GEMA Post Albtraum

Man sollte vor dem Einschlafen nicht mehr so viel reißerischen Krams lesen. Das beunruhigt nur und sorgt für suboptimale Träume. So träumte ich gestern, das wir das Jahr 2008 hätten und die Novelle der Novelle der Urheberrechtsnovelle im Korb wäre. Und ich hätte Post von der GEMA bekommen. Ich las im Traum:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    sehr geehrte Mithörer,

    auch Hinhören gehört zu Ihrem täglichen Leben. Aus diesem Grund haben Sie sich sicher dafür entschieden, hinzuhören wenn jemand in ihrer Nähe ein Lied pfeift.

    Bitte beachten Sie aber, das durch Schallwellen ein urheberrechtlich relevanter Vorgang an Ihr Ohr dringt, für die Sie die notwendigen Nutzungsrechte an der dafür genutzten Luft erwerben und eine Vergütung entrichten müssen. Die GEMA als Verwertungsgesellschaft der Urheberrechte der Musikurheber räumt Ihnen die Rechte ein und erhebt im Namen der Musikurheber die Vergütung.

    Die einfachste und kostengünstigste Art die Rechte zu erlangen, ist einmal kräftig durchatmen und der Abschluss eines Lizenzvertrages. Durch Abschluss eines Lizenzvertrages erwerben sie die notwendigen Nutzungsrechte zu einer Vergütung in Höhe von

    EUR 70,00 netto, zuzügl. 7% Ust. Pro Jahr und Atemzug.

    Bitte beachten Sie, das ein ausschließliches Durchatmen ohne Abschluss eines Lizenzvertrages dazu führen kann, das Luft genutzt wird, für die Sie die notwendigen Nutzungsrechte erwerben und eine Vergütung entrichtet müssen.

    Die einfachste und kostengünstigste Art die Rechte zu erlangen… s.o.

    Bitte halten Sie bis auf weiteres Ihren Atem an und hören Sie weg, bis wir Ihnen den Lizenzvertrag übersandt haben. Bitte unterschreiben Sie eine Ausfertigung und senden Sie uns diese innerhalb der nächsten 14 Tage zurück.

    Sicherlich gehört das Unterzeichnen von Lizenzverträgen zu Ihrem täglichen Leben. Sie haben sich sicherlich dafür entschieden einen Kugelschreiber zu nutzen.

    Bitte beachten Sie aber, dass diese Nutzung eines Kugelschreibers ein urheberrechtlich relevanter Vorgang ist, da mit Kugelschreibern urheberrechtlich geschützte Texte und Noten kopiert werden.

    Die einfachste und kostengünstigste…

Dann wachte ich auf, da der Postmann zweimal klingelte. Nachdem er mir glaubhaft versichern konnte, wir hätten heute erst das Jahr 2007, nahm ich den Brief von der GEMA an.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    sehr geehrter Internetnutzer,

    auch ein gelungener Internetauftritt ist Ihre Visitenkarte. Aus diesem Grund haben sie sich sicher entschieden, Ihre Internetseite mit Musik zu unterlegen.

    Bitte beachten Sie…

Heute vor dem Einschlafen zur Lektüre empfohlen:

Bis zu 600 Millionen Euro Abgaben könnten durch die Novelle des Urheberrechts künftig jedes Jahr an Autoren und Künstler fließen…
[Quelle Bitkom]

Mit der Urheberrechtsnovelle entzieht die Bundesregierung
den Musikautoren den fairen Lohn für private Kopien

[Quelle GEMA Mitgliederkampagne “Kampf gegen Korb 2″]

Kommentare

2 Kommentare zu “GEMA Post Albtraum”

  1. FALK stands for FUCK ART - LETS KILL! » Dann bleib ich mal gespannt am 16. Februar 2007 10:16 pm

    […] Da hat noch wer schlecht geträumt. Alles nicht mehr wahr… […]

  2. And Then There Were Three… at slidetone.blog am 17. Februar 2007 12:21 am

    […] vermutete zuerst, das es sich bei dem GEMA Brief, der mir unlängst in den Briefkasten flog, um eine Art “Wir probieren es mal blind, einer […]

Na, dann mal los!





    Ist mir Latte

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