Saublöder Albtraum

Ich hatte mal wieder einen Albtraum: Eigentlich schalte ich TV-Werbung immer auf stumm. Das hat den Vorteil, das 3/4 der Fernsehzeit kein nervendes Gequassel die flimmernden bunten Bildchen stört. Natürlich kommt’s auch mal vor, das der reflexartige Griff zur Fernbedienung ins Leere geht. Steigerungsfähig ist dieser Albtraum noch, wenn man, statt ins Leere, in einen Gülleeimer greift. Genau das passierte gestern Abend.

Saubilliges SymbolbildErst fand ich das ja noch unterhaltsam. Ein Werbespot der einem suggerieren soll, man bekäme mal einen Einblick in die heiligen Hallen der PRoletenabteilung einer namenhaften Elektroschrottkette. Sieht aus, wie ich mir das immer vorgestellt habe: haufenweise Pochergesichter in einem coolen stylishen OP Saal mit Sitzungstisch und am Ende des Tisches sitzt ein fettes Schwein. Naja, eher ein putziges, sprechendes Ferkel. Also eine richtig kleine Sau. Sieht aus wie Babe auf Koks. Und die Pochergesichter erzählen dem Schwein was von einer neuen PR Kampagne und erwecken den Anschein, als habe sie das Schwein vorher wahlweise am Gülleeimer oder am Spiegel riechen lassen. Sieht alles verdammt realistisch aus. So wie man sich das halt vorstellt. Dann fängt das Schwein an zu singen. An sich ja nicht ungewöhnlich, von klingeltönenden Tieren kennt man solche Stunts ja. Zum Glück höre ich im Traum schlecht, aber mir war fast, als würde die dumme Sau was von Rio Reiser singen. Wieder der reflexartige Griff zur Fernbedienung. Greife aber daneben und erwische statt dessen den Pflasterstein, der unter dem Bett liegt. Ton? Steine, Scherben…

Dann bin ich aufgewacht. Im Fernsehen flimmert gerade irgendeine Werbung mit einer singenden Sau. Zum Glück liegen unter dem Bett noch Pflastersteine…

Keep me in your heart

So heißt der letzte Song auf Warren Zevons letzten Album “The Wind” (2003) und so soll es sein. Und damit es auch in Zukunft so sein wird, gibt’s jetzt eine Petition auf warrenzevon.com. Der großartige Singer/Songwriter gehört nicht nur in die Herzen, nein, er gehört auch in die Rock’n'Roll Hall of Fame. Das findet übrigens auch Jackson Browne, der zusammen mit Chrystal und Jordan Zevon diese Petition ins Leben gerufen hat. Herzensbrecher Tom Petty und der Boss Bruce Springsteen sollen auch schon Briefe ans Weiße Haus Komitee der Rock’n'Roll Ruhmeshalle geschrieben haben. Eigentlich ist Brief schreiben auch einfacher als die Petition zu unterschreiben, weil man bei der Online Petition mit der Maus seine Unterschrift kritzeln muß. Sieht dann aber passenderweise aus, als ob der Werewolve of London persönlich unterschrieben hätte.

Die Rock’n'Roll Hall of Fame wurde übrigens erst 1986 eröffnet. Da war der Rock’n'Roll schon gefühlte 30 Jahre (also mindestens 10 Jahre) tot. Das Museum der Ruhmeshalle aka the Piss Stain (so die Sex Pistols anläßlich ihrer späten Ehrung 2005) wurde 1995 eröffnet. Wer Spinal Tap gesehen hat, weiß das nur Cleveland als Standort der Ruhmeshalle in Frage kommen konnte. So ist es dann auch. Und nun ist es an der Zeit, das Warren Zevon in die Rock’n'Roll Hall of Fame Einzug erhält. Wer nicht unterschreibt wird übrigens vom Werewolve of London heimgesucht und landet in der ewigen Verdammnis derJames Blunt Lieder Hölle. Oder schlimmer

Vote for Warren

Dank für die Info geht an den Village Idiot, einem MySpace Freund des Loveboats. Dafür spielen wir beim nächsten Auftritt auch Warren Zevons “Carmelita” für dich.

