Flaschenpost # 6

Diesmal gibt’s die Flaschenpost in Ton und Bild. Ganz ausgereift ist die Technik noch nicht, darum auch nur in Schwarz/Weiß, aber immerhin mit Delay und einem winzigen Led Zep Zitat. Das ganze ist auch mehr ein Testlauf, ob’s überhaupt geht und ausserdem wollte ich mal sevenload anstelle von YouTube probieren. Der Upload ging flink, was bei knapp 2,5 mb Video Größe des 3gp Files auch nicht anders zu erwarten war. Ich bin zufrieden. Zum Einsatz kamen meine alte Yamaha APX Mini, ein abgesägter Grappa Flaschenhals, ein kleiner Marshall 10 Watt Transen Amp und zuviel Delay von einem kleinen LineSucks Echopark Pedal.

Demnächst gibt’s dann auch Video mit mehr Nährwert.


Link: sevenload.de

Radio Radio

John PeelAnläßlich der Veröffentlichung der deutschen Übersetzung der John Peel Memoiren läuft auf ARD/radio eins gerade eine wundervolle Sendung über den, leider vor 2 Jahren verstorbenen, einflußreichsten DJ der Welt. Wer partout nicht weiß, was er mir zu Weihnachten unter den Baum legen will, dem kann ich ja mal stecken, das mich dieses Buch schon schwer erfreuen würde. Zum Nikolaus wünsch ich mir dann einen Mitschnitt der Sendung, die eine Live Veranstaltung vom Rundfunk Berlin Brandenburg ist. U.a. mit Christoph Hahn (Musiker und Übersetzer der Memoiren) und Wolfgang “Osama” Doebeling. Der Schauspieler Victor Calero liest aus dem Buch “John Peel - Memoiren des einflussreichsten DJs der Welt

Jetzt läuft gerade “Teenage Kicks“, der einzige Song der von John Peel 28 Sterne auf der Skala von 1-3 Sternen erhielt (1 Stern: Kann man spielen, 2 Sterne: Sollte man spielen und 3 Sterne für: Muß man spielen)…

Teenage Dreams so hard to beat

Ach nee…

Nein, nur weil man ein paar Tage keine Spuren in der kleinen Bloghütte hinterläßt, heißt das nicht, das nichts passiert (ist). Momentan plagt mich nur ein wenig die herbstliche Lese/Schreibblockade. Weder kann mich das Thema StudiVZ erregen (das beste zu dem Thema schrieb Spreeblick Johnny unlängst: “Spräche man „StudiVZ“ so, wie man auch „flickr“ spricht, also als ganzes Wort und nicht mit einzelnen Buchstaben am Ende, wär’s mit der Mundpropaganda auch vorbei.“) noch treibt es mich um über neue musikalische Entdeckungen zu schreiben. Es gab’ in den letzten Tagen einfach nichts Neues zu entdecken. Punkt. Nur so für’s Archiv.

Ach nee

Doppelgänger in Black

Auf das Johnny Cash Video “God’s Gonna Cut U Down” hab’ ich eben schon im Loveboats Blogbuch verwiesen. Neben der unglaublichen Promidichte auf knapp unter 3 Minuten Spielzeit fiel mir bei näherem Betrachten auf, das Keith Richards in der Überblende kurz wie Johnny Cash himself aussieht und Rick Rubin ja ein klasse Billy Gibbons Double abgeben würde.

Bono sieht hingegen wie Bono aus (Chris Martin hingegen sieht nicht wie Bono aus, was mich zumindest überrascht), Johnny Depp könnte sofort bei Soundgarden einsteigen und Brian Wilson geht auch als Jerry Lee Lewis Clone durch. Nicht wirklich ähnlich sehen sich jedoch Kate Moss und Iggy Pop. Eher wie Patty Smith, aber das war wohl schon immer so.

Cash Screenshot

Mohammed Karikatur?

