Hamburger Behörde 2.0

Dialog mit einer Hamburger Behörde. “Könnte ich ihnen das auch per eMail zuschicken?“. Hätte ich bloss nicht gefragt. “Nein, wir haben zwar eMail, aber die Mails landen dann nur auf dem Rechner des Angeschriebenen und wenn ich mal nicht da bin, oder eine Vertretung, dann geht die Mail verloren. Schicken sie es bitte mit der Post.” Okay, okay, da der potentielle Empfänger der Mail gerade mit mir telefonierte, könnte man ja davon ausgehen, dass die Mail heute nicht im Behördendatennirvana verlustig gehen würde, aber mir war nicht nach Diskussion. Also fragte ich, ob ich das Schreiben auch zufaxen könne und sicherhaltshalber fragte ich auch gleich noch, ob die Faxnummer auf dem Behördenanschreiben noch gültig sei. “Sie haben doch das Anschreiben vor sich liegen. Warum sollte die Faxnummer nicht mehr gültig sein?“. Ganz einfach, die Telefonnummer auf dem, gerade mal wenige Tage altem Anschreiben, war schon, wie ich bei meinem ersten Anruf erfuhr, schon seit mehreren Wochen nicht mehr aktuell. Gut, der Abgleich der Faxnummer ergab, dass wenigstens diese Nummer noch aktuell sei. Weit überraschender dann das Angebot, ich könne auch an eine spezielle eFax Nummer faxen, weil ich dann sicher gehen würde, das das Fax dann genau auf dem Rechner des gewünschten Empfängers landen würde. “Also, fast wie eine eMail?” Ich ersparte mir jede weitere Nachfrage…

Kommentare

6 Kommentare zu “Hamburger Behörde 2.0”

  1. Cem Basman am 6. Februar 2008 11:58 am

    Au ja. Kenne ich. Die Behörden und die moderne Kommunikation. Manchmal frage ich mich auch, in welchem Jahrhundert die leben…

  2. Boogie am 6. Februar 2008 12:16 pm

    Ich befürchte, bevor die Behörden in diesem Jahrtausend angekommen sind, ist die Gentechnik soweit, dass man kleine Brieftauben züchten kann, die Faxe in eMails wandeln, diese dann ausdrucken und, in kleinen Postkutschen durch die Behördengänge fahrend, die Inhalte der Mails wahlweise vorlesen oder vortanzen.

  3. Axel am 6. Februar 2008 12:28 pm

    Vortanzen fänd’ ich gut …

  4. bosch am 6. Februar 2008 2:53 pm

    Das ist Technik, die begeistert. Eigentlich müsst man froh sein, dass man überhaupt mit dem Amt telefonieren kann und nicht persönlich vorstellig werden muss, um jemanden zu erreichen.

  5. Joaquin am 7. Februar 2008 8:21 pm

    Behörden sind eigene Mikrokosmen und entziehen sich jeglicher rationaler Betrachtung, selbst für Beamte.

  6. meier am 25. Februar 2008 2:29 pm

    Gibt es eignentlich irgendwo einen “Behörden-Blog”? Gut, es ist zwar nicht besonders orginell über Behörden und Beamte zu schimpfen, aber die Leute scheinen ja über die Jahrhunderte auch NICHTS dazu zu lernen. Es müsste doch irgendwo eine Stelle geben wo man denen geregelt Feedback geben könnte, idealerweise pro Behörde und Standort, sowas wie “mein Prof” für Behörden. Oder würde das den Behörden einen Dienstleistungscharakter verleihen, der nicht gewünscht ist?

    Mein Hintergrund: Meine Freundin J. ist Amerikanerin und was das die sich von der Ausländerbehörde gefallen lassen muss um hier eine Erlaubnis für Englisch-Unterricht zu bekommen ist unglaublich. Wirklich komisch, dass qualifizierte Ausländer keine Lust haben nach Deutschland zu kommen.

    Obwohl sie Uni-Abschluss für Englischunterricht hat wird sie hingehalten ohne Ende, war jetzt schon 3 mal bei der Behörde, jedes Mal fällt der”Sachbearbeiterin” was neues ein was sie noch an Papieren anbringen muss, natürlich erst, wenn sie schon vorort ist, gerne auch falsche Sachen. Bspw. hat sie verlangt, dass J. einen “Gewerbeschein” erwerbe, woraufhin J. das auch in die Wege geleitet hat. Habe dann erfahren, dass man das als freiberufliche Englisch-Lehrerin nicht braucht und dort angerufen. Die “Bearbeiterin” war natürlich nicht da, und Ihr Kollege meinte “dazu kann ich nichts sagen, dass kommt auf den Einzelfall an, rufen Sie morgen wieder an”. Habe ich gemacht, und sie wusste dann auch nicht so richtig, konnte mir aber sagen “wissen Sie, es muss halt alles feststehen.”, aha. Dann hat Sie doch nochmal nen ihren Kollegen gefragt: “Also der weiss es auch nicht”. Erst als ich ihr erzählt habe, dass mein Steuerberater mir versichert hätte, dass J. als Freiberuflerin keinen Gewerbeschein braucht, ist sie eingeknickt - aber die Leute erstmal durch die Gegend hetzen, ohne wirklich zu wissen warum, ist immer sicherer…

Na, dann mal los!





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