Rocking all over the Word - Wordcamp08

Das Wordcamp08 hat gerockt. Heute ist Pathosmontag, da darf man das so sagen. Natürlich kann man es auch auf den Punkt bringen, so wie der Captain in der Loveboats Blogwerft schreibt: “Sagen wir es mal so: Die anwesenden Zuhörer haben sich gut unterhalten…“. Wobei ich das Noise to Band Ratio im Oh it’s Fresh als weniger störend empfunden habe, als das streckenweise heftige, “über’s Notebook gemurmel” während einiger Sessions im Forum des Wordcamps. Das war schon etwas nervig, wenn man z.B. der Diskussion zum Thema “How to connect european blogger” folgen wollte und am Tisch nebenan fröhlich in die Tastaturen gemurmelt wird. Das war aber so ziemlich der einzige Abzug in der B-Note. Wenn man ganz pingelig sein will, könnte man Robert Basic noch vorwerfen, er habe vergessen das legendäre Hamburger Barcamp Wetter des letzten Jahres wieder mitzubringen. Den Vorwurf vergessen wir aber mal ganz schnell, wenn Robert mir dafür das Videoschnippselchen zuschickt, das er während unseres Gigs gefilmt hat. Dann verrat ich auch niemanden, dass der Basic ein Tanzverweigerer ist.
Nein, Scherz beseite, Robert war Schuld am Schmuddelwetter und das Wordcamp hat wirklich gerockt. Herbergsvater Cem Basman hat der Veranstaltung einen Spirit eingehaucht, den ich auf dem Barcamp im Sommer letzten Jahres etwas vermisst habe. Nun sind Barcamp und Wordcamp thematisch zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Während auf dem Barcamp Blogs nur ein Thema von vielen war, stand im Wordcamp das Thema Blog ganz oben auf der Agenda. Leider habe ich die Session, auf die ich persönlich am meisten neugierig war (Wordpress als Magazin), verpasst, da ich früher als geplant nach Haus musste, aber es gab’ genug andere Sessions, die ich spannend fand. Angenehmste Überraschung: in keiner der Sessions, die ich besucht habe, fiel das Blogunwort des letzten Jahres “SEO”.
Was unseren Auftritt am Samstag Abend angeht: ein Wordcamp ist keine Musikveranstaltung und genau deshalb fand ich das Experiment sehr spannend. Ich war angenehm überrascht, dass es am Sonntag doch viel positives Feedback gab. Sollte man so etwas nochmal machen, würde ich gern Bloglesung und Musik näher zusammenbringen. Das war diesmal aus zeittechnischen Gründen nicht möglich, aber ich kann mir vorstellen, dass Lesung und Musik zusammen eine interessante Mischung ergeben könnten. Vielleicht auch als Bestandteil einer längeren Sessions zum Thema Bands und Blogs/MySpace/YouTube… oder als Begleitmusik für Slamblogpoetrytwitterfeeddingens? Gerne auch etwas experimenteller, obwohl wir mit der Wordcamp08 Besetzung des Loveboats schon ziemlich in Jazzgefilden gefischt haben. Seit die Besetzung mit Jane, dem Mädchen mit ohne Monitor am Cello und dem Professor im 5 Watt Gitarrenbeiboot, zuletzt zusammen auf einer Bühne saß, ist viel Wasser die Elbe herunter gelaufen. Dagegen waren die Regenfälle am Wordcamp Wochenende staubtrockenes Wüstenklima. Trotzdem haben wir uns mit einer ziemlich hohen Trefferquote durch’s Programm gespielt.
Last but not least, nochmal vielen lieben Dank an Cem, dass er dieses Experiment mitgemacht hat und Heiko, den Chefmaschinisten des Loveboats, der eine tolle Anlage organisiert und transportiert hat.
Kommentare
17 Kommentare zu “Rocking all over the Word - Wordcamp08”
Na, dann mal los!
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So oder so ähnlich schrieb ich bereits:
- 30 sec. Loveboats @ Wordcamp08
- Loveboatzwonull
- I haven't seen my weblog for a while...
- Kleines Besteck revisited
- Heute mal das kleine Besteck...
