Flaschenpost # 2

Eins der Grundübel des Bottleneckspielens, neben “Wo ist die blöde Röhre jetzt bloß hingetrudelt?” und “Eben hatte ich noch ein Thumbpick“, ist die Frage: “Wo ist denn nur die verdammte Note?“. Dem Fragesteller kann geholfen werden. Gleich zweifach (mehr dazu in Flaschenpost # 3). Zum einen muß man sich nur einmal im klaren darüber sein, wie man, auf traditionellen Wege, die gewünschte Notenhöhe erreicht. Richtig, ich greife den gewünschten Ton. Bingo. Saite runterdrücken, auf den Bund und fertig. Mit dem Bottleneck ist das ähnlich einfach. Eigentlich sogar einfacher. Ich kann mir das kraftaufwendige runterdrücken der Saite sparen. Bottleneck auf die Saite auflegen, nicht zuviel Druck - das Röhrchen soll die Saite ja nicht auf das Bundstäbchen pressen - und in die gewünschte Position schieben. Auch fertig.

Mitten drauf statt knapp daneben…

Im Regelfall ist’s Anfangs leider nicht ganz so einfach. Kaum kommt der Bottleneck ins Spiel beginnt der Katzenjammer. Meistens knapp unter der eigentlich gewünschten Tonhöhe. Der Grund ist ganz einfach. Die, ebenso alte wie romantische, Gitarristenweisheit: “Der Ton kommt aus den Fingern” spielt unserem Kopf, der vorerst genug damit beschäftigt ist dafür zu sorgen, das das blöde Röhrchen nicht ständig vom Finger rutscht, einen kleinen Streich. Denkt er doch: “Tonhöhe ist da wo der Finger beim greifen aufsetzen würde“. Was natürlich Quatsch ist. Die Tonhöhe definiert sich nämlich vor/hinter (je nach Sichtweise) dem Finger, exakt da wo die Saite auf dem Bundstäbchen aufsetzt. Nun rutscht man mit dem Bottleneck aber instinktiv zuerstmal möglichst genau auf die Position wo eigentlich der Finger wäre, würde man den Ton einfach greifen. Schwupps ist der Ton knapp zu tief.

Treffer… versenkt…

Hat man aber einmal realisiert, wo der Ton tatsächlich “sitzt”, gehört eigentlich nur ein bischen Konzentration dazu, sich beim Bottleneckspielen selbst soweit zu konditionieren, das man das Röhrchen immer knapp vor (Richtung Gitarrenkorpus) die eigentliche Fingerposition setzt. Guckst du hier:

Flaschenpost # 2

In der dritten Folge der Flaschenpost gibt’s dann Ton zum Bild und eine einfache Übung auf der Suche nach dem richtigen Ton.

Kommentare

5 Kommentare zu “Flaschenpost # 2”

  1. Hokey am 3. September 2006 11:53 am

    Hihi… gutes Thema! Das hat auch ein paar Minuten gedauert, bis ich das gerafft hatte. Aber vorher musste ich noch herausfinden, das man mit dem Bottleneck nicht die Saiten durch drückt… ;-)

  2. Hokey am 3. September 2006 11:55 am

    Also: “dass” heißt es oben eigentlich… und “durchdrückt”. Aber wenigstens habe ich nicht “Seiten” geschrieben…

  3. Boogie am 3. September 2006 1:31 pm

    Es heißt ja auch sliding und nicht pressing. *g*

    Dazu werd ich sicher nochmal was in einer Flaschenpost, im Zusammenhang mit dem Thema Dämpfing… ähhh Dämpfen schreiben

  4. rushme am 3. September 2006 3:14 pm

    Slide spielen ist eben ganz schön nettlebockig. ,o)

  5. Belzebub am 17. September 2006 8:56 pm

    Hi Boogie,

    wollte an dieser Stelle mal meine aktuelle SLIDE-Situation mitteilen:

    Nachdem ich jetzt ca. 4 Wochen jeden Tag auf meiner Westerngitarre den SLIDE übe, stellen sich jetzt langsam aber sicher die gewünschten Erfolge ein!! €8-)

    Zu den anfänglichen Haltungsproblemen der rechten Zupfhand gesellten sich auch immer wieder mal Haltungsprobleme des Slides dazu. Es gab Tage, da hat mich die Gitarre einfach nur noch gehasst. Ich zahlte es ihr dann aber mit gleicher Münze heim….

    Aber dann meine Herren! Es war im der Nacht auf den 16. September 2006 kurz vor U-Turn auf ARD. Plötzlich brachen alles Dämme und ich hatte voll das Feeling. Das ging sogar soweit, dass ich beim rumsliden ein Thema aus einem Muddy Waters Song erkannt habe. Auch das Dämpfen hat sogar im 8-tel-Notenfeeling geklappt.

    Ich kann eigentlich jedem Anfänger nur einen Tipp geben:
    “Nichts erwzingen nur üben….und geduldig abwarten bis der SLIDE Dich von alleine führt!”

    Schönen Gruß vom Bottleneckin´ Belzebub

    PS: Kompliment an diese wunderschöne Homepage, Boogie!

Na, dann mal los!





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