Zeitumstellung
“A Change Is Gonna Come“. Welcher Song würde besser zur Zeitumstellung passen, als Sam Cooke’s Antwort auf “Blowing In The Wind“? Herrlich zeitlupig interpretiert von Bill Frisell, Tony Scherr und Kenny Wollesen, die gestern übrigens im sonnigen Rio Marina Da Gloria (Brasilien) spielten. Hallo Winterzeit…
[DirectChange: Bill Frisell Trio - A Change Is Gonna Come]
Lokalnachrichten #35 - On Tour
Markus Sorger ist auf Tour. Mal mit Roger Cicero, mal mit den Kastelruther Spatzen, dann wieder mit Max Raabe’s Palastorchester und auch mal mit Annett Louisan. Gepflegter Rock’n'Roll Zirkus halt. Neben seiner professionellen Schmerzbefreitheit schätze ich an Markus‘ Tour-Blog besonders die klasse Fotos. Einblicke hinter die Kulissen des Rock’n'Roll Zirkus. Diesmal: Falten bei Alida Gundlach? Statt Botox greift man auf Tour gern auf Geräte aus dem Gartenbau zurück. Und wenn in den Rock’n'Roll Spelunken dieser Stadt schon längst das Putzlicht angeschaltet ist, wird im Deutschen Schauspielhaus noch fleissig eingeleuchtet. Morgens um 02:30 Uhr sind die Ideen nicht von Pappe.
Apropos Schauspielhaus, es gibt keine Karten mehr für’s zweite Dirk Darmstaedter Wunschkonzert am 18.12.08. Ausverkauft. Dafür tröstet Dirk mit der Aussicht seine VideoCasts wieder aufleben zu lassen. Falls seine Webcam rechtzeitig ankommt, könnte er sein Wunschkonzert ja bei Ligx streamen lassen? Mit Oliver Adekunle und David Hoffmann von Ligx hab’ ich am Donnerstag ein Interview geführt. Zusammen mit Thorsten (der Interozetor, bekannt aus Funk, Film und TIDE Radio) haben wir uns eine Stunde über Video Livestreaming von Konzerten unterhalten. Nächste Woche gibt’s das Interview, als Podcast verpackt, in meiner kleinen Bloghütte zu hören. Leider wird die Audio-Qualität nicht ganz so toll sein, da ich beim anschalten meines Recorders aus Versehen den Pegelregler mit erwischt habe. Das können andere besser. So z.B. der Podcast vom Bluesshoe aus Bremen. Der sammelt in seinem Podcast Fundstücke seiner Touren durch’s Web. Letzten Sonntag u.a. mit einem freundlichen Zwischenstop in meiner kleinen Bloghütte.
Audio / mp3 # 13 - Kentucky schreit f*cken
Chicken Picking ist die hohe Kunst der Country Gitarre. Ich hab’ mich da natürlich auch mal dran versucht und bin mehr oder weniger kläglich gescheitert. Beim Entstauben meines Archivs hab’ ich heute eine Aufnahme von mir gefunden, die unter: “Fuck, mich hat ein Double-Stop überholt” abgelegt war. Der Titel dieses kurzen Instrumentals aus dem Jahr 2001 lautet “Kentucky, wir haben ein Problem“.
[No animal but a Telecaster has been harmed during the recording session.]
Wie Chicken Picking richtig geht, zeigt z.B. Greg Koch, der im Verlaufe dieses Videos auch noch ein Hühnchen mit Ted Nugent und Jimmy Page zu rupfen hat.
Flaschenpost und Cotton Pickin’ Ragtime
Als Danny Gatton sich am 04. Oktober 1994 in seiner Garage eine Kugel in den Kopf jagte, hinterliess er keinen Abschiedsbrief. Doch sein Ruf als “the world’s greatest unknown guitarist” überlebte bis zum heutigen Tag. Irgendwann Anfang der 90′er Jahre drückte mir ein Bekannter die CD “88 Elmira Street” in die Hand und meinte trocken: “Unbedingt anhören. Der Typ ist der Jimi Hendrix der Country Gitarre“. Recht hatte er. Und wer meint, das die Bierflasche als Bottleneck schon cool ist, der warte mal Minute 1:35 ab, da gibt’s cotton pickin’ ragtime vom Allerfeinsten. Unvergessen. The Telemaster.
[DirectCottonPickin’: Danny Gatton - Honky Tonkin’ Country Girl (Austin City Limits 1991)]
Son House - Death Letter
When The Rolling Stones met Howlin’ Wolf in 1965, they asked who the older man with him was, toward whom Howlin’ Wolf was so respectful. They were awestruck to hear it was Son House, whom they knew as “the man who taught Robert Johnson” [Son House - Wikipedia]
[DirectBlues: Son House - Death Letter]
Gestern vor 20 Jahren starb der Mann, der Robert Johnson den Blues beibrachte.
