Musiker helfen Musikern [Update]

Ich hatte leider nie das Vergnügen Alex Parche persönlich kennenzulernen. Doch vor einigen Jahren hatten wir einen kurzen, sehr netten, eMail Kontakt. Ich schrieb Alex wegen eines Fotos auf seiner Website an. Auf dem Foto sitzten Alex Parche und Cheap Trick Gitarristen Rick Nielsen an einem Tisch. Ich kannte Alexs Gitarrenarbeit von der Band Breslau und natürlich von Zeltinger, dessen Gitarrist und Produzent Alex Parche lange Jahre war. In der Mail fragte ich Alex nach der Geschichte, die hinter dem Bild von ihm und Rick Nielsen steckt, erzählte ihm ein bisschen was von meiner damaligen Band und so entwickelte sich ein kurzweiliger Mailkontakt. U.a. stellte es sich heraus, das Bernie Tormé, ehemaliger Gillan Gitarrist, den ich noch von dem einzigen Star Club Gig, den ich je gesehen habe, in guter Erinnerung hatte, die selbe internationale Booking Agentur hatte, wie Alex Parche
Rick Nielsen & Alex Parche

Heute erreichte mich eine Mail von Heinz Rebellius, Redakteur des Gitarre & Bass Magazins:

Der bekannte Kölner Musiker Alex Parche ist durch einen schweren Schlaganfall aus seinem Musikerleben gerissen worden. Nach Monaten im künstlichen Koma fesselt Alex nun eine halbseitige Lähmung ans Bett eines Pflegeheims, ohne Aussichten auf Weiterführung der ReHa-Maßnahmen und auch ohne Lebensperspektive im Kreis seiner Familie, denn die finanziellen Mittel dafür fehlen. Zeit also, zu helfen…

In einer einmaligen Aktion der Musikerzeitschrift GITARRE & BASS sowie diverser Herstellerfirmen aus dem Musikalien-Bereich (PRS, Hamer, Ovation, Schaller, Meinl, ESP, Music Store etc.) und der Zeltingerband wurde Equipment im Wert von fast 30.000 EUR zusammengetragen, das nun verlost wird. Mehr Informationen zu dieser Aktion “Musiker helfen Musiker” - z.B. wo die Lose zu erwerben sind, wann die Ziehung ist etc. - findet Ihr im anhängenden PDF und auf dieser myspace-Seite: www.myspace.com/alexparchecharityproject

Der Mail ist ein PDF angehängt, das ich hier gern zum Download bereitstelle. In dem PDF kann man nachlesen, wer sich alles an den Sachspenden für das Alex Parche Charity Project beteiligt hat. U.a. Paul Reed Smith (PRS Custom 22 Artist mit Gold Hardware, Wert ca. 6.000,– Euro), Ovation (Ovation Custom Legend, Wert ca. 2.500,– Euro) und Hamer (deren bekanntester Endorser der, oben erwähnte, Rick Nielsen sein dürfte, mit einer Hamer Studio Custom, Wert ca. 3.500,– Euro). Die Sachpreise werden verlost und der Erlös geht an Familie Parche und die dringend nötigen Reha-Massnahmen für Alex Parche. Wo es die Lose gibt, erfährt man beim Gitarre & Bass Magazin.
Musiker helfen Musikern
Ich habe schon einige Male Support-Gigs für Musiker aus USA gespielt, die den Rest ihres Lebens dafür touren werden um offene Krankenhaus Rechnungen zu bezahlen. Und bis heute dachte ich, das das nur US-Musikern passieren kann, weil viele von ihnen ohne jeden Krankenversicherungsschutz leben. So wie ich Alex Parche einschätze, hätte er sich den Arsch auf Tour abgespielt, um seine Reha-Massnahmen zu bezahlen. Die Chancen, das er je wieder mit einer Gitarre auf der Bühne stehen wird, sind aber wohl sehr gering.

[Update]: Am 06.10.08 lief auf RTL Regional ein kurzer Bericht über Alex Parche: Musiker helfen Musikern - RTL Regional.

Kommentare

7 Kommentare zu “Musiker helfen Musikern [Update]”

  1. sven scholz - sagichdoch? » Kunst ist Luxus und Musiker sind reich am 30. September 2008 3:50 pm

    […] die wirklich Realität aussieht kann man in sehr berührender Form bei Slidetone nachlesen, der über das Schicksal von Alex Parche (vielleicht kennt wer die Zeltinger Band?) berichtet - und […]

  2. boe am 1. Oktober 2008 2:53 am

    Sorry, blöde Aktion.
    Wo ist denn da mal eine Konto-Nr., würde dem Mann gern ein paar Euro überweisen! Als Drummer brauche ich gerade keine neue Klampfe und Köln oder Berlin ist auch nicht gerade um die Ecke…
    Oder geht Solidarität mit Kollegen nur noch auf diese Art?

    Heiko, Hamburg.

