Internet Killed The Radiostar
Quatsch, die Headline gefiel mir nur einfach. Ich finde es prinzipiell gut, das man im Web Musik hören kann. Auch wenn ich mir die Teeny-Narrenkappe damit aufsetze, ich mag MySpace und YouTube. Es gibt da draussen so unfassbar viel gute Musik zu entdecken, unbekannte, wie auch bekannte. Und immer wieder passiert es mir, das ich Musik wiederentdecke. Längst verschollen geglaubtes wieder ausgrabe, mich an Musiker wie die Ruts, Magic Michael oder Wreckless Eric erinnere, die ohne das Medium Internet wahrscheinlich längst in den Untiefen meiner Hirnwindungen verschwunden wären. Musik, die mir durchaus mal viel bedeuted hat. Ein Teil dieser kleinen Bloghütte besteht aus genau diesen Erinnerungen. Neben den grossen Portalen wie MySpace oder YouTube gibt es natürlich noch endlos andere Möglichkeiten auf Entdeckungstour zu gehen. Eine dieser Möglichkeiten ist Blip.FM. Darüber gestolpert bin ich bei indenti.ca. Ich glaub’, bei @markusmerz bin ich das erstemal auf einen Link zu Blip.FM gestossen. Blip ist eins der vielen “Radio DJ” Plattformen, auf denen man sich sein “eigenes” Musikprogramm zusammenstellt oder bei anderen Online Radio DJ’s reinhören kann. “Eigenes” in Anführungsstriche, weil rein rechtlich dürfte das Blip.FM Angebot ziemlich unkoscher sein. Schliesslich kann man dort Musik hochladen, an denen man keinerlei Rechte hat. Blip.FM bietet jedoch zu den hochgeladenen Stücken einen Link zu Amazon. Das macht es wahrscheinlich nicht rechtssicher, aber ich bin auch kein Jurist. Aber ich bin Musiker. Und nach ein paar hundert Livekonzerten in den letzten fünfundzwanzig Jahren weiss ich eins ganz sicher: der Club bleibt leer, wenn dich niemand kennt. Der Club füllt sich, wenn das Publikum dich kennt, dich weiterempfiehlt, Freunde mit zum Gig bringt und so weiter und so fort. Und ich kenne noch die Zeit, wo Mixed C-90 Tapes auf dem Schulhof getauscht wurden und nicht selten ging damals mein komplettes Taschengeld für Platten drauf, die ich vorher auf den Tapes entdeckt habe. Genauso wie ich heute noch CDs kaufe (vorzugsweise bei Live Gigs, da da das meiste Geld beim Künstler hängenbleibt), die ich vorher als mp3 Files im Netz gefunden habe.
Aber nun zurück zu Blip.FM und dem eigentlichen Anlass für diesen Text. So wie andere sich selbst googlen, so suche ich von Zeit zu Zeit auf Musik-Portalen nach Bands bei denen ich mal gespielt habe und die Vinyl oder CDs veröffentlicht haben. Es freut mich einfach, wenn “da draussen” andere die Musik hören, an der ich beteiligt war. Und so hab’ ich auch bei Blip.FM gesucht und fand tatsächlich einige Songs des Loveboats, die wir bei MySpace veröffentlicht hatten und (und darüber hab’ ich mich besonders gefreut) ein kurzer Ausschnitt einer unveröffentlichten Studio-Demo Aufnahme von Cliff Barnes & The Fear Of Winning. Dieses Solo-Schnippselchen hatte ich hier in meiner kleinen Bloghütte mal anlässlich der Erinnerung an Chris Whitley veröffentlicht. Irgendjemand hat sich das mp3 File heruntergeladen und bei Blip hochgeladen. Die Studio-Aufnahmen, aus dem Jahr 2003, haben wir nie beendet und wahrscheinlich werden die zehn Songs, die wir an einem März-Wochenende geschrieben und aufgenommen haben niemals veröffentlicht. Schade, weil es eine tolle Band, ein tolles Wochenende und zehn tolle Songs waren. Aber ein kleines Schnippselchen meines Solos in Dance The Night Away schwirrt jetzt bei Blip.FM durch den virtuellen Äther. Danke, unbekannter DJ, der du das Stück hochgeladen hast.
Kommentare
4 Kommentare zu “Internet Killed The Radiostar”
Na, dann mal los!
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dings @ identi.ca
Dein erster Satz beruhigt mich wieder.
Ganz deiner Meinung, z.B. Live-Auftritte die nie auf einer CD bzw. DVD veröffentlicht wurden und in Vergessenheit geraten, kann man mithilfe des “www” am Leben halten. Z.B. Einer der frühen Live-Auftritte der White Stripes, da waren sie noch ziemlich unbekannt, fand im Gold Dollar in Detroit statt. Ich schätze mal da waren höchtens 30 Leute im Club. Zum Glück war gerade ein Unbekannter mit seine Cam anwesend und hat es gefilmt, undenkbar das man so einen guten (na ja für damalige Verhältnisse^^) Privat-Mitschnitt nochmals hinbekommt, bei diesem Bekanntheitsgrad. Also auch ein Danke von mir an den Unbekannten. Hier mal ein Ausschnitt: “Little Bird”
PS.: Gibbet auch in bessere Quali als auf Youtube =).
ich bin dabei. das scheint mir ziemlich gut zu sein. erst ma aber muss ich es verstehen.
Coole Idee, diese Blip-Kiste! Wird nur nicht lange leben, da natürlich absolut illegal. Hätte das Potential für eine veritable Werbeplattform. Die Idee hatte Steve Jobs vor Jahren auch schon mal, wurde dann aber durch die MI torpediert. Die Jungs bei Sony & Co sind ja bekanntlich alles andere als locker und kreativ!
Ach ja, das schicke bei den iTunes-Playlist war, -glaube ich zumindest-,
das man sich die Songs mit einem kleinen Crack auch auf die eigene Platte ziehen konnte. Aber ist zu lange her…