Gruene Syntax
Bündnis 90/Die Grünen haben ein neues Logo oder - besser gesagt - hätten haben können. Haben sie nämlich nicht, weil auf dem aktuellen Parteitag beschloßen wurde, denn Beschluß über das neue Logo zu verschieben und einstweilen den Antrag der Parteioberen, das neue Logo durchzuwinken, von der Basis abgelehnt wurde. Ist ja nicht weiter schlimm, weil’s eh spannenderer Themen gäbe. Ex Ton Steine Scherben Managerin Claudia Roth ist trotzdem begeistert vom neuen Schriftzug. Die Schrift “Gruene Syntax” würde “irritieren” und “nicht Mainstream” sein, “so wie wir“. So zitiert SpOn und fügt hinzu: “Das Auffälligste an der Schrift ist, dass sie serifenlos ist und der Buchstabe “e” jeweils in halben Schwung endet…”
Wobei mir nicht wirklich klar ist, wo die Roth die Begeisterung für die extra entwickelte Schrift hernimmt. Fein, das Schriftbild “irritiert“. Ist das gut oder ist das gut? Frau Roth? Supi gesagt. Und wer ist jetzt “Mainstream” oder nicht? Oder doch nicht wie wir oder eben doch wie wir, also irritierend. Irgendwie. Der Spiegel Artikel bringt es da schon eher auf den Punkt: “… jeweils in halben Schwung endet…“. Geht doch. Punkt. Das mit dem halben Schwung. Das ist gut. Und prompt prangt das neue Logo auch schon auf der Website der Grünen.

Vielleicht hätte die Werbe- und Ideenagentur Zum Goldenen Hirschen, die vor 2 Jahren den Auftrag zur Neugestaltung bekamen, mal meine Großmutter fragen sollen. Die wußte jedenfalls schon: “Grün und Blau ziert die Sau“. Was sie nicht wußte war das Ende vom Lied: “Schwarzbrenner sind keine Opfer, sondern Täter –denn 10.000 schwarz gebrannte CDs vernichten eine Nachwuchsband.“. Das wußte zumindest der Phonoverband in seiner Kampagne “Copy Kills Music” zu berichten. Sollte der geneigte Leser jetzt irritiert sein, was die simple Farblehre meiner Großmutter mit den Grünen zu tun hat und die Grünen mit dem Phonoverband (oder gar meine Großmutter mit dem Phonoverband) und die Sau und überhaupt… den kann ich beruhigen: Nichts, aber auch gar nichts hat das eine mit dem anderen zu tun. Also, fast nichts, jedenfalls nichts mit meiner Großmutter. Hinter dem neuen Logo der Grünen und der “Schwarzbrenner vernichtet Nachwuchsband” Kampagne steckt jedoch werbetechnisch ein und der selbe Hirsch die selbe Werbeagentur.
Und meine Großmutter? Die hatte einen röhrenden Hirsch in Öl über der Essecke hängen. Mit viel Grün und Blau…
Kommentare
2 Kommentare zu “Gruene Syntax”
Na, dann mal los!
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- Du bist Werber
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dings @ identi.ca
Aber welche Band wurde denn nun vernichtet? Die Küllerpülze? Ich aber fuhr gestern noch beim Rio Reiser Haus in Fresenhagen vorbei. Dem Vernehmen nach ist dort ja ein Ponyhof geplant, weil das Geld alle sein soll. Ich weiß aber nicht, was Deine Großmutter dazu sagt.
Das Leben ist nunmal kein Ponyhof.