Übersicht 2006

Nein, keine Sorge, hier kommt kein Jahresrückblick. Inzwischen hab’ ich soviele Jahresrückblicke in Blogs gelesen, das ich mich an das eigene Jahr 2006 kaum noch zurückerinnern kann. Nur soviel zurück- und vorausblickend: mein (zugegeben f*cking unübersichtliches) Blogdesign wird vorerst ins neue Jahr übernommen. Erstens fehlt die Zeit um neu zu tapezieren, zweitens ist meine neue Lust an der Übersichtlichkeit voll und ganz im singalong.blog befriedigt und drittens muß hier keiner lesen, wenn er, sie, es nicht mag. Ein Großteil der täglich ca. 100 Mitleser findet hier eh nicht was er sucht. Und ich nehme mal an, das hauptsächlich er sucht. Über 2000 Anfragen über Google suchen nämlich nach einem Pornosternchen, deren Name im übrigen nicht einmal in einem Blogbeitrag bei mir vorkommt, sondern nur in einem Kommentar.

Last but not least soll es doch noch einen, wenn auch nicht persönlichen, kleinen Rückblick geben. Und gleichzeitig eine kleine Vorausschau zum Thema digitale Nachbarschaft. Gefunden bei netzpolitik.org. Ein Podcast mit John Perry Barlow und John Gilmore. Ersterer war Texter von Grateful Dead, beide sind Urgesteine des Internets und Cyberhippies obendrein. Ein bischen Zeit sollte man schon mitbringen, die Aufzeichnung des Gesprächs mit Barlow und Gilmore ist nicht unerheblich lang und führt zurück bis in die Mitte der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Sozusagen in die frühe Kreidezeit des Webs. Dafür wird man gleich am Anfang mit Geschichten über Fingerabdrücke auf Disketten und kuh-wrestlenden FBI Agenten aus Wyoming entlohnt.

Nachsichtgetragen: Eine kleine Übersichtsspielerei hab’ ich dies’ Jahr noch eingebaut. Mauszeiger auf dem Link parken und warten. Das PlugIn und Infos wie man die Snap Vorschau in Wordpress einbaut, gibt’s hier.

Meaning Of Life

Weihnachtszeit, besinnliche Zeit, Zeit der Jahresrückblicke und vor allem die Zeit in der man sich die Sinn des Lebensfrage stellt. Die Antwort ist, wie sollte es auch anders sein, 42. Früher, als der Weihnachtsmann noch auf einem Dinosaurier zur Bescherung ritt, gab’ es drei Fernsehprogramme. Um Mitternacht gab’s das Testbild und zu Weihnachten, darauf war Verlaß, was von Astrid Lindgren. Heute ist das alles anders. Heute muß man alles selber machen. Hab’ ich dann auch gemacht. Der kleine Kinderfilm. Starring Guitar Leo & Dancin’ Travis und Robert Tijuana singt mit seinem Junior MikeThe Meaning of Life“. Ein Film sagt mehr als tausend Worte.

Nur über die Tonqualität legen wir den Mantel des Schweigens. Na gut, früher, also als noch alles anders war, da konnte man mit dem Telefon auch noch keine Videos aufnehmen. “Meaning of Life” in gut klingend gibt’s auf Bob Tijuanas MySpace Seite.

Merry Xmas everybody und hier kommt er, der Sinn des Lebens:


Link: sevenload.de

Merry X-Mas…

Wir schreiben das Jahr 1987. Ein paar furchtlose Cowboys ohne Stetsons und Sporen, dafür mit wüsten Filmen im Kopf und ohne jedes Zeitgefühl, verlassen das staubige Studio. “The Record That Took 300 Million Years To Make” ist endlich fertig. Angst vor’m Gewinnen kennen die Jungs (und zeitweilig Mädels) um Robert Tijuana und Big Dog Doug Latrine nicht. 13 Millionen Jahre später kehren die Unerschrockenen mit “Merry X-mas (I’m dressed in black)” zurück aus Texas, wo sie Lieder für Hochzeiten und Beerdigungen schrieben. Kurz darauf wird, von der Stetsontragenden Cuntryfaschingsgemeinde völlig unbeachtet, die CD “godsatwork” veröffentlicht. Die Fachpresse schließt sich der Stetsontragenden Cuntrygemeinde an. Das Rolling Stone Magazin bringt im Veröffentlichungsjahr einen fetten alt.country Beitrag, natürlich ohne Cliff Barnes & the Fear of Winning auch nur mit einem einzigen Wort zu erwähnen. Immerhin zieht ME/Sounds die “Klingt streckenweise nach Gram Parsons/Emmylou Harris“- Karte. Dann folgen gefühlte 300 Millionen Jahre Ruhe.