Dass N24.de nie in die engere Wahl meiner persönlich genutzten Nachrichtenquellen kommen wird, hat einen anderen Grund: Man findet zwischen so genannter “Promotion”, “Suchtipps”, “Marktplatz”, “Shoptipps”, “Webtipps” und einigen regulären Werbe-Bannern den eigentlichen Kern einer Nachrichten-Website nur unter großen Mühen: Die Nachricht.

So zu lesen unlängst im Notebook - Online Journalismus Blog*. Dabei tut man N24 jedoch unrecht. Zwar versteckt N24 erfolgreich Nachrichten, aber deren Satireseite hat sich gewaschen. Da kann sich SPAM@SpOn aber mal gepflegt eine Scheibe abschneiden.

Allerdings versteckt N24 nicht nur Nachrichten, sondern auch ihre Satireseite. Ahnt ja niemand, das die Satire unter dem Menüpunkt Galerien zu finden ist. Jedenfalls fand ich da das Thema Mohammed Karikatur spitzenmäßig aufgearbeitet. Auch wenn es mich etwas nachdenklich stimmt, das gegen das Gebot: “Du sollst dir keinen Bart machen” eindeutig verstoßen wird. Aber Satire darf das:

N24 Screenshot Cat Stevens

Das es sich bei diesem Screenshot um eine Werbeeinblendung für die neue Platte von TAFBASDGACSANYI** handelt, wird natürlich schnell klar, wenn man weiterklickt. Der freundliche Turbanträger, Inbegriff des Bösen, ist natürlich kein geringerer als Klaus Günter Karl Nakszyński, besser bekannt als Klaus Kinski, der als Cat Stevens Musikgeschichte schrieb. Auf dem nächsten Screenshot zu sehen bei seiner Freizeitbeschäftigung als dänischer Bildreporter.

N24 Screenshot Klaus Kinski

* Der Betreiber des Notebook - Online Journalismus Blogs ist übrigens Entwicklungsredakteur für Focus Online. Ein Online Magazin, das es auch ganz hervorragend schafft Nachrichten zwischen Fakten Fakten Fakten Werbung Werbung Werbung zu verstecken.

** The Artist formally born as Steven Demetre Georgiou aka Cat Stevens Now Yusuf Islam, der übrigens erst am 21. Juli wieder Geburtstag hat

Balanced remixed

Warum leckt sich der Hund die Eier? Weil er’s kann. Punkt. Apropos können, kann sich noch jemand an die Zeit erinnern als Schallplatten noch tiefe Rillen hatten, der Antrieb des Plattentellers noch rumpelte und ein fieses, aber doch anheimelndes, Trafobrummen die Musik begleitete? Ich ja, wenn auch schwach. Da war mal eine alte Schaub-Lorentz Plattenkiste, Marke Eiche Rustikal, mit komischen ovalen Speakern, einem magischen Auge und überhaupt… sie roch nach altem Holz, wankelmütigem Strom aus der Steckdose und Staub auf den Röhren. Und weil’s das heute auch in geruchsfrei/digital gibt, hab ich “You owe me nothing” nochmal abgemischt.

Falls es jemanden interessiert, hier gibt’s die (fast) unbearbeitete Version und wer’s selber mal knistern lassen möchte, der kann sich bei iZotope das Vinyl PlugIn für umme runterladen. Nicht das man sowas wirklich braucht, aber irgendwie ist das so wie mit dem Eierlecken. Wenn man’s kann, beklagt man sich wahrscheinlich auch nicht.

Cpt.Stubing & the Loveboats - You owe me nothing (Vinyl Remix)

Edit: Das Soundfile ist leider im ewigen Datennirvana entschwunden. Das Vinyl PlugIn gibt’s jetzt hier zu hören.