Roger Sutcliffe - The Story of the Whitby Abbey Blues
Reisen über weite Strecken ist eins der klassischen Blues Themen. Ob nun die Route 61, 1.400 Miles von New Orleans (Louisiana) nach Wyoming (Minnesota) oder die Route 66, mit ihren 2.448 Miles von Chicago (Illinois) nach Los Angeles oder auch einfach die Forty-Seven Miles of Barbed Wire entlang der Bahnstrecke irgendwo im Land der Klapperschlangen. Am Samstag erzählte der britische Sänger und Gitarrist Roger Sutcliffe im Schalloch von der Reise des Delta Blues, angefangen im 18. Jahrhundert beim berüchtigten Triangular Slave Trade des British Empires bis in die Anfänge der 60′er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, in denen der Blues bei Alexis Korner einen Zwischenstopp auf englischen Clubbühnen machte um von dort seine Reise zurück in die USA anzutreten. Mit Dobro, Mandoline und einem Dia-Projektor skizzierte Roger Sutcliffe sowohl erzählender- als auch singenderweise die Geschichte des Blues… Mehr…
Levi Stubbs Tears
When the world falls apart some things stay in place
She takes off the Four Tops tape and puts it back in its case
When the world falls apart some things stay in place
Levi Stubbs tears run down her face…
Als ich Billy Bragg’s “Levi Stubbs Tears” das erste mal hörte, wusste ich gar nicht wer dieser Levi Stubbs war. Ich wusste nur das mich dieses Lied sonderbar berührte. Es machte mich traurig, wütend und trotzdem gab es mir die Gewissheit, egal wie einem die Scheisse um die Ohren fliegt, irgendetwas hält diese Welt zusammen. Und seien es nur die Tränen eines, mir damals völlig unbekannten, Soul-Sängers…
Am Freitag starb die Motown Legende Levi Stubbs, Sänger der Four Tops, im Alter von 72 Jahren. (BBC News | Four Tops star Levi Stubbs dies). Der ebenfalls in “Levi Stubbs Tears” besungene Norman Whitfield verstarb vor einem Monat. Wenn es einen Soul-Himmel gibt, dann sitzen die beiden da jetzt auf Wolke 9.
140 Zeichen - Dinge, die man selbst gern gedingst hätte…
Meine aktuelle Top 3 der Twitter Favoriten. Ich bevorzuge zwar identi.ca als 140 Zeichen Schleuder, aber selbst Lanu’s Radsport Dings muss sich bei diesen 3 hinten einreihen. And the winners are:

Fundgruben, Modern Language und Calexico
“Writing” is the Latin of our times. The modern language of the people is video and sound.
Gern würde ich Lawrence Lessig, den ich hier schon einmal mit den selben Worten zitiert hatte, zustimmen. So recht traut er seinen Worten wohl auch nicht, jedenfalls schreibt er in letzter Zeit wieder ziemlich häufig in seinem Blog. Sein Output auf YouTube ist, gemessen an seinen Worten, eher mager. Etwas umfangreicher, aber auch nicht wirklich umwerfend, im Vergleich zu seinem geschriebenen Output, ist sein Blip.TV Channel. Okay, mein Output an selbstproduzierten Audio- und Videoinhalten hält sich auch mehr als nur in Grenzen. Der Grund ist einfach. Audio und Video in einigermassen erträglicher Qualität zu produzieren ist zeitaufwendig. Schreiben geht einfach schneller (mit und ohne Qualität). Der Zeitaufwand bei Ton und bewegtem Bild wächst ungleich an, umso höher man seine Qualitätsanspruch schraubt. Ganz abgesehen von dem technischen Aufwand bei Hard- und Software. Ein gutes Microphone kostet. Und ein billiges Microphone klingt im Regelfall eben auch wie ein billiges Microphone.