Wir schreiben das Jahr 2006. Unerschrocken (und mehr oder weniger Ungeprobt) treten Cliff Barnes & the Fear of Winning zu ihrem - vielleicht letzten - Auftritt an. Ohne “Merry X-mas (I’m dressed in black)“, vielleicht jedoch mit “No one’s got an Asshole like a Cowboy“, aber sicher mit Texas Mike & The Tumbleweed Cartel aus Austin/TX als Special Guest. Am 22.12.2006 in Nortrup (bei Osnabrück) auf dem Kassandra Zeltfestival.

CBATFOW - Merry X-Mas (I’m Dressed in Black)

via singalong.blog

Fett abrocken

Gestern noch echauffierte ich mich über’s Radio und verwies auf einen Keynotespeech von Chef Piraten Little Steven zum Thema Oldie Radio. Ich nehm’ alles zurück und behaupte das Gegenteil. Von was auch immer. Zu dem Zeitpunkt, als ich den gestrigen Beitrag schrieb, hatte ich nämlich noch nicht den Fernseher eingeschaltet. Fehler. Fetter Fehler. Leute, hört mehr Radio.

Gestern auf HH-1 TV, der Hamburger Alternative zu SUPERRTLSAT1PRO7QVCetc. gab’s eine Stunde fett Oldiesabrocken. Aus Hartenholm. Hartenholm stell ich mir ungefähr so vor wie der Name dieser kleinen beschaulichen Gemeinde klingt. Wahrscheinlich ist es schlimmer. Auf der Bühne u.a. lustige Playbackshows von Sweet (mit Mühe und Not konnte man sogar erkennen, das zwei von drei Gitarristen mal Andy Scott war und der andere trug eine Art Jogginganzug mit Notenschlüsselaufdruck) und Suzie Quattro (die immerhin nicht mehr aussieht wie Mireille Matthieu wie noch vor wenigen Jahren). Das Playback ein Segen sein kann, stand spätestens bei dem Hamburger Act Foxie B. fest. Was laut Hamburg Abendblatt “klingt wie Joe Cocker und Van Morrisson zusammen” war das schlimmste Abschlachten von 60er und 70′er Jahre Rockschunklern das man sich vorstellen kann. Ok, das Hamburger Abendblatt bemängelte immerhin: “Sänger Buttsche Reinecke kauderwelscht sich zwar ohne störende Text- und Englischkenntnisse durch die Lieder…”. Schwamm drüber.

Apropos Schwamm (in Ermangelung an einer passenden Überleitung zu den folgenden Mattscheibenfotos), ich wollte meinen Augen nicht trauen als ich diese rockende Masse von Moderator sah. Das Links ist übrigens nicht Thomas Magnum und rechts steht der …. ähhh also… der… Moderator.

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Anmoderiert wurde übrigens nicht Meat Loaf. Auch wenn das nächste Bild ganz, ganz fett Übles vermuten läßt, aber nein, es waren auch nicht die Scorpions. Dann hätte das Abendblatt sicher auch nicht geschrieben:

Tatsächlich handgemachte Livemusik, die wegen ihrer Komplexität jedoch nicht so recht zum eher hemdsärmeligen Stil des Abends passt. Viele Zuschauer nutzen diese Gelegenheit und gehen zum Luftschnappen ins Vorzelt, wo es Getränke und Speisen gibt.

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Nein, kein wirkliches Happy End, das ist nicht Chris Spedding

Pussy Radio

Radio anyone? Ich meine jetzt richtiges Radio. Das gute alte Dampfradio. Klar, jetzt zur Vorweihnachtszeit geht Radio gar nicht. Überhaupt nicht. Ging noch nie. Selbst als Radio noch einigermaßen ging. Nun bin ich ja mit Radio aufgewachsen. Damit ist es endgültig raus: ich bin ein B.O.F.*. Wenn ich in mich gehe, kann ich sogar Vinyl fehlerfrei buchstabieren. Theoretisch also alt genug, das mir dieser kleine Dialog hätte auch passieren können:

Grampa weren’t you in radio once?
Yes, Grandson,” you’ll reply.
Could I ask you something,” he’ll say.
Of course, my love, anything,” you’ll say.
Grampa where were you WHEN THE FUCKING PUSSIES TOOK OVER?

Wer alt genug ist oder zufällig ein Piratentuch griffbereit hat, der lese hier weiter:
Little Steven’s Keynote - Radio & Records Convention 2005.