Balanced

Befindlichkeitsbloggen ist nicht meine Baustelle. Nicht wirklich, auch wenn einen das Leben (und der Tod) manchmal zwingen will die Untiefen des eigenen Seelenlebens freizulegen. Montag ist Nick gestorben, Dienstag war erster Hochzeitstag. Nicht nur das beide Ereignisse direkt aufeinander folgten, nein, Nick war nicht nur ein Freund sondern auch unser Trauzeuge vor einem Jahr. Was für ein Balanceakt aus Trauer und Freude. Punkt.

dsc00707.jpgBalanced” ist ein schönes Wort. Find ich. Eins der schönsten Worte der englischen Sprache. Unlängst holten wir bei einer Loveboats Probe einen selten gespielten Titel aus der Liederwundertüte. “You owe me nothing” ist ein Song, der sich wunderbar um das Wort “balanced” schmiegt.

Die Aufnahme ist etwas holperig geraten aber so ist das, wenn ein Lied etwas Staub ansetzt und so ist es gut. Wie so oft (also ungefähr 250 mal) lief einfach der kleine mp3 Recorder mit und fing ein, was an Musik in der Luft lag. Hätte ich ein kleine PlugIn für Plattenknistern, dann hätte ich es für dieses Lied eingesetzt. So ist die einzige Nachbearbeitung ein herausoperierter Akkord, der partout an eine Stelle wollte wo er nicht hingehörte.

Auf Wiedersehen…

Wenn es Gerechtigkeit gibt, dann gibt es auch einen Rock’n'Roll Himmel. Und wenn es einen Rock’n'Roll Himmel gibt, dann steht da ein Mischpult und wartet auf dich. Heute Morgen, um halb Neun, bist du zu deinem letzten Gig aufgebrochen.

Keep smilin’ thru. Just like you always do.’Til the blue skies drive the dark clouds
Far away

We’ll meet again - Johnny Cash

Wir sehen uns wieder. Danke das du da warst, Nick († 6. November 2006).

rip_nick.jpg

Nachtrag: Ein sehr lieber Freund hat zu Nick folgendes geschrieben:

Klar war es klar, das er die Kerze mit dem Flammenwerfer bearbeitet. Aber doch nicht in echt und wirklich…. Ich dachte irgendwie der bekommt die Kurve und sitzt als Mönch auf einem Gipfel und ab und an schlägt er sich mit dem Mönch auf dem Nachbargipfel, weil der ihm mal wieder dumm gekommen war. Hätte ich ihm gegönnt, ein wenig Ruhe, irgendeinen Trick hätte ich ihm gerne verraten, wie er mit dieser ungeheuren Wut klarkommt, die er in sich drinnen hatte und die doch überhaupt nicht zu ihm paßte. Leider war er ja weit entfernt davon zuzuhören.

Ich hätte es nicht besser schreiben können. Mir haben diese Worte sehr dabei geholfen Abschied von Nick zu nehmen und ihn so in Erinnerung zu behalten, wie er war. Ein streitbarer, aussergewöhnlicher Freund.

Saublödertraum revisited

Nicht das ich nichts besseres zu tun hätte als schlecht zu träumen, aber gestern Nacht ist es wieder passiert. Ich träumte, die Fernbedienung hätte sich in ein quiekendes Ferkel verwandelt. Wäre nicht weiter schlimm gewesen, wenn die blöde Sau nicht das Weite gesucht hätte und der Fernseher mittels Pflasterstein auszuschalten gewesen wäre. Aber Pustekuchen. Die blöde Sau hat den Pflasterstein gleich mitgenommen. Na toll. Im Fernsehen läuft die neue Reality Soap: “Kuhjunge sucht Scheidungs-Nanny“. Die Handlung ist einfach, wie einleuchtend: ein drittklassiger aus dem dritten Programm bekannter Komödiant, der regelmäßig spät Nachts aus der Kantine des WDR sendet, gründet blitzartig eine Cuntry Kapelle und macht sich auf die Suche nach einem, vor laufender Kamera paarungswilligen Popsternchen Pärchen. Ungefähr 100 Folgen später kommt die Scheidungs-Nanny und bereitet dem bösen Spuk ein Ende. Showdown in einem Elektroschrottmarkt. Im Abspann sieht man das inzwischen paarungsunwillige Popsternchen Pärchen getrennte Wege gehen. Er muß 15 Minuten auf die stille Rolltreppe, wärend sie in der Abteilung für Flachbildschirme entschwindet. Die Cuntry Kapelle singt dazu Unverständliches zur Melodie von: “Macht kaputt was euch kaputt macht“. Die Scheidungs-Nanny heiratet den Kuhjungen und eröffnet in Finnland eine Frittenbude für Hackfressen…