- 19.02.08 - Cpt.Stubing & the Loveboats im Music Club Live
- Man hört und spricht sich ja sonst nicht
- Flaschenpost #9 - Einarmiges Zwergengitarren gleiten
- Blick in die Glaskugel
- Bassisten-Witz Recyling
- Sonntagnachmittagsmusik
- Bleibt alles anders und doch vertraut...
- Noch'n Toast
- Such doch...
- Das Glück eines Gitarristen
- EMI mit ohne DRM und Sony mit ohne Plastik
- Shut up and waltz
- Sing along...
- Balanced remixed
- Balanced
- Kokossofabootauftritt
- Reduzierte Sonnenbrillen
- Mit Bananen gehandelt
- Willig und beweglich
- Dreamteam 2006
- Loveboat Vorsuppe (Clem Snide LOGO)
- Ich packe meinen Koffer
dings @ identi.ca
Wie wär’s mit einem RockCamp? BluesCamp? BaseCamp? Oder generell MusicCamp? JamSession? Jamboree?
Ein MusicCamp wäre tatsächlich eine spannende Idee. Mit Ausnahme von Myspace ist das Web ja bei vielen Musikern noch nicht so wirklich angekommen. Bloggende Musiker, zumindest in Deutschland, fallen mir gerade eine Handvoll ein. In Twitter komm ich noch nicht mal auf eine Handvoll (allerdings siehts international auch nicht besser aus. Da fällt mir gerade mal Henry Rollins ein). Dabei nutzen relativ viele bei Myspace die Statusmeldung, die dem Twitterprinzip recht ähnlich ist. Ich behalte die Idee einfach mal im Hinterkopf.
Ich nicht. Denn bei einem MusicCamp hätte man es überwiegend mit “Myspace” zu tun. Und die Myspace-Seiten sind meistens unter aller Sau.
Die Idee mit einem CulturCamp finde ich viel besser. Dort kann Musik einfach eine Sparte sein. Sagt man Sparte?
CultureCamp, auch schön. Aber auch ein ganz schön grosses Fass, dass man aufmacht. Was die Optik von Myspace angeht: mir persönlich ist die Oberfläche erstmal egal. Interessant sind die Funktionen und die Frage: “Macht sowas wie Myspace Sinn für meine Band? Wo ist der Nutzen und Nährwert?”. Klar, gerade jemand der schon den einen oder anderen Pixel geschuppst hat, ärgert sich regelmässig über das Pimp-my-space Layouts und die wenig ansprechende Benutzerführung im Adminbereich einer Myspace Seite. Natürlich wäre auch das ein Thema, über das man sprechen kann. Wobei mich persönlich erstmal die Funktion und nicht so sehr die Form das spannende ist. Lustigerweise hat mich bei einer anderen Webzwonull-Spielerei erst die Form überzeugt: Twitter hat mich erst wirklich überzeugt als ich die Benutzeroberfläche von hahlo.com fand…
ich versuch beim nächsten Mal besseres Wetter herbeizutanzen:))
[…] Gerrit van Aaken, Peter Jebsen, Mark Henckel, Frank Bueltge, Sven Wiesner, René Tauchnitz, Sven “Boogie” Augustin, Thomas Boley, Dennis Morhard, Tobias Jordans, Nicolai Schwarz, Daniela, Valentin Tomaschek, […]
Myspace. Mein Job ist es ja, die Oberfläche ganz und gar nicht egal zu finden. Aber Myspace hat technisch gesehen nichts, was es nicht auch woanders in schön schon gibt…
Ich meine, mit Myspace verhält es sich so, dass man (als Musiker) dabei sein muss, weil alle anderen dabei sind. Gruppenzwang. Und weil es sagenumwobene Geschichten dazu gibt. Den Preis dafür , nämlich einer extrem häßlichen Netz-Präsenz, bin ich nicht bereit zu zahlen.
Myspace, nein Danke. Ich demnächst darüber schreiben …
@404: Alle haben dieses Internetdingens, also muss ich auch. Gruppenzwang? Hmmm? Ähnlich verhält es sich, im Kleineren, mit MySpace. Man kann, aber niemand muss. Ich kenn in meinem direkten Musikerumfeld weit mehr Bands, die nicht in Myspace sind. Überwiegend mit der Begründung: Wir haben keine Zeit für Schnickschnack und/oder Wir sehen den Nutzen nicht. Keine Lust auf Gruppenzwang hör ich dafür zum ersten Mal. Aber wie sagt der Ami so gern: your milage may vary.
