sang. Ich habe für dieses Konzertbekenntnis schon viel Häme einstecken müssen, aber ich stehe dazu und nicht nur weil die Missis fast neben mir sitzt und ich mir das nicht versauen will.
Ich habe gesprochen.
Mir ging es mit “Verdamp lang her” damals genau umgekehrt. Wäre dieses überambitionierte Rockgitarristendingshook nicht gewesen…. Wäre das nicht gewesen, hätte der Song (deutlich) gewonnen. Und so im nachhinein betrachtet, selbst in einem (damals wie heute großartigen) Song wie “Jupp”, macht der “neue” Gitarrenlehrertyp ‘ne bessere Figur als der Heuser (und der hat sich bei “Jupp” schon auf der Platte zurückgehalten). Uppps, jetzt ist es raus, ich hab’ mir die Platte damals auch gekauft… trotz des überambitionierten Gitarrenlehrers. Aber ich hatte auch die “Lovedrive” von den Scorpions…
Das finde ich sehr verwerflich mit den Peinlichen aus Hannover, das gibt man nun auf gar keinen Fall in der Öffentlichkeit zu.
Wenn man sich die Texte von Wolle N. mal aus dem Kölschen übersetzten lässt, sind da sehr viele bei die xtrem unter die Haut gehen. Gut, die Missis hat da auch zu beigetragen.
Und zu dem Verdamp-Riff, ich bin halt nun mal ein einfaches Gemüt und das ist Musik die ich verstehe.
Nochmal zu dem “Verdamp lang her” Riff: Ich bin da ja einfacher gestrickt als ein Trommler.
“Here Today, Gone Tomorrow”, das versteh ich, das ist ja auch von den Ramones. Dieses Vier-gegen-Willie Syncopenoderwiedasheißt Riff vom Heuser versteh ich bis heute nicht. Damals dachte ich: “Boah, wie ambitioniert ist der denn?”. Heute denk ich: “Überflüßig, schade um den guten Song”.