Lokalnachrichten #17
Bücher sind eine Alternative zur Vorratsdatenspeicherung. Zumindest thematisch und irgendwie sind es ja auch bevorratete Daten, nur eben in Papier gewickelt. Also eigentlich wie Fisch. Aber ich schweife ab. Bücher. Würde gern mal wieder ein Buch lesen und dabei das Vergnügen empfinden, das ich bei Murakamis “Mister Aufziehvogel”, bei Doblers Johnny Cash Biographie oder bei Strunks “Fleisch ist mein Gemüse” empfunden habe. Mir würde auch schon das kurzweilige, wenn auch etwas stumpfe, Vergnügen wie bei Lemmys “White Line Fever” reichen. Also hab’ ich mich mal in der Nachbarschaft umgeschaut, was dort an Leseempfehlungen zu finden ist.
Der alltäglich groovende Nachbar empfiehlt Frank Goosens “So viel Zeit” wenn man Sonntag morgens um vier Stimmen hört. Beim FoodFreak hingegen geht es um die Wurst, bereitet von Droste, Klink und Heidelbach. Im ConcertBlog lässt man
lieber vorlesen und verweist auf Harry Rowohlt, der Wortstreuner, der u.a. am 15.11. im Uebel und Gefährlich liest. Das nicht nur die großen Literaten Lesespaß versprechen, weiß Lady Kinkling zu berichten und liest fremde SMS vom eigenen Handy. Andere Stadtteile, andere Sitten und das gilt ganz besonders für die Rückseite der Reeperbahn. Hier lautet der Tipp - wie sollte es anders sein - Penis- und Vaginallesung von und mit Martha Olschewski. Und da Martha ungefähr so aussieht, wie es der Name vermuten lässt, ziehe ich persönlich das Kaffeesatz lesen Angebot von Cem Basman vor. Oder man schreibt einfach selbst ein Buch. Aber bitte nicht mit dem Hamburger Wahlstift. Der ist nämlich für’n Arsch. Dann doch lieber Genital lesen.
Kommentare
11 Kommentare zu “Lokalnachrichten #17”
Na, dann mal los!
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So oder so ähnlich schrieb ich bereits:
- Lokalnachrichten #34 - Ein Blick auf illuminierte Backformen
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- Lokalnachrichten #32 - Docks vor dem Aus?
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- Lokalnachrichten #30 - 140 Zeichen R.E.M.
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- Lokalnachrichten #29 - 20.-21.09.08 ArtCamp Hamburg
- Lokalnachrichten #28 Lesebefehl
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dings @ identi.ca
Dieses “Genitallesen” lässt mich ein wenig erschaudern…
Ob sowas Zukunft hat? ;)
Hast Du schon die Autobiographie von Johnny Cash gelesen? Die ist auch sehr gut. Empfehlen kann ich Dir auch “Alles ist erleuchtet” von Jonathan Safran Foer (gibts auch als Film), “Republic of Trees” von Sam Taylor oder “Vincent” (im Orginal “Torture the Artist”) von Joey Goebel.
+1 zu “Vincent”
Damit steht es 2:0 für Vincent vers. Genitallesung. Und die Cash Autobiographie steht schon beim Weihnachtsmann auf dem Wunschzettel. Bis dahin les’ ich nochmal die Led Zep Bio von Richard Cole. Und wenn Vincent weiterhin das Rennen vor der Genitallesung macht, dann streich ich letzteres vom Nikolaus Wunschzettel.
Ganz toll auch der neue Cormac McCarthy: Die Strasse.
Die Handygeschichte ist super, danke für den Tip.
Gestern war ich in der Sauna in Harburg und frage mich, ob man nicht dort eine Genitallesung machen sollte.
Die Dame findet da bestimmt eine Menge interessanter Geschichten für ihre ‘Lesung’.
Nun ja, wirklich empfehlen mag ich “Soviel Zeit” nicht. Ich las es nur eben gerade.
Goosen verheddert sich in den Klischees, von denen er so ziemlich keines auslässt. Manches ist zwar nett geschrieben aber oft genug denkt man sich “Schade, was hätte man da draus machen können”. Erinnert ein wenig an ein Drehbuch für eine ARD-Vorabendserie.
Ich weiß auch nicht, ob einen mit Mitte 40 wirklich zwangsläufig die Jungmännerfantasien einholen müssen, die jedenfalls ich so nicht mal mit 17 hatte.
Ich habe “Herr Lehmann” von Sven Regener im Urlaub gelesen. Fand ich ziemlich köstlich.
Derzeit lese ich übrigens “Fleisch ist mein Gemüse” - herrlich!!
Bücher sind eigent lich wie Fisch. Das fand ich einleuchtend. -1 für das Erleuchtete, das ist mir zu zu. Verstehste? Großartig brachte der Nachbar Herrn Goosen auf den Punkt. so geht es mir auch mir dem. Wenn man Herrn Lehmann nich nicht las, kann man wundervoll mit der Neuen Vahr Süd anfangen, das ist eh das bessere der beiden Bücher, finde ich.
Ich lese gerade wiedermal alles, nachdem ich das lange Zeit nicht tat. Bei zuzusa Banks Schwimmer mußte ich am Ende weinen als Isti starb, sehr gefiel mir Am Hang von Markus Werner und Ard-Vorabendserie in wirklich gut gibt es von Anna Gavalda.
Mein Empfehlung für den graukalten Herbst aber ist eine andere: Die Selbstmordschwestern von Eugenides (schreibt der sich so?)
Also, das mit dem Fisch, ich geb’s ja zu, ist etwas weit hergeholt. Inspiriert durch Asterix und der Seher (was irgendwie zur Vorratsdatendingensthematik passen könnte) und ausserdem gibt es in Richards Coles Led Zeppelin Bio eine strange Szene mit einem Fisch in einer Hotel-Badewanne . Ich meine mich jetzt zu erinnern, das die Badewanne in dem Hotel in Montreaux stand, das später von Frank Zappa abgefackelt wurde und von Deep Purple besungen wurde. Was mich wiederum dazu bringen sollte den Regener zu lesen. Besonders nachdem es in den letzten Tagen zweimal Element Of Crime im Bildungsfernsehen zu sehen/hören gab’, was mir ausserordentlich gefiel.
Den Goosen hab ich auch erstmal, nach der deutlichen Warnung des freundlich groovenden Nachbarn von der Liste gestrichen. Rockmusik von über 40-jährigen ist eh suspekt. Oder lustig (s. Lemmy Kilmisters “White Line Fever”).