Wo ich dir zustimme ist: es gibt jede Myspace Funktion irgendwoanders in “schön”. Was es woanders aber nicht gibt, sind all die Funktionen gebündelt in Kombination mit der Reichweite und internationalen Akzeptanz. Nun bin ich nicht gezwungen, solch ein Netzwerk zu nutzen, aber zurückblickend auf die Zeit, die ich z.b. mit meiner kleinen Kapelle in Myspace bisher verbracht habe, ist es für mich eine Bereicherung mit hohem Nutzwert. Neben den Entdeckungen von unzähligen Musikern und Bands, von denen ich in der Menge ohne Myspace schwerlich erfahren hätte, haben sich handfeste Kontakte ergeben, die widerum zu Studioaufnahmen und Gigs geführt haben. So wäre einer unserer schönsten Gigs, die Vorsuppe vor Clem Snide, ohne Myspace nicht möglich gewesen. Und auch auf die lokale Ebene heruntergebrochen, funktioniert Myspace für uns. Zwei Gigs, die in nächster Zeit stattfinden, bestreiten wir mit einer Band aus der unmittelbaren Nachbarschaft, von denen wir jedoch ohne Myspace nichts wissen würden.
Nichtsdestotrotz bin ich gespannt auf deinen Myspaceneindanke Beitrag und besonders auf Alternativen zu Myspace. Wäre schön, wenn es sich nicht nur ein Aufguss der Arctic Monkeys sind garnicht durch Myspace Millionäre geworden Geschichte beschränken würde ;)
Musiker? Und dann nicht wenige, welche sich explizit als “Künstler” titulieren?
Da gibt es aber viele sehr, sagen wir es mal vorsichtig, schwierige Charaktere um nicht zu sagen durchgeknallt :-)
Problem ist aber wohl auch, dass viele ernsthafte/professionelle Musiker, am Wochenende ihrer Arbeit nachgehen und man diese dann dort nicht antreffen wird, selbst wenn sie es wollten. Da sollte man sich schon einen Termin aussuchen, bei dem es historisch weniger bis keine Giganfragen gibt.
@404: Myspace hat etwas, was es woanders nicht gibt: Verkehr. Was nutzt mir denn ein technisch tolles Angebot, wenn es niemand anschaut?
Das ist das einzige Argument, Captain!
@404 Die Reichweite ist tatsächlich DAS Argument für Myspace. Ein weiteres Argument ist für mich: Es funktioniert. Will heissen: es hat tatsächlich Nutzwert in Form von Kontakten, die im konkreten Fall des Loveboats, zu Aufnahmen und Gigs geführt haben. Wir nutzen ja auch noch andere Plattformen, Netzwerke, unser eigenes (B)logbuch und Schnickschnack2.0 wie Twitter. Myspace hat sich bisher, mit ziemlichen Abstand, als das effektivste Tool erwiesen.
Alles in allem ein interessantes Thema, nicht nur Myspace. Wie kann ich als Musiker, Band die Möglichkeiten im Web nutzen? Was funktioniert, was ist Schnickschnack (wobei ich ja auch grosser Schnickschnack/Spielzeug Fan bin)? Themen gibt’s da genug um daraus mal einzelne Beiträge zu machen. Oder ein CultureCamp?
Nein, ein ArgumentCamp!
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ArgumentCamp? Das bringt mich auf eine ganz andere Idee. Myspace ist ja eh von vorgestern. Die Kids sind doch jetzt eh alle bei SchnulliVZ, oder wie dieses unaussprechliche Netzwerkdingens heisst. Warum nicht gleich ein Bootcamp unter dem Motto: Haue auf dem Pausenhof. Argument2.0?
Ein HauCam? Hm…
Du meinst diese Handyfilmchen, die Heranwachsende in Bildungsanstalten verschicken? Neee, dann doch lieber die Idee mit dem ArgumentCamp nochmal ausprobieren. “Hey Alda, mein Bruda is stärka als deine Muddi!” Hmmm…
[…] Anschluss an das Hamburger wordcamp08 reichten die Vorschläge in meiner kleinen Bloghütte von musiccamp über culturecamp bis zum künstlerisch wertvollen […]