Lokalnachrichten #32 - Docks vor dem Aus?

Dorfmusik HamburgDas Docks steht vor dem Aus. Laut Aussage der Sprinkenhof AG, wurde von Seiten der Docks Betreiber die Option auf Verlängerung des Pachtvertrages, über das Jahr 2010 hinaus, nicht genutzt. (Quelle: Abendblatt 06.10.08). Das Magerfettstufe-Blog stellt die Frage: “Muss denn alles heutzutage durch private Initiative und Finanzierung gerettet werden?” und muss sich, natürlich, in einem Kommentar die Gegenfrage gefallen lassen: “Abwarten. Muss denn immer alles die Stadt/der Staat machen?“…

Natürlich muss der Staat/die Stadt nicht immer alles machen. Schon gar nicht in Sachen Kultur. Was der Staat (und hier insbesondere die Stadt Hamburg) aber noch viel weniger tun sollte, ist bestimmte Kulturbereiche zu be- und verhindern. Als Kulturverhinderer hat die Stadt Hamburg leider eine traurige Tradition. Ich erinnere mal an das Onkel Pö und das alte Knust in der Brandstwiete. Ich erinnere daran, das ein eintrittsfreies Open Air Festival, wie das Rockspektakel auf dem Rathausmarkt, nur gegen massiven Widerstand der Kulturbehörde initiiert werden konnte. Ohne Karsten Schölermann’s beharrlichen Einsatz, wäre das Rockspektakel längst Geschichte. Wie das , Knust, Café Kaputt, Star Club… Blühende Clublandschaft Hamburg? Das war einmal. Statt dessen verbrennt die Stadt Hamburg lieber 114,3 Mio. € aus dem Haushalt in der Elbphilharmonie (Quelle: Wikipedia). Wobei über die tatsächlichen (und noch zu befürchtenden) Mehrkosten Schwarz/Grünes Stillschweigen bewahrt wird. Da darf einen die Elbvertiefung und Moorburg auch nicht wundern. Irgendwo muss die (Haushalts-)Kohle ja versenkt werden. Die Frage nach Tranzparenz der Kosten ehrt die SPD ja, nur sollte nicht vergessen werden, dass das Hamburger Clubsterben zu Zeiten von SPD Bürgermeistern seinen Höhepunkt hatte. Eine Zeit, in der ein einzelner Opern-Sitzplatz mit 500,– DM subventioniert wurde, während man das LOGO mit 5000,– DM jährlicher Förderung nach Hause schicken wollte.

Um nochmal auf die anfängliche Frage zurückzukommen: Ich habe eben mal in der Internet-Redaktion der Behörde für Kultur, Sport und Medien angerufen. Im Gegensatz zu dem, freundlich ausgedrückt, suboptimalem Behörden-Auftritt auf hamburg.de, war die Dame am Telefon freundlich und kompetent. Zuerst versuchte sie mich telefonisch durch das Link-Kuddelmuddel der Behördenseite zu lotsen und bot dann freundlicherweise an, mir die gewünschten Links per Mail zuzuschicken. Keine 2 Minuten später hatte ich Post. Super. Danke. Geht doch. Hauptsächlich hatte mich interessiert, welche Mittel der Behörde zur Förderung der Hamburger Musikszene zur Verfügung stehen. Aktuelle Zahlen gibt’s da noch nicht, da der entsprechende Haushalt erst voraussichtlich im Frühjahr 2009 verabschiedet wird. Was natürlich der Planungssicherheit nicht gerade zuträglich ist, aber es gibt ja noch den Haushaltsplan 2007/2008 und Zuwendungsempfänger der BKSM. In dem zweiten Zuwendungsempfänger PDF fand ich tatsächlich auch die gesuchte Information. Dort heisst es u.a.:

Musikszene € 3.803.000
1. Hamburger Symphoniker € 2.970.000
2. Konservatorium € 627.000
3. Rock City Hamburg € 66.000
4. Landesmusikrat € 42.000
5. Jazzbüro € 42.000
6. Clubprämie € 56.000

(Eurozeichen und Tausenderstellen von mir hinzugefügt)

Traurig, aber die Zahlen sprechen für sich und gegen Hamburg als (lebendige) Kulturstadt.

[Update]: Eben in den Kommentaren des Magerfettstufe-Blogs gefunden: Hansjoerg Schmidt stellt die Frage: Und wo soll das Docks bleiben?

Und noch ein Update: Beim stöbern in Hansjoerg Schmidt’s Blog bin ich auf den Beitrag: Runder Tisch zum Musikclubstandort St. Pauli gestossen. Passt ja gut zum Thema.

Kommentare

Ein Kommentar zu “Lokalnachrichten #32 - Docks vor dem Aus?”

  1. Lokalnachrichten #33 Docks vor dem Aus - Reloaded : slidetone.blog am 9. Oktober 2008 6:34 pm

    […] Thema Docks vor dem Aus hatte ich ja gestern schon. Ebenso wie […]

Na, dann mal los!





  • MBC09 Microblogging 2009 in Hamburg
    • dings @ identi.ca

      • slidetone: Kaffee. Jetzt.
      • slidetone:@np Wenn ich so aus dem Fenster schaue, dann ist Bill Withers' "Ain't no sunshine" das passende Gute-Nacht-Lied http://ur1.ca/ppo #np
      • slidetone: @Trupedo_Glastic Das schrieb er dir übrigens als Kommentar in besagtem "Tröte des Gehörnten" Blogbeitrag.

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