Schlechte Zeiten…

… für zukünftige Songwriter. Mußte ich gerade feststellen, nachdem ich mich quer durch das umfangreiche Werk von Elvis Costello gehört habe. Die 20 besten Songs aller Zeiten sind schon mal geschrieben. Strenggenommen gehört da auch noch “What’s So Funny ‘Bout Peace, Love And Understanding” dazu. Und ungefähr 21 weitere Songs. Perfekt wäre es natürlich, wenn Costello auch noch “Hey Lord, Don’t Ask Me Questiones” und “Whole Wide World” geschrieben hätte, aber man kann nicht alles haben. Hier nun die Top 20 der besten Songs aller Zeiten, in unbestimmter Reihenfolge:

Top 20“Bedlam”
“Watching The Detectives”
“Spooky Girlfriend”
“I Want You”
“Shipbuilding”
“I Don’t Want To Go To Chelsea”
“River in Reverse”
“Either Side Of The Same Town”
“Veronica”
“Hope You Are Happy Now”
“Alison”
“All This Useless Beauty”
“Heart Shaped Bruise”
“Living in Paradise”
“Everyday I Write A Book”
“A Good Year For The Roses”
“45″
“Theres A Story In Your Voice”
“Tokyo Storm Warning”
“Radio Sweetheart”

Nachtrag: Eben gehört: Costellos Version von “Beautiful” in einer Folge von Dr.House. F*uck, wo krieg ich das bloß her? Haaaaaaaaaben wollen. Zack, zack. Das Linda Perry Stück ist ja schon von Christine Aguilera brilliant, aber was Elvis daraus gemacht hat… einfach schön. Punkt.

Chuck, Elvis und Mama

You and Elvis are pretty good, but you’re no Chuck Berry“, so sagte es schon die Mama von Jerry Lee Lewis. Eins ist Jerry Lee auch noch nicht, nämlich 80. Chuck Berry hingegen feierte seinen 80’sten vor zwei Tagen. Es ist also mal wieder an der Zeit, das großartige Video “Hail Hail Rock’n'Roll” auszugraben. Chuck Berrys 60’ster Geburtstag, fürsorglich organisiert vom damals schon gesichtsälteren Keef Riffhard. Beim Guitar Pimp Patrick gibt es den legendären Proberaum Ausschnitt. Unbedingt empfehlenswert. Ich bin gespannt auf die Neuauflage des Films, der dieses Jahr noch erscheinen soll.

Und das Elvis auch pretty good ist, kann man am 31.Oktober, wenn auch sehr früh morgens um halb 6, auf 3sat sehen und hören. Live in Memphis, aus dem Jahr 2005. Elvis lebt.

Flaschenpost # 5

Wie bekomm ich aus einer Strat einen amtlichen Pedalsteel Ton? Generationen von Gitarristen haben sich das schon nicht gefragt und auch meine Antwort wird die wenigsten überraschen. Jedenfalls nicht diejenigen, die den Leidensweg meiner Squier JV Strat kennen, auch liebevoll Bastardocaster genannt. Meine fies(ta) rote Strat hatte schon so ziemlich jeden Pickup in der Bridge Position (ausser Standard Humbuckern. Der einzige Humberger, der je diese Bridgeposition bewohnt hat, war ein Joe Barden Tele Pickup, der sich im übrigen auch gut für Pedalstahlartiges eignet).

Letztendlich ist die Lösung immer die selbe: es muß ein fetter Singlecoil her und was ist fetter als ein P-90? Klar, zwei P-90s, aber soviel Platz hab ich an der Bridge nun auch wieder nicht. Reichte ja schon, das ich meine alte Telebridge zurechtbeißen mußte, um Platz für das brummende Ungetüm zu schaffen. Bei dem gestern verbastelten Dogear P-90 handelt es sich um einen Gotoh TV-1, in my humble opinion der beste P-90 für wirklich kleines Geld. Mich hat er nichts gekostet, weil er schon seit Ewigkeiten in meiner kleinen Bastelkiste als Ersatz P-90 für dunkle Herbsttage liegt. Alles was ich investiert habe, war ein bischen Holz, das weichen mußte um unter dem Pickguard Platz für die “Hundeohren” zu schaffen. Und weil ein Bild mehr als tausend Worte sagt, hier die Bastelanleitung zum ausschneiden und nachbasteln:

Brumm 90

Ton zum Bild gibt’s hier oder einfach den Player klicken:

Ausreichend Brumm wurde mittels Hundeohr P-90, einer Prise MXR DynaComp, etwas Park 15 Transengedengel und einem Flaschenhals erreicht. Mangelnden Rauschabstand gibt’s, wie immer, gratis dazu.