Audiophil, wie ich nun mal bin, würde ich Lawrence Lessig ja wirklich gerne zustimmen, was die “moderne Sprache” Audio und Video angeht. Aber selbst als Nutzer nehme ich Audio und Video im Web viel seltener in Anspruch als geschriebene Inhalte. Gut, YouTube wird von mir fast täglich genutzt. MySpace phasenweise. Beides nutze ich als Fundgrube. Unlängst kam noch Blip.FM dazu. Ähnlich wie YouTube und MySpace eine Fundgrube. Fundgruben sind was tolles, aber sie haben eben auch eine Art Grabeltisch Charakter. Ich geh da nicht hin, weil mich der Inhalt immer überzeugt. Das Gegenteil ist der Fall. Ich weiss von vorn herein das ein Grossteil des Angebots mich eben nicht überzeugen wird. Angebote wie YouTube, MySpace oder Blip.FM machen für mich nur durch gezielte Suche Sinn. Die Ausnahme ist MySpace. Die Suchfunktion ist semi-befriedigend, aber das durchklicken von Freundesliste zu Freundesliste führt oft zu befriedigenden Funden. Bei Blip.FM nutze ich die Favorite DJs Funktion zwar auch, aber die Suchefunktion steht bei mir im Vordergrund.
Aber wie steht es mit Audio- und Video-Angeboten, die ich nicht aufgrund ihres Fundgruben-Charakters nutze, sondern weil mich die Qualität (und nicht die Quantität) des Angebots überzeugt? Da gibt es momentan eigentlich nur zwei Anbieter, die mich wirklich begeistern. Mein Audio Favorit ist momentan eindeutig ByteFM. Online Radio aus dem Bunker auf dem Heiligengeistfeld. Radio, wie ich mir Radio immer gewünscht habe. Sehr gute Moderatoren, u.a. mit Goetz Steeger auch ein Musiker, den ich schon lange sehr schätze, erstklassige Musikauswahl und mit einer identi.ca/Twitter/Blog-Anbindung, die auch mal für ein bisschen Interaktion zwischen Hörer und Macher führt. Gefällt mir. Ebenso wie mein Video Favorite, der Livestream Channel des Paradiso. Fabchannel überträgt Livegigs aus dem legendären Amsterdamer Music Clubs. Und das im Regelfall in guter Qualität. Sowohl was Ton als auch Bild angeht. Was natürlich eine einigermassen fixe Leitung beim Empfänger erfordert. Leider gibt es kein separates Audio-Signal, wenn das Videobild mal hakt und klemmt, aber das ist auch schon mein einziger Kritikpunkt am Fabchannel. Gut, ich würde mir, ähnlich wie bei Byte.FM, einen identi.ca oder Twitter Account wünschen, der mich, als Ergänzung zum Newsletter via eMail, über das Programm informiert. Auch zum Austausch mit anderen Fabchannel Nutzern wäre identi.ca oder Twitter klasse. Fabchannel bietet allerdings während der Liveübertragung eine Shoutbox an. Find ich okay, nutz ich allerdings eher selten. identi.ca und Twitter sind für mich, in Sachen Kurznachricht, einfach Mittel der Wahl. Im übrigen auch als Fundgrube. Nirgendwo bekomme ich mehr interessante Links geboten als in identi.ca und Twitter. Auch wenn beide Dienste quasi nur das kleine Latinum, sprich 140 Zeichen, beherrschen. Kein Wunder, das Lessig’s Output bei identi.ca eher übersichtlich ist.
Und um den Kreis jetzt endgültig zu schliessen: Via identi.ca erfuhr ich letztens von einer Byte.FM Sendung, die sich mit der neuen Scheibe von Calexico beschäftigte. Die Sendung war klasse und machte definitiv Lust Calexico mal wieder live zu sehen. In Hamburg spielen Calexico am 23. Oktober und weil ich neugierig bin schau ich heute Abend schon mal ins Amsterdamer Paradiso. Live auf Fabchannel, ab 20:30.
Drei mal Neid… [Update]
Momentan gibt es drei Dinge, da könnte ich vor Neid platzen: ich beneide die Briten um Later… with Jools Holland, die Holländer um den Fabchannel und James Hunter um seine unfassbare Stimme. Wobei mir James Hunter bis gestern Abend gar nicht soviel sagte. Ich wusste nur, das er auf meinem Van Morrisson Lieblingsalbum, A Night In San Francisco (1994), als Gastmusiker dabei war. Mehr…
Deutscher Fernsehscheiss [Update]
…stundenlangen Schwachsinn in hässlicher Kulisse zu und Moderationen des Thomas Gottschalk wie die zu einem Film über Kinder, die aus Heimen und vor Misshandlungen gerettet werden: hoffentlich kommen noch viele Kinder in so eine Lage, damit ihr weiter so tolle Filme machen könnt! (Zitat sinngemäß, nicht wörtlich) Es verschlug uns den Atem.