Apropos Weihnachten und Radio: Wer noch nicht weiß was er mir zu Weihnachten schenken kann: Radio Radio.

*Blogging Old Fart

Sing along…

Die Idee trug ich schon eine Weile mit mir rum und als bei der letzten Loveboats Probe der Captain auch noch mit der selben Idee aufwartete, war es klar: jetzt wird’s gemacht. Eine Gemeinschaftsbloghütte muß her. Rudelschrieb, wie das Worterfindebueschel es sofort nannte. Die Idee ist eigentlich eine ganz simple. Es gibt zum einen immer wieder Musikthemen, über die ich gern was schreiben würde, aber irgendwie finden sie nicht den richtigen Weg in meine kleine Bloghütte. Zum anderen gibt’s eine handvoll liebenswerter, geschmackssichere Schreiber im Netz, die wundervolle Beiträge zum Thema Musik schreiben, die ich gern auch gesammelt in einem Blog finden würde. Und dann sind da noch die weisen Worte von Spreeblick Johnny

Es geht letztendlich darum, das Netz zu füttern. Mit allem, was in unseren Köpfen und Herzen herumspukt.

Und es spukt einfach mehr Musik in meinem Kopf und meinem Herzen als hier in die kleine Hütte paßt. Das heißt latürnich nicht, das es ab jetzt keine Musikbeiträge mehr im slidetone.blog geben wird. Die Musikbeiträge bleiben natürlich. Sie werden aber einen stärkeren persönlichen Bezug bekommen und in Zukunft (soviel zum Thema Neujahrsvorsätze) soll’s auch mehr Flaschenpost und Podcasts geben. Der eine oder andere Beitrag wird auch hier und im neuen singalong.blog erscheinen.

Für den singalong.blog ist vorerst ein Stammautoren Team von 5-6 Freunden geplant, plus Gastautoren, bekannt aus Funk, Film und Fernsehen Klein Bloggersdorf und dem Myspace Freundeskreis. Der Captain des Loveboats, Mr. Nap und das Haarbueschel sind schon mal an Bord und ich bin gespannt wer sonst noch so zusagt. Wer über einen unbestechlichen, großartigen, unantastbaren und überhaupt Musikgeschmack verfügt und sagt: “Hey, da würd ich gern mitsingenschreiben!“, der kann sich gern in den Kommentaren bewerben. Eine gestrenge und übellaunige Kommission wird sich dann dem Anliegen annehmen und entscheiden ob ihr in den erlauchtenen Kreis aufgenommen werdet oder ob euch ewige Verdammnis bei Wasser, Deutschland sucht den Suppenkasper und S*nnenschein droht. Also, wer mitsingen möchte, bitteschön…

singalong.blog

Nachgetragen: … und wer von Hand und zu Fuß bookmarken möchte: www.singalongblog.net

Die Küche bloggt…

Das Leben von Rockmusikern ist ereignisarm und höchst ergebnisoffen. Guter Stoff für Blogs sieht anders aus.

Das ist jetzt gut ein Jahr her und wer sich an Sven Regeners Adventsblog erinnert, der weiß das er sich zumindest im letzten Punkt getäuscht hat. Bei aller Ereignisarmut und Ergebnisoffenheit, der Adventsblog des Element of Crime Weihnachstmann Mastermind war allemal guter Stoff. So gut, das auf der EoC Webseite gerade empfohlen wird den Adventsblog doch dieses Jahr nochmal durchzulesen, weil’s ja eh jedes Jahr im Adventskalender der gleiche Scheiß zu finden ist. Gesunde Einstellung, wenn man nur im Dezember bloggt. Find ich.

Und was macht der geneigte Hörer erstklassiger deutschsprachiger Popularmusik den Rest des Jahres? Der schaut in die Röhre. Bei DuRöhre gibt’s zumindest jetzt das - an dieser Stelle denke man sich Räuspern und Hüsteln - brandaktuelle Video aus dem Jahre 2003 von Dziuks Küche: “Es war nicht der Hund“.

Da Weihnachten vor der Tür steht gibt’s nicht nur das YouTube Video sondern gleich einen ganzen Blog voll Dziuks Küche. Ganzjährig lesbar mit einem Archiv der kleinen hausinternen Dauerkolumne, die es schon auf Dannys alter Website gab, das bis zum Dezember 2001 zurückreicht. Genug guter Stoff um sich die Zeit bis Advent 2007 zu vertreiben. Dann kann man ja auch mal wieder Sven Regeners Adventsblog ausgraben.