Indiziert

Spreeblick Johnnys Nachlese zum beschaulichen Technoradi/Edelmann Beisammensein verdient das Prädikat “Lesebefehl”. Zudem zeigt Amazon auch gleich mal den Technoradlern wo der Hammer hängt, in Sachen Indizierung. Siehe Screenshot.

Den ich im übrigen für ebenso so aufschlußreich halte, wie den Rundgang durch die neue Spreeblick Machtzentrale. Geräumig, geräumig, da braucht man schon eine vernünftige Suchmaschine um sich da nicht zu verlaufen. Mit Technoradi kommt man da nicht weit. Da muß es schon Google Earth mit eingebautem GPS sein. Und nun schalten wir um zur Werbung:

Spreeblick Screenshot

Screenshot Spreeblick - Symbolbild für gelungene Indizierung

Nachgetragen: Die Edelman Geschichte geht weiter. In Don Meyers Blogblah wird auch schon das Ferkel aufgeblasen. Interessierts noch einen?

Mc Bunny auf’m Kiez

Wenn schon sonst nichts los ist in meiner kleinen Bloghütte, dann soll’s wenigstens einen Konzerttipp für’s Wochenende geben. Gute Konzerte sind eh viel zu selten und schlecht besucht. Also, Ausgehbefehl für den 14.10., diesen Samstag, wenn meine Zeitrechnung noch in Takt ist: K.C. McKanzie in der Hasenschaukel (St.Pauli - Silbersackstraße). Das Konzertbueschel, die Liebesschaukel und die drei kullanden Fragezeichen können sich nicht irren.
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Traumkonzert

I had a dream. Nein, ich hatte einen Albtraum. Wahrscheinlich hätte ich nicht so lang über den Traum des Captains sinnieren sollen. Er erzählte unlängst, das er träumte das wir mit dem Loveboat nach Robbie Williams spielen mußten. Bei voller Putzlichtbeleuchtung in der leeren Halle. Es kann aber auch schlimmer kommen. Viel schlimmer.

StingeraceLetzte Nacht träumte ich, das wir als Eric Clapton angekündigt waren. Was ansich nicht unbedingt schlimm sein muß. Was mich aber hätte irritieren müßen, war des Captains Bühnenoutfit. Er trug einen Liberace Mantel und eine Sting Maske. Wobei, das muß man vielleicht dazu sagen, sah die Maske von vorn wirklich Sting täuschend ähnlich. Von der Seite sah man allerdings, das sie aus Pappe war und mit einem Gummiband am Kopf gehalten worden war. Was nicht wirklich zu dem Liberace Mantel passte. Wer jetzt vermutet, das ich eine Eric Clapton Maske trug, der liegt falsch. Ich sah aus wie der Captain, nur trug ich eine Taucherbrille und Schwimmflossen, was meinen Anblick natürlich auch nicht wirklich von Sting im Las Vegas Glitzermantel abhob.

Der wahre Albtraum began jedoch auf der Bühne. Sehr dicke Manager zwangen uns, gegen unseren Willen, auf eine klitzekleine Bühne in einer Riesenhalle (Putzlicht war keins an, aber es schien Tageslicht in die Halle). Die Halle war leer, aber es war das übliche Publikumsgemurmel zu hören. Die eh sehr kleine Bühne war mit unzähligenKontrabässen und zwei Klavieren vollgestellt. Platz für die Musiker blieb keiner. Wir zwängten uns also hinter die Kontrabässe, dabei riss der Captain gleich noch, mit seinem Liberace Mantel, ein Klavier um, das krachend auf einen sehr kleinen Security Zwerg vor der Bühne landete und rettete damit einem noch kleineren Fotografen im Bühnengraben das Leben. Der hatte nämlich keinen Foto Pass und das mißfiel dem Security Zwerg. Egal, wärend wir also munter loszupften - ich meinte die Melodie von “Ghostriders in the Storm” und Elton JohnsRocket Man” zu erkennen - löste sich der Bühnenboden unter uns in eine puddingähnliche Masse auf. Man hörte statt dem üblichen Publikumsgemurmel nur noch schlurfende Schritte Richtung Hallenausgang…

Dann wachte ich auf. Zum Glück sind nicht alle Gigs so. Es geht auch anders.

