Kuschelpunks not dead

Ignore Alien OrdersIch war Zwölf als das Punkdingens - das verspätete britische - explodierte. Die nächsten Jahre waren spannend, laut und bunt. Punk fand ich gut. Kiss auch. Kiss Alive! Wie geil war das denn? Und Ramones. It’s Alive. Da war ich Fünfzehn und ein Keks. Hamburg war ein bischen London. Punks gegen Teds gegen Popper. Dann Rock’A'Billies und Punks zusammen gegen die Schnöselfraktion. Der Sommer am Mönkebrunnen. Das erste Motörhead Konzert in der Markthalle. Fast nur Punks im Publikum. Beim zweiten Motörhead Gig prügeln Lemmy und Freunde einen Haufen randalierender Teds durch’s Foyer der Markthalle. Apropos Markthalle, da war dann noch der legendäre Clash Auftritt, Neunzehnachtzig wenn mich jetzt nicht alles täuscht, als Strummers Tele einem krakelenden Punk im Tiefflug einen neuen Scheitel zog. Ignore Alien Order. Ausverkauf-, Verrat-, Kommerzgeheul allerorts. Ach Kinder…

Jahre später, nur Mr. Kilmister ist keinen Tag gealtert, entdeckte ich die Head Cats bei MySpäce. Furztrockener Rock’A'Billy mit britischer Pubrock-Würze. Auf Augenhöhe mit Johnny Kidd & the Pirates, die Ur-Väter von Adam Ant und Dr. Feelgood. Pubrock, die Keimzelle des Brit-Punks, die nur drauf wartete von MC5, den Stooges, den New York Dolls und den Ramones befruchtet zu werden. Aber ich schweife ab. Die Head Cats. Die streunende Katze Slim Jim Phantom, Motörkopf Lemmy und Wanda Jackson Gitarrist Danny B. Harvey. Der Rock’A'Billy Saitenmeister war der letzte, der mit Johnny Ramone im Studio aufnahm. Elvis auf dem Surfbrett. Aus Viva Las Vegas wurde Surf Vegas

Das und einiges mehr ging mir durch den Kopf als ich den “Scheiß Re:Publica” Beitrag von Alexander las. Ich bin ja nun nicht wirklich Fan Zielpublikum seiner kleinen Bloghütte, aber das was sich da, ziemlich entspannt, in den Kommentaren entwickelt ist eine angenehme Abwechslung zu dem Bölkstoff, den man in den letzten Tagen ansonsten zu dem Thema in manch anderen Bloghütten liest. Auch wenn Alexander freibleibend dankend auf Linkanbiederung verzichtet, so find ich zumindest den Kommentarstrang sehr lesenswert.

Kommentare

11 Kommentare zu “Kuschelpunks not dead”

  1. der schlanke mann am 17. April 2007 11:15 pm

    Vielen Dank mal wieder….
    Hab gerade mal bei DuRöhre nach dem doctor gesehen…
    In Originalbesetzung mit Lee, Wilko und the big figure.
    Danke nochmal für die CD vor tausenden von Jahren, gehört zu den Schätzen meiner Sammlung.

  2. der schlanke mann am 17. April 2007 11:26 pm

    Da sind sogar Clips von dem Video welches Du hast mit dem großartigen Polyacrylanzug den wir beide so dringend haben wollten.

  3. Haarbueschel am 18. April 2007 9:10 am

    Zu Aleander: Well, yes. Kann ich gut nachvollziehen, diese Einschätzung und beschreibt auch ein bißschen, warum mich das alles gerade nervt. Gabs nicht vom Begemann die Zeile: Jetzt bist Du in Talkshows? Ich wollte irgendwie nie Teil einer Jugenbewegung sein*, und jetzt, im Alter, will ichs erst recht nicht.

    *[Editiert auf vielfachen Wunsch eines einzelnen.]

  4. Haarbueschel am 18. April 2007 9:14 am

    Der letzte Satz klingt scheiss, merke ich gerade. Bitte streichen.

  5. Captain am 18. April 2007 11:11 am

    Ich fand den “letzten Satz” eigentlich ganz schön.

    Ich glaube das das halt so ist in unseren Breitengraden. Wenn ein Paar Leute was Ähnliches machen bilden sie einen Verband und der beschließt dann, wie man es richtig macht und beantragt Fördergelder. Danach redet man darüber, ob der Verband das richtig macht und wer mit wem und warum nicht ich und dann hat man irgendwann vergessen, was man eigentlich am Anfang Ähnliches gemacht hat. Die Leute nehmen sich halt immerzu ungeheuer wichtig. Das ist aber kein Grund, mit dem Bloggen aufzuhören.

  6. Boogie am 18. April 2007 2:55 pm

    @ Der schlanke Mann: Zu meiner Schande muß ich gestehen: ich hab’ Lee Brilleaux’s Todestag verpasst. Ein Dr. Feelgood Beitrag ist längst überfällig. Ich reich das nach.

    @ Haarbueschel: Also, ich find den letzten Satz gar nicht so streichenswert. Wenn nicht mehr Klagen kommen, würd ich ihn gern so stehen lassen

    @ El Capitano: Deinen letzten Satz würd ich gern unterstreichen.

  7. Webrocker am 18. April 2007 3:14 pm

    vielleicht sollte ich mal anfangen ein paar bloggartenzwerge und blogjägerzäune in die runde zu werfen… könte zukunft haben.

  8. Boogie am 18. April 2007 3:27 pm

    Ich dachte da eigentlich mehr an eine kuschelige Runde Gyokuro Tee aufgießen und dann gemeinsam eine Runde Blog Ikebana spielen.

  9. Haarbueschel am 19. April 2007 7:25 am

    Das mit der Jundenbewegung hört sich beim nochmaligen Lesen so abwertend an, und so sehe ich das ja auch nicht. Aber in der jetzigen Form mag ich nicht mehr. Ich glaube, ich eröffne einfach einen anonymen blog und freue mich über jeden Leser, den ich nicht hab.

  10. Captain am 19. April 2007 10:52 am

    Sagst Du uns dann bitte, wo wir den Blog finden können? Ich würde dann als Holger kommentieren. Oder als Beate.

  11. Boogie am 19. April 2007 11:13 am

    Kaptain Beate? Hmmmm, ich glaub du bist enttarnt.

    Ich kann’s Bueschel auch verstehen. Für mich wäre ein anonymes Blog auch eine Alternative, wenn mich die Lust umtriebe persönlich befindliches zu bloggen. Vielleicht mach ich das auch irgendwann mal. Solange bleibt diese Bloghütte als Notizblog bestehen. Ich komm ja langsam in das Alter wo man auch mal nachschlägt, was man den vorgestern so in den CD Schlitz geworfen hat.

Na, dann mal los!







    So oder so ähnlich schrieb ich bereits:
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