  3. Boogie am 1. Oktober 2008 8:40 am

    @ Heiko: Ich versteh deinen Einwand, finde aber, das die Aktion alles andere als blöd ist. Ich glaube, wenn das Gitarre & Bass Magazin einfach eine “Hier ist die Konto Nummer, jetzt spendet mal” Aktion gestartet hätte, wäre die Resonanz gleich null. Alex Parche ist nun mal kein household Name oder Popsternchen (okay, wir Altsäcke kennen Zeltinger vielleicht noch). Natürlich ist es für Hamer, Ovation und Paul Reed Smith auch gute Werbung, wenn man etwas für eine gute Sache stiftet. Geht für mich auch okay. So bekommt die Aktion eine größere Reichweite, als nur lokal im Kölner Raum. Natürlich ist es schade, das sich z.B. kein Laden in Hamburg an dieser Aktion beteiligt hat. Ursprünglich sollte es ja einen Online Los-Verkauf geben. Das durfte das Gitarre & Bass Magazin aus rechtlichen Gründen nicht (aufgrund des neuen “Glücksspielgesetz”. Deutschland, Land der nicht ganz dichten Denker), deshalb wurde kurzfristig auf physikalischen Los-Verkauf umgestellt. Vielleicht fanden sich deshalb in einigen Städten keine Läden, die sich beteiligen?

    Natürlich kann und sollte Solidarität mit Kollegen auch auf direkte Art gehen. Ich frag Heinz gern nach einer Kontonummer für eine direkte Unterstützung.

    Btw. Solidarität und Künstler: Kunst ist Luxus und Musiker sind reich von Sven Scholz (siehe Trackback des ersten Kommentars) und der weiterführende Link in seinem Artikel: Bundesländer wollen die Künstlersozialkasse abschaffen.

  4. Boogie am 1. Oktober 2008 10:41 am

    identi.ca und Twitter sind als Info-Feed gar nicht zu unterschätzen. @mr_spuck klärte mich gerade auf, das die Abschaffung der KSK vom Tisch sein.

    Trotzdem, es wirft ein bezeichnendes Licht auf die Wertschätzung von Kulturschaffenden in dem Land der nicht ganz dichten Denker, das es tatsächlich Politiker gibt, die allen Ernstes die Abschaffung der KSK fordern.

  5. Sven am 2. Oktober 2008 12:33 am

    akut vom Tisch ja. Aber ihr wisst ja: wenn die Politik was will, dann hievt sie es alle paar Monate erneut aufs Tablett, irgendwann kriegt mans schon durch, wenn man oft genug wiederholt hat, dass sein müsse (ist ein alter, aber effektiver Trick: “Ceterum senseo carthaginem esse delendam”) - und wenn mans am Ende halt in der Sommerpause kurz vorm Wochenende abstimmen lässt, dann geht sowas auch mal mit 17 Stimmen und 500 “Enthaltungen” durch. Wär ja auch nicht das erste mal.

    Zur Frage “blöde Aktion”: warum eine solche “entweder - oder”-Denke? Nur weil jemand dies macht heißt das doch nicht, dass nicht das auch geht? Ebensowenig wie das zu machen bedeutet, dass man dies nicht (mehr) machen könnte? Ein bissl öfters in den “sowohl - als auch”-Modus wechseln, und schon geht mehr. Weil man dann summieren kann und nicht mehr nur ausschließen ;-)

  6. DesignerGF am 2. Oktober 2008 10:47 am

    KSK?
    Sämtliche meiner “freien” Ex-Kommolitonen, die in der KSK sind, geben/gaben zumindestens mal zeitweise viel zu niedrige Einnahmen an, damit sie wenig Krankenkassenbeiträge zu bezahlen haben. Eine gesetzliche Krankenvollversicherung für unter 100 EUR sind da keine Seltenheit. Die KSK selbst hat überhaupt kein Interesse daran, die gemeldeten Schätzungen des zu erwartenden Einkommens, was als Grundlage der Krankenkassenbeiträge dient, zu verifizieren, da sie ja selbst nochmal den gleichen Betrag obenauf legt.
    Dafür wird auf jeden Scheiss KSK-”Gebühr” erhoben und kassiert.
    Völlig absurd wird es, wenn ein Designer eine GmbH gründet, in der er selbst als Inhaber und GF arbeitet: Dann darf er auf sein eigenes Jahresgehalt KSK-”Gebühr” abdrücken, selbst wenn er nur ein einziges Logo gemacht hat und den Rest des Jahres rein kaufmännisch tätig ist. Gleichzeitig wird ihm aber die Mitgliedschaft in der KSK verwehrt.
    Die KSK ist von der Grundidee her eine gute Sache, aber Deutschland hat es wieder einmal geschafft, es so zu verkomplizieren, dass das System pervertiert ist.

  7. Notizblog No.51 - Rock (?) Around The Blog : slidetone.blog am 3. Oktober 2008 3:40 pm

    […] paar Links, die sich nach dem Musiker helfen Musikern Beitrag bei mir angesammelt […]

Na, dann mal los!





  • MBC09 Microblogging 2009 in Hamburg
    • dings @ identi.ca

      • slidetone: Kaffee. Jetzt.
      • slidetone:@np Wenn ich so aus dem Fenster schaue, dann ist Bill Withers' "Ain't no sunshine" das passende Gute-Nacht-Lied http://ur1.ca/ppo #np
      • slidetone: @Trupedo_Glastic Das schrieb er dir übrigens als Kommentar in besagtem "Tröte des Gehörnten" Blogbeitrag.

      Ist mir Latte

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