Teuflischer Plan-n-n-n-n

Okko DiabloVon manchen Dingen trennt man sich ja ungern, doch mein Okko Diablo entwickelt sich langsam zum teuflischen Staubfänger. Für die akustische Gitarre einfach ein wenig overdressed. Wer allerdings die Zerre vom klassischen Stones Riff über Atze Datze zu Zakk dem Wylden sucht, der wäre mit diesem hangefertigten Custom Teil bestens bedient. Allerdings würde ich das Diablo Pedal ungern verkaufen. Ich suche jemanden der tauscht und zwar Okko gegen Tap Delay. z.B. so ein kleines LineSucks Teil (Echopark oder wie das heißt) oder ein tapfähiges Boss Delay-ay-ay-y.

Mit dem Okko Diablo hab ich damals die komplette Ohrenfeindt - “Schmutzige Liebe” eingespielt und bei Cliff Barnes & the Fear of Winning wurde es auch eingesetzt. Viel Gegensätzlicher können Produktionen ja kaum sein. Wärend das eine die Vollbrett Geschichte war, gings bei Cliff Barnes um fast cleane Chrunch Sounds. Beides kann das Pedal bestens. Und weil Okko Heiko so ungefähr alles in Handarbeit möglich macht, hab’ ich mir das Pedal vom Meister selbst umbauen lassen. Der on/off Switch bekam eine neue Funktion. Statt an/aus (wer will so’n Pedal schon ausschalten???) schaltet der Switch von Chrunch auf Vollbrett. Analog dazu leuchtet die kleine LED mal blau und mal rot. Da das Pedal sehr dynamisch auf das Volume Poti der Gitarre reagiert, hab’ ich eine on/off Funktion nicht gebraucht. Annähernd cleane Sounds ließen sich bestens mit runtergeregelten Volume Poti realisieren.

Wer Interesse hat zu tauschen, der kann sich via Kommentar oder Elektropost bei mir melden: boogie (ät) slidetone (punkt) net.

Nachgetragen: Erledigt, das Teufelchen hat eine neue Heimstatt am Rhein gefunden und hier macht es jetzt Echo-o-o-o-o.

Flaschenpost # 4

Heute, aus gegebenen Anlaß: Flaschenpost unplugged und trotzdem elektrisch. Wobei es nicht explizit nur um Bottleneck geht, aber eben auch. Thema ist nämlich: “Wie bekomme ich meine akustische Gitarre verstärkt?“. Der gegebene Anlaß sind die zwei letzten Gigs mit Cpt.Stubing & the Loveboats. Den Gig auf dem Reeperbahnfestival hab’ ich mit einem Piezopickup gespielt, den letzten Gig, im Club am Donnerstag, mit einem elektromagnetischen Pickup. Beide Gigs mit der selben Gitarre, eine pillich Southern Jumbo Kopie…

Pling pling buzz…

Das wohl am weitesten verbreiteste Pickupsystem für akustische Stahlsaitengitarren ist der Piezo Pickup. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Piezos an sich sind billig und nahezu unsichtbar (weil ja unter der Bridge montiert). Da aus so einem Piezopickup allein kein wirklich verwertbares Signal kommt, bedarf es allerdings einer aktiven Elektronik, die als PreAmp und EQ als Radioweckereinbauwand meist in der Zarge der Gitarre platziert wird. Je nach Güte des Piezos und der Aktivelektronik kann das Klangergebnis zufriedenstellend bis nett sein. Was es allerdings, meiner bescheidenen persönlichen Meinung nach, nie ist: wirklich dynamisch. Das liegt daran, das ein Piezo auf Druckveränderung reagiert und nicht auf die Saitenschwingung ansich.

Das arme Piezoteilchen klemmt brutal eingequetscht unter der Bridge. Wo soll’s da die Dynamik hernehmen? Fragt der Laie und wundert sich. Für den Wohlklang kann ich den EQ bemühen und dafür, das überhaupt was verwertbares aus dem Pickup kommt, den PreAmp. Aber Dynamik? Unter dem Druck? No way.