Danny Dziuks Weblog, nicht nur zur Adventszeit: www.dziuks-kueche.de

Küchentisch & Tresen

Vielleicht wäre es eine gute Idee - in Anlehnung an ein Steve Earle Zitat - mit Cowboystiefeln auf Olli Dittrichs Tresen zu springen und ihm was von Markus Rill vorzutanzen? Townes Van Zandt, um den es in dem Zitat: “Townes Van Zandt’s the best songwriter in the world and I’ll stand on Bob Dylan’s coffee table in my cowboy boots and say that!” geht, riet seinem Kofferträger Steve Earle jedoch von diesem Unterfangen ab. Er habe die Bodyguards von His Bobness kennengelernt und rechne sich keine große Chance auf körperliche Unversehrtheit von Earle aus, sollte dieser tatsächlich auf Dylans Küchentisch rumtanzen.

Bei Markus Rill würde ich mir da weniger Sorgen machen. Der ehemalige Ringer hätte sicher weder Probleme auf Dittsches Tresen, noch auf dem Küchentisch von His Bobness. Village Records (USA) schreibt über Rill: “Erstklassige Songs. Der könnte auch den Typen in Texas noch einiges beibringen“. Aber nicht nur die Typen in Texas könnten noch was von ihm lernen. Also, Cowboystiefel raus und rauf auf die Küchentische von Tom Astor, Truck Stop, Texas Lightning, Gunther Gabriel und wie sie alle heißen…

Video via Countrybueschel.

Und wo wir gerade bei Küchentischen waren: am Samstag, den 09.12., spielt Markus Rill in der Kleinen Osteria (Rastede bei Oldenburg), die eine excellente Küche haben sollen.

Gruene Syntax

Bündnis 90/Die Grünen haben ein neues Logo oder - besser gesagt - hätten haben können. Haben sie nämlich nicht, weil auf dem aktuellen Parteitag beschloßen wurde, denn Beschluß über das neue Logo zu verschieben und einstweilen den Antrag der Parteioberen, das neue Logo durchzuwinken, von der Basis abgelehnt wurde. Ist ja nicht weiter schlimm, weil’s eh spannenderer Themen gäbe. Ex Ton Steine Scherben Managerin Claudia Roth ist trotzdem begeistert vom neuen Schriftzug. Die Schrift “Gruene Syntax” würde “irritieren” und “nicht Mainstream” sein, “so wie wir“. So zitiert SpOn und fügt hinzu: “Das Auffälligste an der Schrift ist, dass sie serifenlos ist und der Buchstabe “e” jeweils in halben Schwung endet…”

Wobei mir nicht wirklich klar ist, wo die Roth die Begeisterung für die extra entwickelte Schrift hernimmt. Fein, das Schriftbild “irritiert“. Ist das gut oder ist das gut? Frau Roth? Supi gesagt. Und wer ist jetzt “Mainstream” oder nicht? Oder doch nicht wie wir oder eben doch wie wir, also irritierend. Irgendwie. Der Spiegel Artikel bringt es da schon eher auf den Punkt: “… jeweils in halben Schwung endet…“. Geht doch. Punkt. Das mit dem halben Schwung. Das ist gut. Und prompt prangt das neue Logo auch schon auf der Website der Grünen.

Screenshot Website Gruene

Vielleicht hätte die Werbe- und Ideenagentur Zum Goldenen Hirschen, die vor 2 Jahren den Auftrag zur Neugestaltung bekamen, mal meine Großmutter fragen sollen. Die wußte jedenfalls schon: “Grün und Blau ziert die Sau“. Was sie nicht wußte war das Ende vom Lied: “Schwarzbrenner sind keine Opfer, sondern Täter –denn 10.000 schwarz gebrannte CDs vernichten eine Nachwuchsband.“. Das wußte zumindest der Phonoverband in seiner Kampagne “Copy Kills Music” zu berichten. Sollte der geneigte Leser jetzt irritiert sein, was die simple Farblehre meiner Großmutter mit den Grünen zu tun hat und die Grünen mit dem Phonoverband (oder gar meine Großmutter mit dem Phonoverband) und die Sau und überhaupt… den kann ich beruhigen: Nichts, aber auch gar nichts hat das eine mit dem anderen zu tun. Also, fast nichts, jedenfalls nichts mit meiner Großmutter. Hinter dem neuen Logo der Grünen und der “Schwarzbrenner vernichtet Nachwuchsband” Kampagne steckt jedoch werbetechnisch ein und der selbe Hirsch die selbe Werbeagentur.

Und meine Großmutter? Die hatte einen röhrenden Hirsch in Öl über der Essecke hängen. Mit viel Grün und Blau…