Dann wachte ich auf und stellte beruhigt fest: Alles nur ein böser Traum. Die Verlagsrechte an “Macht kaputt was euch kaputt macht” liegen nämlich gar nicht bei der Sony…

Es folgen Stichworte in unzusammenhängender Reihenfolge, die allein der besseren Traumdeutung Auffindbarkeit dieses Eintrags dienen:

GEMA Repertoire Suche, Saubillig, Spezialtextdichter, George Glueck, Rio Reiser, Werbung, x-cell Records, 100 Songs für 3 Akkorde, Dittsche, Sony, König von Deutschland

15 Minuten und der Blues

Von Andy Warhol stammt der Satz: “In the future everybody will be world-famous for 15 minutes“. Ein paar Minuten davon hab’ ich mir, Dank der Unterstützung von Spreeblick Johnny, mit meinem Rio Reiser Albtraum abgeknappst. Gut 450 Besucher am Sonntag, über 950 am Montag und gestern nochmal gut über 250 Besucher in meiner kleinen Bloghütte. Ab heute ist dann wieder business as usual angesagt, der Spreeblick Beitrag, der auf meinen Albtraum verlinkte, ist auf Seite 2 gewandert. Meine Herzallerliebste fragte mich gestern noch: “Was hast du nun davon?“. Nichts. Also fast nichts. Immerhin sind über 1500 Besucher in 3 Tagen schon ein paar mehr, als ich in 15 Minuten auf dem Bahnhof volltexten könnte. Abgesehen davon, das ich keine Lust verspüre mich auf den Bahnhofsvorplatz zu stellen und die Passanten mit meinen Schlafstörungen zu belästigen. Doch wenn von den 1500 Besuchern der eine oder andere mal wieder einen Rio Reiser Song ausgegraben hat, dann war’s die paar Minuten Blogosphären Ruhm wert.

An anderer Stelle, aber nicht allzuweit von der Rio Reiser Geschichte entfernt, wird übrigens an Peter Greens 60’sten Geburtstag erinnernt. Beim Namen Peter Green wird es wahrscheinlich nicht mehr bei allzuvielen klingeln. Wer sich aber an die unsägliche Werbung von C&A erinnert, in der Gary MooreWalking By Myself” zum besten gab, der hat Peter Green schon mal gehört. Zumindest seine legendäre Les Paul, die er Gary Moore, unter welchen Umständen auch immer, vor gut 30 Jahren schenkte. Nun steht die “Peter Green/Gary Moore Les Paul” schon seit März ‘06 zum Verkauf. Und da wird sie wohl auch noch eine Weile stehen. Der Preis ist ja nun nicht gerade saubillig. Ein Gerücht ist jedoch, das die Gitarre demnächst bei C&A beworben werden soll. Der Werbeslogan “C&A, ich bin doch nicht blues” klingt einfach zu sehr nach Elektroschrottdiscounter.
76'er Strat Body, leicht vermackelt
(Symbolbild: Der Rest meiner erste Strat, jetzt 30 Jahre alt, in einem Anfall von “Sunburst? Ich bin doch nicht blöd” mehrmals neu lackiert und irgendwann dem Schicksal als Frühstücksbrett überlassen. Wollen wir mal hoffen, das das dem lackierten Klodeckel des Nachbarn nicht auch droht. Auf diesem Instrument wurde übrigens mehrmals “Albatros” und “Macht kaputt was euch kaputt macht” gespielt, aber garantiert nichts von Gary Moore. Und unverkäuflich ist der Body auch noch. Ich bin doch nicht blöd Gary Moore.)