Gegensätze ziehen sich an …

Natürlich kann man einem Piezo auch auf die Sprünge helfen. Zum Beispiel in Kombination mit einem kleinen Micro im Klangkörper der Gitarre. Beide Signale zusammengemischt können schon ein wesentlich lebendigeres Klangergebnis bringen. Solche Kombi PickUps gibt’s inzwischen einige auf dem Markt. Allerdings kosten die auch deutlich mehr als ein einfaches Piezosystem und werfen oft neue Probleme auf. Für Soloakustiker, allein auf weiter Flur, ohne Drums & Bass (and shit, wie Eric Taylor es gestern beim Soundcheck im Club am Donnerstag nannte), mag ein solches Kombisystem aus Piezo und Micro durchaus Sinn machen. Kommt aber der übliche Akustikschmutz auf der Bühne dazu, dann stößt ein solches System auch schnell an seine Grenzen. Also muß eine andere Lösung her. Elektromagnet heißt das Zauberwort, jedenfalls für mich. So wie der klassische E-Gitarren Pickup: Spule, Magnet, Draht, fertig. Okay, nicht ganz. Die E-Gitarre wird ja normalerweise über einen Gitarrenamp verstärkt, wärend die Akustische uninplugged in eine D.I. Box und dann direkt in die P.A. geht. Ein passiver elektromagnetischer Pickup liefert da im Regelfall nicht genug Dampf. Und passive Pickups mit genug Dampf (also viel Draht auf der Spule) sind toll für Death Metal Geknatter, aber eben nicht für “akustische” Sounds. Also macht auch hier eine aktive Elektronik an Bord Sinn. Leider gibt’s bei Westerngitarren ein Problem, das man bei E-Gitarren nicht hat. Die Umwicklung der Saiten, bis auf die h’ und die e’ Saite, besteht aus einem bronzehaltigen Draht. Bronze ist nicht wirklich magnetisch. Was vom elektromagnetischen Pickup abgenommen wird ist nur der Kern der Saiten. Einfach einen Standard E-Gitarren Pickup ins Schallloch zu dengeln ist nicht die Lösung. Kann aber trotzdem interessant klingen. Ich hab’ z.B. in einer Akustischen sowohl einen P-90, als auch einen Danelectro Lipstick, eingebaut gehabt.

resopickup.jpg

Aber auch viele, speziel für die Akustische angebotene, elektromagnetische Pickups klingen nicht besonders ausgewogen. Die hohen Saiten zu laut, die umwickelten Saiten zu leise. Dabei gibt es scheinbar Methoden diese Unausgeglichenheit zu beheben. Der Sunrise Pickup, der leider einen halben Arm und ein linkes Bein kostet, kann das schon seit Jahren. Die alte schwarze Seymour Duncan Acoustic Röhre (SA-1 hieß der, glaub ich), konnte das auch (allerdings, da Single Coil, relativ wenig Output und mit passiver D.I. Box eher unbrauchbar). Beim letzten Gig hab ich mal den Shadow 145 Prestige ausprobiert, den der Captain schon in seiner kleinen Woody hat. Der Pickup ist ungefähr so häßlich wie es der Name vermuten läßt (und sieht damit schon wieder gut aus) und läßt sich, trotz Aktivelektronik, ohne Fräsarbeiten einbauen. Um das Testergebnis in vier Buchstaben zu fassen, bietet sich das Wort “toll” an. Wenn’s denn fünf Buchstaben sein dürfen, dann geht auch ein “super” durch.

Wärend ich beim “Piezo Gig” auf der Reeperbahn nicht nur unter den trantütigen Tonkutschern litt (man muß die Gitarre nach dem Instrumentenwechsel ja nicht zwingend in der P.A. hören, wenn man was spannendes zu lesen dabei hat), sondern auch mit dem etwas sehr zirpigen Piezosound kämpfte (trotz gutem PreAmp an Bord), war der “Elektromagnet Gig” im Club am Donnerstag die Entspannung pur. Der Shadow Pickup klingt ausreichend ausgewogen (und ließe sich, mittels der einzelnen Polepieces Schrauben noch justieren), sehr dynamisch und der Charakter der Gitarre bleibt erhalten. Den Sunrise, den ich vor Urzeiten mal getestet habe, hab’ ich nicht besser in Erinnerung. Im Gegenteil, mir erschien der Sunrise damals ein Tick zu mittig/nasig und der Shadow zeichnet ziemlich feine Höhen ohne zu nerven. Offen, luftig, fein. Nur zum Schrammeln hat ein Piezo, mit weniger Dynamik, die Nase vorn. Aber wahrscheinlich ist die Lösung auch hier einfach: beim nächstenmal für die Schrammelnummern einfach ein dünneres Plektrum nehmen.

