Toni Mahoni, Nierengurt und ein runder Abend an der Essbar

Eins schon mal vornweg: Statt eines USB-Tropenventilator mit integrierter Kühltruhe für den eiTatsch steht jetzt ein Nierengurt ganz oben auf dem Weihnachtswunschzettel. Die kuschelige Gemütlichkeit, die Toni Mahoni beim gestrigen Gig in der NEWessbar verbreitete, konnte nicht darüber hinwegtäuschen das draussen vor der Tür gefühlte -15 Grad herrschten und die nächtliche Heimfahrt, auf dem Mofa, durch den eisigen Regen nicht angenehmer wurde.
Toni Mahoni
[Bildquelle]
Mit einem Nierengurt wäre es mir wahrscheinlich erspart geblieben, heute den ganzen Tag jammernd auf dem Rücken zu liegen. An Sitzen war erst recht nicht zu denken. Nun aber genug der Flennerei, der gestrige Abend war nämlich rundum fein und das nicht nur aufgrund der aufspielenden Kapelle…

Zuerstmal der nette Laden, in dem Toni Mahoni und Band auftraten. Bisher kannte ich die Essbar noch nicht, aber jetzt gehört sie zu den zwei Läden, wo ich musikalischen Besuch hin einladen würde. Freitags finden dort regelmäßig Jam-Sessions statt, oft mit Musikern, die gerade in der gegenüberliegenden FABRIK gespielt haben. Schön geräumig, trotzdem relativ gemütlich, mit relativ großer Bühne, hinter der sich direkt der Kücheneingang befindet. Strategisch günstig für die Musiker und das sympatische Personal kommt mit den Tücken der Bühne auch klasse zurecht. Ein Drumkit scheint zur festen Bühnenausstattung zu gehören. Jedenfalls stand gestern ein Schlagzeug auf der Bühne obwohl die Toni Mahoni Bandbesetzung nur aus Kontrabass, Keyboard, Gitarre, Tisch und Mikrofon besteht. Wobei sich der Tisch überraschend wenig störend bemerkbar machte. Er diente einfach als Ablage für Tabak, Blättchen, Schellenkranz und Bierflasche. Und natürlich als Tisch an dem Toni sitzt und seine kleinen, unspektakulären Geschichten von Armut, Fleischeslust, Berlin und dem Leben ansich erzählt.

Manchmal hätte man sich gewünscht, das der Mann am Mischpult die Regler etwas hochzieht, um dem beständigen Gemurmel aus dem Publikum etwas entgegenzusetzen. Auf der anderen Seite entsprach die angenehme Lautstärke auch Toni Mahonis kleinen Geschichten, die nie wirklich laut werden. Vielleicht wäre das Publikum auch etwas aufmerksamer gewesen, wenn die Band etwas “mutiger” wäre. Stücke wie “Kapitän” oder das Zigaretten-Lied würden durch etwas mehr Mut zum schrägen Ton deutlich gewinnen. An Mahonis Stimme lag es jedenfalls nicht, das die Songs manchmal ins leicht Belanglose abzudriften drohten. Mit entsprechender musikalischer Unterstützung ließen sich mit der Stimme durchaus Tom Waitts’sche Fahrwasser erreichen. Aber vielleicht muß das auch gar nicht sein. Auch so war es ein angenehmer Abend. Aber Toni könnte, wenn er wollte.

Dank für diesen Abend gilt aber nicht nur der Bar und der Band, nein, es waren auch die angenehmen Gespräche mit meinem Ex Cheffe aus lang vergangenen Ausbildungszeiten und den beiden Bloggersdorfern Mspro und Bosch. Und last but not least Spreeblick Johnny für den Kinderteller Rot/Weiß.

Kommentare

5 Kommentare zu “Toni Mahoni, Nierengurt und ein runder Abend an der Essbar”

  1. cem am 1. Dezember 2007 12:00 am

    Sehr angenehme Beschreibung eines gelungenen Abends, Herr Boogie. Ich hatte auch einen schönen Abend, aber leider woanders…

  2. mspro am 1. Dezember 2007 1:29 am

    Ich fand, die haben sich musikalisch durchaus weiter entwickelt. Was mich ein wenig enttäuscht hat, war, dass das Reportoire immer noch das selbe ist, seit fast einem Jahr. Trotzdem ein schöner Abend. Sowas muss jenseits der Pl0gbars und Weblunches mal öfter passieren.

  3. Boogie am 1. Dezember 2007 4:51 pm

    @ cem: Sollten wir mal eine Location für ein gemeinsames Bohnenheißschaleheben suchen, würd ich die NEWessbar vorschlagen. Ich glaub, der Laden könnte dir auch gefallen.

    @ mspro: Danke nochmal für’s Bild. Ich fand Tonis Musikanten auch nicht schlecht. Nur manchmal etwas… ähhh… mutlos.

  4. cem am 1. Dezember 2007 5:36 pm

    @Boogie, das scheint so. Sag mal, wolltest du nicht das musikalische Rahmenprogramm vom WordCamp’08 gestalten? Da baue ich aber drauf… Merlix kümmert sich um die Bloglesung mit den hamburger Granden.

  5. bosch am 2. Dezember 2007 5:41 pm

    Ja, schön war’s. Und im nächsten Jahr kommen bestimmt auch ein paar neue Lieder.

Na, dann mal los!





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