[Zitat: FAZ Elke Heidenreich - Marcel Reich-Ranickis gerechter Zorn]
Leider verschlug es ihr nur den Atem. Aufgestanden ist sie nicht. So wie auch niemand der voher Ausgezeichneten aufgestanden ist um Thomas Gottschalk den Fernsehpreis um die Ohren gehauen. Wetten Dass… heute auch keiner der Intendanten die Eier in der Hose hat um Gottschalk die fristlose Kündigung vor die Füsse zu werfen?

Nächstes Jahr bewerbe ich mich auch beim Deutschen Fernsehpreis, Kategorie “Das visionäre kleine Fernsehspiel”. Das Drehbuch ist schon fertig: Thomas G., ein abgehalfteter Berufsjugendlicher, verliert seinen Job, landet unter der Brücke des Schloss Marienfels und muss dort den Winter über mit Atze S., einem gescheiterten Kioskbesitzer, in einem, von Schuldenberater Peter Z. gestifteten, Kochmütze Schlafsack verbringen. Natürlich hat die Geschichte ein Happy-End. Gerade rechtzeitig, bevor Thomas G. und Atze S. von einer Horde, ebenso ausgehungerten wie vollgekoksten, Gummibären überfallen werden, naht Rettung. Strassenarbeiter Thomas S. sammelt die Ausreisser ein und wenn sie nicht gestorben sind, sitzen sie noch heute auf der stillen Treppe von Katharina S.. Soweit das Drehbuch. Sprecher: Guido K., Soundtrack: Dieter B. aus T. und die Kostüme strickt mir Heidi K.. Das wird ganz grosses Kino.
[Update]: Ganz und gar kein grosses Kino:
Herzlichen Glückwunsch auch von uns. Wir wünschen euch auch natürlich, das noch viele Kinder ausreissen, damit das ähhh … weitergeht
Zitat: Thomas Gottschalk in seiner “Würdigung” der RTL Serie “Die Aussreisser“, in diesem Video auf YouTube ab Minute 1:33.
Teitur - Livestream 11.10.08 Amsterdam [Update]

Eigentlich müsste mir Teitur höchst unsympathisch sein. a) sieht er aus als wäre er ein Austauschschüler der Hamburger Schule auf den Färöer Islands und b) sagt er Dinge wie:
I never listen to music that happens by coincidence unless the music is tuned into a higher power or the material is performed by individuals with the improvisational caliber of John Coltrane, Sonic Youth or Beethoven.
Gut, a) dafür, das auf den Färöer Inseln Vollbeschäftigung herrscht (mit 1,3 % Arbeitslosigkeit Spitzenreiter in Europa) und es offenbar keine Arbeit unter freiem Himmel gibt, kann Teitur nichts und b) kann ein Mensch, der Coltrane, Sonic Youth und Beethoven in einem Atemzug nennt, dann doch nicht der Schlechteste einer sein. Ich bin ja ein grosser Freund des musikalischen Zufalls und damit dürfte mir Teitur’s Musik nicht so liegen, aber der Captain ist ein grosser Fan des blässlichen Färöers und bezeichnet ihn als einen der besten Musiker derzeit und wenn der Captain das sagt, dann ist da was dran. Und darum guck ich mir das heute Abend an:
20:00 Uhr Fabchannel Livestream aus dem Amsterdamer Paradiso.
Btw: Die Färöer Inseln haben übrigens nicht nur die niedrigste Arbeitslosigkeit sondern auch die wahrscheinlich geringste Twitter-Dichte in Europa.
[Update]: Grossartiges Konzert. Punkt. Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil von dem was ich oben schrieb. Teitur hat heute Abend mindestens einen neuen Fan gewonnen. Streckenweise erinnerte er mich an die stilleren Momente von Clem Snide. Der Song für Chris Whitley, “The Legendary Aftershow Party“, war ein magischer Moment. Und wer erzählt, das er ein Lied mit Nic Kershaw geschrieben hat, ist entweder ein extrem humorvoller Mensch oder er ist noch grossartiger als ich es eh jetzt vermute. Der Captain hat recht: Teitur ist einer der besten Musiker derzeit. Und seine Begleitband auch. Noch’n Punkt.