Die Stärken vom Shadow Pickup kommen beim Picken deutlich hervor. Der Ton ist, auch leise gespielt, voll und rund und explodiert förmlich, wenn man es mal härter angeht. Alle Nuancen vom Bottlenecksound kommen voll zum tragen. Beim Piezo klang es, sobald es etwas härter zur Sache ging, scharf und trotzdem dünn.

Soweit, so gut. Vielleicht schnippsel ich später noch ein zwei Klangbeispiele der letzten beiden Gigs zusammen. Wer sich für den Shadow Pickup interessiert, kann sich auf deren Website mal umschauen: www.shadow-electronics.com

Nachtrag: Wer sich mal live anhören möchte, wie hervorragend sich elektromagnetische Pickups für Bottleneck eignen, dem sei z.B. David Lindley, John Butler oder Ben Harper ans Herz gelegt. Wer sich generell zum Thema Tonabnahme von Stahlsaitengitarren informieren möchte, dem seinen diese beiden umfangreichen Links empfohlen: Doug Young Guitar Pickuptest (mit Audio Files) und der Fingerpick Magazin Beitrag zu Pickups (nicht nur Pickups, sondern auch informatives zum Thema Microphonie).

Ad Astra

Ordnung ist das halbe Leben. Sagt man. Mag ja sein, dann hab’ ich ja noch mindestens 40 Jahre vor mir. Andere wiederum sagen: “per aspera ad astra“. Was ja, für jemanden der gerade mal via Asterix mit Latein in Berührung kam, ungefähr soviel bedeuted wie “holperig ist der Weg zu den Sternen“.

Sternhagelvoll oder Sinn für eine unergründliche Ordnung hatte jedenfalls der gute Mann, der diesen kleinen Bierkistenhaufen aufstellte. Fotografiert hat’s mein Lieblingsschlagzeuger.

Ad astra

Jodeln am 3.Oktober

In the squares of the city, In the shadow of a steeple;
By the relief office, I’d seen my people.
As they stood there hungry, I stood there asking,
Is this land made for you and me?

As I went walking, I saw a sign there;
And on the sign there, It said, ‘NO TRESPASSING.’
But on the other side, It didn’t say nothing.

That side was made for you and me.

This Land Is Your Land - Woody Guthrie

In den späten 30′er Jahren stand in einem Woody Guthrie Songbook folgendes:

“This song is Copyrighted in U.S., under Seal of Copyright #154085, for a period of 28 years, and anybody caught singin’ it without our permission, will be mighty good friends of ourn, cause we don’t give a dern.

Publish it. Write it. Sing it. Swing to it. Yodel it. We wrote it, that’s all we wanted to do.”

Woody Guthrie

Am 3.Oktober 1967 starb Woody Guthrie. Seine Ideen und seine Lieder leben weiter.

Gewalt ist keine Lösung

… wenn man nur drüber redet. Dazu der Wochenrückblick im Bild. Wobei der Rückblick etwas getrübt ist. Ungefähr so getrübt, wie das hochprozentige Zielwasser, das ein freundlicher Vollpfosten auf seinem Fahrrad getrunken haben mußte, um zielgenau mein Rücklicht zu pimpen. Leider hinderte ihn sein Alohohlspiegel nicht daran schneller in den Seitenstraßen verschwunden zu sein, als ich vom zweiten Stockwerk unten auf der Straße war. Dabei hätte ich der Kackbratze nur zu gern die Kauleiste auf links gezogen einen Vortrag über die Folgen von Alkohol im Strassenverkehr - und warum parkende Autos auch bei 2 Promille nicht ausweichen - gehalten.

Anders als der Rollerfahrer, der letzte Woche des Nächtens gleich drei parkende Autos mit hippen Schleifspuren versah, um dann volltrunken (und unverletzt) vor der Haustür liegen zu bleiben. Aufschlußreich der Funkverkehr* zwischen den herbeigeeilten Freunden und Helfern und deren Zentrale:

Zentrale: “Ist der Mann gewaltätig?
Freund und Helfer: “Nein, heute nicht mehr

Ruecksicht

* Nein, ich höre kein Polizeifunk ab. Deren Funken sind einfach nur so schweinslaut, das man auf 2 Meter Distanz noch einen Hörschaden bekommt…