Moderne kleine Zeiten
Unlängst fällte His Bobness in seiner unendlichen Güte sein Urteil über die moderne Musik der letzten 20 Jahre. Wertlos sei sie und selbst die eigene neue CD fällt vor dem gestrengen Ohr des Meisters durch. Im Studio habe alles viel besser geklungen.
“Even these songs probably sounded ten times better in the studio when we recorded ‘em. CDs are small. There’s no stature to it.”
(via Reuters 22.08.06).
Deutliche Worte des Altmeisters. Auch der versteckte Warnhinweis im Titel des neuen Albums spricht eine deutliche Sprache: “Modern Times“. Deutlicher hätte es wohl nur die RIAA ausdrücken können: “As you get older, it may be harder to be hip, but it’s much easier to be educated.“.

Vielleicht hätte es ja, anstelle des plakativen Titels, auch ein kleiner Sticker, im Stil des RIAA Stickers getan, aber die Botschaft ist auch so deutlich.
Apropos klein und modern: Kleine, bewegte Bilder bietet Google Video anläßlich der Veröffentlichung von “Modern Times“. Ganz großes Kino ist Bob Dylans gemeinsamer Auftritt mit Johnny Cash, in der ersten Johnny Cash Show. “Girl from a northern country“. Nie war es so wertvoll wie heute. Was aber auch kein Wunder ist, schließlich ist die Aufnahme jetzt schon 35 Jahre alt.
Kommentare
5 Kommentare zu “Moderne kleine Zeiten”
Na, dann mal los!

dings @ identi.ca
Aber die Groupies, die sollen jung und knackig sein? Na ein Glück, dass wir konsequente Chartausrichtung bevorzugen! Dennoch sollten wir Bob für unsere Altersheimband vormerken. Er könnte zu ganz großer Form auflaufen.
Ich meinte natürlich Altersheimbandprojekt, nicht das wer denket, die Liebesbötler sind was fürs Altersheim, tss tss.
Ich glaube, mit Groupies hat es der Bobster nicht mehr so. Doch für’s Altersheimbandprojekt ist er allemal eine wertvolle Bereicherung. Ich fürchte allerdings, er wird zum ersten Auftritt mit einer E-Gitarre auflaufen … ist ja alles nicht mehr so wie früher, vor 20 Jahren…
Ist das sicher, dass his Nuschelness das so gesagt hat über die Musik der letzten zwanzig?
Der Mann spricht so undeutilich, das alles hineininterpretiert werden kann, einschließlich der letzten Lottozahlen.
Hier noch eine lustige Anekdote meines Onkels zu Onkel Bob, dem wir vor Jahren mit Dave Matthews, Neil Young und den Sternen auffer Trabrennbahn beiwohnten.
“Achtung, scheisse, er nimmt die Akustische, es kommt zum Äußersten.”
War nicht ganz ungefährlich, da wir in einem Pulk von Dylanologen standen, die schon das Feuer unter dem Teerkessel schürten.
Jau, auffe Trabrennbahn hat sich auch der Neil artig bedankt:
“This is a trick I learnt from Bob” murmelte er bevor er typisch schraeg in seine Harmonika roehrte…