Lokalnachrichten #34 - Ein Blick auf illuminierte Backformen
Ich weiss, ich komm ein wenig verspätet mit der Nachricht vom Beatles-Platz auf der Reeperbahn. Der Nachbar von der Rückseite der Reeperbahn hatte das schon vor einem Monat in seiner Bloghütte. Auch das Magerfettstufe Blog und Hansjörg Schmidt hatten Beiträge zur Eröffnung des Beatles-Platz. Hansjörg Schmidt weisst in seinem Blogbeitrag auch auf das Club-Sterben in Hamburg hin und damit schliesst sich auch wieder der Kreis zu meinem momentanen Lokalnachrichten Thema No.1: Das Docks vor dem Aus? Gut, die Stadt Hamburg hat fast ein halbes Jahrhundert gebraucht um den Beatles ein Denkmal zu setzen, da bin ich mit meinem knappen Monat Verspätung ja noch topaktuell. Mehr…
Lokalnachrichten #33 Docks vor dem Aus - Reloaded [Update II]
Das Thema Docks vor dem Aus hatte ich ja gestern schon. Ebenso wie HH1:
Heute gibt’s bei HH1 ein Interview mit Prof. Norbert Aust, Mitbetreiber der Schmidt Theaters…
… und ein “Zusammentreffen” von Amir Ahmadi, dem Docks Betreiber, und Professor Aust.
Ganz toller Plan, Herr Professor: Einen Club in Grösse des Docks in einem Plüschtheater (das man ja auch ganz, ganz, ganz dringend auf dem Kiez braucht. Ham’ wa ja noch nicht) unterzubringen. Die Prinzenbar bekommt dann sicher einen Platz in der Besenkammer. Ausserdem wollen wir den Kiez in den Grenzen von 1933 wieder.
Erstaunlich, das Amir Ahmadi sich nicht noch mehr aufgeregt hat. Mein volles Verständnis hat er. Und mein Dank geht an @hschmidt für den Link.
[Update]: Ich habe gerade gesehen, das Hansjörg Schmidt das Thema heute auch wieder in seinem Blog aufgenommen hat: Die Emotionen kochen hoch am Spielbudenplatz. U.a. verweist er auf den Streit zwischen SPD und GAL ums Docks. Farid Müller, “Musikexperte” der GAL-Bürgerschaftsfraktion, wirft der SPD vor:
Die SPD-Fraktion spielt mit den Ängsten um den Musikstandort. Seit Wochen laufen Gespräche zum Erhalt des Docks am angestammten Platz. Ich bin optimistisch, dass ein gutes Ergebnis erzielt wird. Wer in einer solchen Phase Gerüchte über eine Abwicklung streut, der nimmt das Scheitern einer Lösung billigend in Kauf. Der Vorgang zeigt, dass die SPD noch immer nach ihrer Oppositionsrolle sucht. Gute Opposition ist kritisch - aber nicht destruktiv.
Wenn Farid Müller so “Gute Opposition” definiert, dann bin ich ganz besonders gespannt auf seine Definition von “Gute Koalition”. Achtung, Kallaueralarm. Im Umsetzen von grünen Grundsätzen, ist die GAL ja momentan in Hamburg ganz besonders “erfolgreich”. Und Farid Müller mag ja “Musikexperte” der GAL sein, aber ein Rockkonzert, in einem Club in Docks Grösse, scheint er noch nicht veranstaltet zu haben, geschweige denn auch nur einen Ansatz von Ahnung zu haben, wie ein Live Music Club in dieser Grössenordnung funktioniert:
Auf dem Grundstück lassen sich sowohl ein Theater als auch ein Musikklub realisieren.
[Quelle der Farid Müller Zitate: HH-Heute]
Wieviel mehr Gaga geht noch? Darf ich mal die MoPo zitieren?
Corny Littmann und Norbert Aust, die Betreiber des “Schmidt Theaters”, hecken mit Roncalli-Chef Bernhard Paul einen Plan aus: 900 Plätze, Shows auf Englisch, die sich mit dem Pariser “Lido” oder den Auftritten in Las Vegas messen können. “Wir wollen die Reeperbahn attraktiver machen”, so Norbert Aust.
Und wo bitte ist da der Platz für einen 1000′er Live Music Club? Mittenmang im Viva Las Vegas Touriplüschpalast, neben der Besenkammer, wo die Prinzenbar dann residiert? Die Idee ist ähnlich schwachsinnig, wie das Schmidt Theater einzuebnen, dort einen weiteren Penny Markt hochzuziehen und auf dem Penny Parkplatz im Winter das Rockspektakel zu veranstalten…
[Update 2]

[Screenshot HH1. 10.10.08, ca. 20:00 Uhr]
Mal nachgefragt: Ist es eigentlich so schwer den Video Thumbnails in der Navigation der HH1 Video Seite einen aussagekräftigen Namen zu geben? Wäre ich nicht neugierig gewesen warum ausgerechnet das “Ahmadi trifft Aust” Video fast 1000 Hits hat, während das Aust Interview bei unter 50 Hits vor sich hindümpelt, hätte ich das Interview mit Docks-Betreiber Amir Ahmadi gar nicht entdeckt.




